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Delitzsch Elk Messerschmidt fährt fast eine Woche elektrisch durch Nordsachsen
Region Delitzsch Elk Messerschmidt fährt fast eine Woche elektrisch durch Nordsachsen
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06:00 23.02.2019
Elk Messerschmidt, Leiter des Technisch-Ökologischen Projektzentrums in Rabutz, testete ein Elektrofahrzeug des Autohauses Troitzsch in Delitzsch. Urteil: Er holt sich eins – mit einer größeren Batterie. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

„Genau das ist die Lösung“, sagt Elk Messerschmidt. Der Leiter des Technisch-Ökologischen Projektzentrums in Rabutz (Gemeinde Wiedemar) hat sich für ein paar Tage ein Elektrofahrzeug vom Autohaus Troitzsch in Delitzsch ausgeliehen und anschließend auf Fahrverhalten und Reichweite geprüft. Fazit: Er werde sich in den kommenden Monaten selbst ein solches E-Auto zulegen.

„Für eine fünf Jahre alte Batterie ist das eine beachtliche Leistung“

Für Fahrstrecken von circa 80 Kilometern am Tag sei es hervorragend geeignet, sagt Messerschmidt. Von seinem Wohnort in Rabutz habe der 78-Jährige Fahrten in der Region, bis nach Delitzsch und Halle, unternommen. Wenn er als erster an einer Ampel stand, habe kaum jemand mit ihm mithalten können, sobald die Ampel wieder Grün zeigte, berichtet Messerschmidt und lacht.

Er sei während der Tage im Heizungsmodus des Renault „Zoe“ unterwegs gewesen. Laut Hersteller habe dies zur Folge, dass das Fahrzeug dann eine verminderte Reichweite von 100 Kilometern hat – ohne wären bis zu 50 Kilometer mehr möglich. In seinem Test kam Messerschmdit auf maximal 87 Kilometer. „Für eine fünf Jahre alte Batterie ist das eine beachtliche Leistung“, schätzt er das Ergebnis ein. Er werde sich dennoch für die größere Variante entscheiden.

In den zurückliegenden Jahren wurde das Fahrzeug von den Delitzscher Stadtwerken (SWD) genutzt. Die SWD testen seit 2010 verschiedene Elektro-Modelle, waren auch mit einem Mitsubishi i-MiEV und einem Nissan Leaf unterwegs, boten diese – wenn möglich – bei Veranstaltungen in und um Delitzsch interessierten Bürgern zu Testfahrten an.

Zu großes Vertrauen in Automobilkonzerne?

Messerschmidt baut am Technikzentrum in Rabutz zusammen mit Jugendlichen selbst kleinere Elektrofahrzeuge, die sogenannten Formel-E-Rennwagen und besitzt darauf sogar ein Patent. Nach dem Test des Renaults ist er sich sicher: „Davon bräuchten wir viele weitere mehr.“ Und dass ist es, was Messerschmidt ärgert: Die Politik vertraue weiterhin darauf, dass es die Konzerne noch hinbekommen, ihr Verbrenner-Geschäft umweltfreundlich zu gestalten, anstatt konsequent auf die Elektromobilität zu setzen. Doch scheinbar können oder wollen die großen deutschen Autokonzerne nicht, sagt Messerschmidt.

Das Patent für die Formel-E hängt in der Werkstatt des Technisch-Ökologischen Projektzentrums in Rabutz. Quelle: Mathias Schönknecht

Ein Problem, das derzeit jedoch besteht, ist ein fehlendes Netz mit Stromtankstellen. Aktuell sind viele der 672 in Sachsen geplanten Ladesäulen defekt oder noch gar nicht gebaut. Wie aus einer Anfrage der Grünen an das Bundesverkehrsministerium hervorging, sind derzeit im Freistaat lediglich 35 Ladestationen funktionstüchtig.

Laden an der normalen Haussteckdose

Bisher ist wohl die einzige sichere Lademöglichkeit, die, es zu Hause anzuschließen. So hat es auch Messerschmidt während des Tests gehandhabt, und das Fahrzeug über nacht in seiner Garage geladen. „Es reicht die ganz normale Schukosteckdose aus“, erklärt er. Ideal sei diese Variante für Zweitautos, sagt Messerschmidt. Dazu beruft er sich auf eine Studie, nach der 35 Prozent der Zweitwagen in Deutschland nicht mehr als 50 Kilometer am Tag fahren. Mit einer Reichweite wie sein Testfahrzeug sei das also kein Problem. „Genau das ist die Lösung“, sagt Elk Messerschmidt. Man könne sich das Auto für drei Jahre holen und dann wieder abgeben. Das sei doch das, was ohnehin alle wollen.

Von Mathias Schönknecht

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