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Delitzsch Elektromobilität ist in Delitzsch immer noch Pionierarbeit
Region Delitzsch Elektromobilität ist in Delitzsch immer noch Pionierarbeit
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10:18 30.05.2019
Besetzt: An der Ladesäule neben dem Unteren Bahnhof tanken zwei E-Autos. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Sie sind da, aber es gibt nur sehr wenige: Elektroautos. Das ist in Delitzsch so wie in ganz Nordsachsen. „Von derzeit 176 336 zugelassenen Fahrzeugen im Landkreis haben lediglich 90 eine E-Kennzeichnung“, informiert das Landratsamt Nordsachsen auf die Nachfrage zu den Zulassungszahlen. Die Stadtwerke Delitzsch (SWD) gehören somit mit ihren zwei Elektroautos im Fuhrpark, die von den Mitarbeitern tagtäglich genutzt werden, zu den Vorreitern. Der Energieversorger ist auch für die Leitungen zuständig, aus denen der Strom kommt, und er hat drei Elektroladesäulen in Betrieb. Eine auf dem eigenen Gelände und seit sieben Jahren zwei im öffentlichen Raum. Sie wurden jetzt erneuert. Eine steht neben dem Unteren Bahnhof. Die Säule vom Markt wurde nun auf den Parkplatz Ecke Bismarck/Eisenbahnstraße gesetzt. Die Beschilderung und die Reservierungs-Markierung davor fehlen noch. „Die Plätze in Bahnhofsnähe sind wegen der Pendler immer noch gefragter“, erklärt SWD-Geschäftsführer Robert Greb.

Strom ist noch kostenlos

Bei der bisherigen Bahnhofsladesäule auf dem Park+Ride-Platz neben dem Bahnhof kamen 2018 immerhin circa 220 Ladezyklen zustande. Es hätten noch mehr sein können, aber zuletzt war das Gerät defekt. An jeder Ladesäule können sich zwei Autos anschließen. Den Strom dort gibt es sogar kostenlos. Die Nutzer müssen sich aber eine RFID-Card, eine berührungslose Schlüsselkarte, bei den SWD dafür holen. Da die Technik aber letztlich von den Stadtwerken Leipzig bereitgestellt wird, gilt die Karte sogar in der Pleißestadt.

Gefragte Ladesäule

An der Station am P+R-Platz an der Bismarck-/Eisenbahnstraße fehlt noch die Beschilderung. Quelle: Heike Liesaus

Bei der Besichtigung vor Ort sind die Plätze an der Bismarckstraße wegen der fehlenden Kennzeichnung noch von Normal-Autos zugeparkt. An der anderen Station neben dem Unteren Bahnhof laden zwei Fahrzeuge. Eins davon gehört einer Rackwitzerin, die das Fahrzeug seit Februar besitzt. „Klasse, dass die Säule wieder funktioniert“, freut sich die 48-Jährige. „Ich gehe gern hier einkaufen und kann das Auto gleich aufladen. In Leipzig passiert es mir oft, dass ich nach einem freien Platz suchen muss.“ Findet sich keiner, kann der BMW zu Hause an die Schuko-Steckdose. Nur dauert es dort länger als an der Ladesäule. Dort sind die Akkus in drei Stunden voll. Die Familie habe sich aus Umweltgründen fürs E-Auto entschieden. Es sei aber der Zweitwagen. „Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, und für kurze Distanzen geht’s, aber für längere wird’s sicher sportlich.“

Kostenfrage

Marko Bergelt, neben der Groß- und Geschäftskundenbetreuung bei den SWD auch zuständig für die Elektromobilität, schätzt ebenfalls, dass die Zahl der E-Autos ganz einfach von den damit verbundenen Kosten abhängig ist. Dass auf Oslos Straßen zur Hälfte Elektrofahrzeuge unterwegs sein sollen, hänge sicher mit den Vorteilen zusammen, die ihnen gegenüber herkömmlichen Antrieben eingeräumt werden.

Aber die Netzbetreiber werden ihre Anlagen anpassen müssen. Für ein plötzliches Umsteigen eines großen Teils der Kraftfahrer auf Elektromobilität ist das Netz bisher nicht ausgelegt. Deshalb gibt es jetzt die gesetzliche Regelung, dass die Installation einer hauseigenen Wallbox, einer Wandladestation für Elektroautos, vorab beim Netzbetreiber meldepflichtig ist. Bei Boxen, mit einer Leistung von über 12 Kilowatt muss der Netzbetreiber zudem der Installation erst zustimmen.

Ohne Kohlendioxid-Ausstoß

Das Bild hat Elk Messerschmidt extra ins Auto-Fenster gehängt: Der Renault Zoe wird mit Strom von Windrad und Solarmodulen betankt. Quelle: privat

Am Delitzscher Peugeot-Autohaus Müller steht ebenfalls bereits eine Ladesäule. „Genutzt wird sie bei uns noch wenig“, erklärt Christian Müller. „Weil wir noch keine E-Autos haben. Doch ab Herbst soll es losgehen.“ Dann will auch dieser Hersteller E-Autos auf den Markt bringen.

Elk Messerschmidt aus Rabutz ist Elektromobilist der ersten Stunde. Schließlich entwickelt er mittlerweile seit Jahrzehnten E-Mobile gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Nun fährt er einen geleasten Peugeot Zoe. 3000 Kilometer habe er damit bereits zurückgelegt. Und er sei hochzufrieden. Sein Auto betankt er über eine normale Steckdose und das mit Strom, der von der Sonne und vom Wind kommt, der in einem Spezialcontainer am Technisch-ökologischen Zentrum Rabutz ohnehin erzeugt wird.

Von Heike Liesaus

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