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Delitzsch Ehrenamtliche im Raum Delitzsch stehen Rede und Antwort
Region Delitzsch Ehrenamtliche im Raum Delitzsch stehen Rede und Antwort
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08:00 29.03.2019
Janet Liebich, Projektleiterin des Ehrenamtsnetzwerkes im Raum Delitzsch, will ihre weitere Arbeit auf den Ergebnissen der Umfrage aufbauen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Während Janet Liebich den Fragebogen zum Ehrenamt auswertete, ist ihr ein Aspekt besonders aufgefallen: Die Menschen, die sich in der Region um Delitzsch engagieren, „fühlen sich zwar von Portalen im Internet oder per Telefon bereits gut informiert“, sagt die Projektleiterin der Ehrenamtskoordination, der persönliche Erfahrungsaustausch werde von ihnen doch immer bevorzugt. Das Netzwerk für bürgerliches Engagement im Delitzscher Land (GEMS) will die Ergebnisse der Umfrage nun in seine weitere Arbeit einfließen lassen.

Fehlende Mobilität verhindert Engagement

Mehr als 50 Teilnehmer hatten bis Ende Februar den Fragebogen „Was braucht das Ehrenamt zur Unterstützung?“ entweder online oder im direkten Gespräch ausgefüllt, erklärt Liebich. Auch bei Bürgermeistern, Vereins- oder Verbandsvorsitzenden hatte die 41-Jährige vorgesprochen. Als zentrale Punkte wollte das GEMS auf diesem Weg erfahren, ob sich Ehrenamtliche in der Region bereits ausreichend unterstützt und wertgeschätzt fühlen, woran es nach ihrer Erfahrung noch krankt und was bereits gut funktioniert. Das Ergebnis: Es sei bereits vieles auf einem guten Weg, könnte aber noch besser sein.

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Beispielsweise sei mehrfach der Wunsch nach einer Art Fahrdienst oder Ehrenamtsticket für den öffentlichen Nahverkehr geäußert worden. Viele, vornehmlich ältere Menschen, seien in ihrer Mobilität eingeschränkt, möchten aber helfen, sagt Liebich. So schrieb eine Teilnehmerin der Umfrage: „Ich würde mich gerne engagieren, habe aber keine Möglichkeit, zu einer Stelle zu kommen.“ Auch die durch die Öffentlichkeit wahrgenommene Wertschätzung spielte eine Rolle in den Antworten. Die Ehrenamtlichen sehen zwar, dass die Politik erkannt hat, wie wichtig das Thema auch für sie ist, erklärt Liebich, doch wünschten sich viele der Befragten, dass Kommunalpolitiker die Leistungen noch persönlicher, beispielsweise durch mehr Präsenz, anerkennen.

Wie können zugezogene Einwohner besser eingebunden werden?

Auf die Frage, in welchen Bereichen mehr Hilfe benötigt wird, seien zudem oft die Themen Nachwuchsgewinnung, Fördermittelberatung, Datenschutz, insbesondere für den Internetauftritt, Steuern und die Verwendung von GEMA-geschütztem Material genannt worden. Die Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden möchten zudem wissen, wie „richtige Pressearbeit“ funktioniert, sagt Liebich. Ebenso interessieren sie sich für die Einbindung von Zugezogenen in das bestehende Vereinsleben, wie es beispielsweise aktuell im Rackwitzer Ortsteil Biesen geschieht. Dort wächst zur Planung der 750-Jahr-Feier der alte Dorfkern allmählich mit dem neu entstandenen Wohngebiet zusammen. Überall, wo eine feste Struktur dahinter steht, funktioniere das Ehrenamt besser, sagt Liebich und nennt Sportvereine und die Feuerwehren als Beispiele.

Als nächsten Schritt will das Netzwerk nun neue Mitstreiter, Initiativen, Gruppen, Vereine und weitere Ehrenamtliche finden, um ihre Arbeit rund um Delitzsch bekannt zu machen. „Wir wollen die bereits engagierten Menschen zudem weiter miteinander in Verbindung bringen“, sagt Liebich.

Janet Liebich und das Ehrenamts-Netzwerk ist telefonisch unter 0151 11325231, via Mail: engagiert@gems-netzwerk.de oder über die Homepage www.gems-netzwerk.de zu erreichen.

Von Mathias Schönknecht