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Delitzsch Ein Dach für Familie Oehlert aus Wiedemar
Region Delitzsch Ein Dach für Familie Oehlert aus Wiedemar
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14:18 20.11.2018
Nadine Oehlert und Sohn Ben (11) holen Vater Mike Oehlert aus der Tagespflegeeinrichtung, die er derzeit besucht, ab. Quelle: Heike Liesaus
Wiedemar

Lange sah es nicht danach aus. Während der Zeit in der Reha-Klinik habe die Familie schon einmal zu hören bekommen, dass das selbstständige Laufen für Mike Oehlert wohl nicht mehr möglich sein wird. Das sei sehr niederschmetternd gewesen, sagt Ehefrau Nadine.

Umso mehr freut sich die Familie seither über jeden noch so kleinen Fortschritt. Mittlerweile sind für den 39-Jährigen sogar einige Schritte am Gehstock in der Wohnung möglich.

Der Weg zurück ins Leben

Vor gut zehn Monaten, an einem Januartag, hatte Nadine Oehlert ihren Mann zusammengebrochen im Graben gefunden, in dem dieser gerade geschachtet hatte. Nicht einmal 20 Minuten konnte der Vorfall zurückliegen. Mit schwerer Gehirnblutung wurde Mike Oehlert in die Klinik gebracht, wo er ins künstliche Koma versetzt wurde.

„Wir haben drei Wochen gezittert“, erinnert sich Mutter Renate Oehlert an die unmittelbare Zeit danach. „Mike war mehr im Himmel als auf der Erde.“

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In der Folge gab es immer wieder schlechte Nachrichten: Zu der Gehirnblutung kamen noch zwei Schlaganfälle. Die rechte Körperhälfte ist gelähmt, das Sprachvermögen war verloren. Der Mann, der sonst den ganzen Tag auf Baustellen schaffte, war von einem auf den anderen Moment auf den Rollstuhl angewiesen.

Das alte Häuschen in einem Ortsteil der Gemeinde Wiedemar, an dem Mike Oehlert in den vergangenen Jahren Stück für Stück arbeitete, und das einmal Domizil seiner Familie werden sollte, kann er selbst nicht fertigbauen.

Seitdem bringen Mutter Renate, Ehefrau Nadine und Freunde den Bau Schritt für Schritt voran. Sie wollen das Haus behindertengerecht ausbauen.

Nun soll das Dach drauf. Und dafür sind Ziegel und Dachstuhl-Holz notwendig. Über die Aktion unserer Zeitung „Ein Licht im Advent“ möchte die Familie in diesem Vorhaben vorwärts und ihrem Wunsch vom Eigenheim etwas näher kommen.

Große Fortschritte zu Hause

Mike Oehlert ist inzwischen zu Hause bei seiner Familie, macht hier täglich Fortschritte. „Wir haben den Eindruck, dass wir die besten Therapeuten gefunden haben“, sagt Nadine Oehlert. Nicht nur, dass festgestellt wurde, dass der 39-Jährige doch noch lesen kann, auch das Sprachvermögen konnte er zum Teil schon wieder erlangen. Die Lähmung wird jedoch bleiben.

Das Paar hat zwei Söhne, 18 und 11 Jahre alt. „Das war schon ein Traum von ihm, so ein altes Haus behutsam zu gestalten“, sagt Renate Oehlert. Die Entkernung ist geschafft, der Fußboden mit den Leerrohren eingebaut. Lehmziegel liegen bereit. Noch vor dem Winter soll die Zwischendecke fertiggestellt werden.

Der Graben, in dem Nadine Oehlert ihren Mann zusammengebrochen gefunden hatte, ist inzwischen zugeschüttet. „Um mehr Baufreiheit zu schaffen“, sagt Renate Oehlert. Doch vielleicht ging es dabei auch um etwas anderes.

Von Mathias Schönknecht

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