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Delitzsch Einstimmig fürs Reibitzer Mütterheim und trotzdem Ärger
Region Delitzsch Einstimmig fürs Reibitzer Mütterheim und trotzdem Ärger
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06:00 28.02.2019
Die ehemalige Mittelschule in Reibitz ist inzwischen zum Mutter-Kind-Heim umgebaut. Quelle: Wolfgang Sens
Reibitz

Alle sind für das Mutter-Kind-Heim: Der Gemeinderat Löbnitz hat die Umnutzung der ehemaligen Schule Reibitz vom Heim für Unbegleitete Minderjährige Ausländer (Uma) nochmals einstimmig befürwortet. Die Betreiberin, das Soziokulturelle Zentrum Delitzsch (SKZ), hatte den Antrag gestellt und das Landratsamt die Bedingungen geprüft. Das Gebäude ist zwar erneut umgebaut worden, „aber in Sachen Brandschutz gab es keine nennenswerten Änderungen. Die Aufschaltung der Brandmeldeanlage, die Fluchtwege bleiben gleich“, erläuterte Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU).

Flugblatt löst Diskussion aus

Trotzdem gab es Diskussionen. Vor allem ein Flugblatt, das SPD-Gemeinderat Heiko Wittig, der auch im SKZ-Vorstand ist, in Umlauf gebracht hatte, erregte Anstoß. Das Papier hatte die Verdienste des SKZ in den Vordergrund gestellt. Der Verein hatte in das zuvor bereits zum Abriss vorgesehenen Gebäude massiv investiert und das Uma-Heim konfliktfrei betrieben. „Das hätte mit dem Gemeinderat abgestimmt werden müssen“, kritisierte der Reibitzer Eberhardt Ehrhardt (SPD). Da sei um Beispiel keine Rede davon, dass 130 Einwohner gegen die Einrichtung eines Flüchtlingsheims in einer ehemaligen Teppichlager-Halle unterschrieben haben. Damit sei aber erst die Wendung eingeleitet worden. Erst dann hätte das Reibitzer Schulhaus für viel Geld saniert werden können und habe nun eine vernünftigen Nutzung.

Mietrückstand

Das SKZ steht mit fünf Monatsmieten, insgesamt 30 000 Euro, bei der Gemeinde im Rückstand, erinnerte der Bürgermeister. Die Miete habe einen Spitzenwert, aber sie sei nun für die nächsten 15 Jahre gesichert, argumentierte Wittig. Eine Insolvenz des SKZ wäre wohl für die Gemeinde schlimmer gekommen. Immerhin war die Auslastung des Uma-Heims zuletzt nicht mehr gegeben. Die Kosten aber liefen weiter.

Uma-Heim als Erfolgsgeschichte

Auseinandersetzungen im Nachhinein brächten nichts, so Michael Friedrich (Die Linke). „Die Geschichte des Uma-Heims ist ein Erfolg. So kommt es eher auf Wahlkampf raus“, beurteilte er das Flugblatt. Indessen gebe es das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Da könne sich nun mal jeder an die Öffentlichkeit wenden.

Das Mutter-Kind-Heim ist jetzt mit einer Kapazität von zwölf Plätzen für Kleinstfamilien ausgebaut und seit einigen Wochen in Betrieb. Die ersten sechs jungen Mütter und ihre Kinder sind bereits eingezogen.

Von Heike Liesaus

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