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Delitzsch Endlich Rentner: Ehepaar Pfeiffer übergibt Friseursalon in Delitzsch-Nord
Region Delitzsch Endlich Rentner: Ehepaar Pfeiffer übergibt Friseursalon in Delitzsch-Nord
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19:03 04.09.2018
Rainer und Karla Pfeiffer (rechts) übergeben ihren Friseursalon in Delitzsch an Christopher und Christin Kühr. Die Mitarbeiterinnen Yvonne Weiße (rechts hinten) und Barbara Witzek sowie Friseurmeisterin Christin Mietzsch (Mitte hinten) bleiben dem Geschäft auch unter dem neuen Inhaber treu. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

„Ich habe es nie bereut, dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe“, sagt Rainer Pfeiffer kurz nachdem der 75-Jährige sein Friseur-Kosmetik-Studio in Delitzsch-Nord übergeben hat. Der neue Inhaber ist Christopher Kühr – gar kein Friseur, sondern gelernter Sanitär- und Heizungsmeister.

Antwort auf die Nachfolgerfrage lag ganz nah

Alles beginnt im Jahr 1958: Rainer Pfeiffer lernt bei seinem Großvater Otto Köhler, der bereits 40 Jahre Friseur ist und an der Leipziger Straße den größten Salon in Delitzsch besitzt, sein Handwerk. 1961 wird Pfeiffer Mitglied der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) und macht 1969 seinen Meister. Ab 1980 frisiert er im Salon in Delitzsch-Nord. Am 2. Mai 1991 wagt er im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen den Schritt in die Selbstständigkeit, „als erster Betrieb der PGH, der zum Privatunternehmen wurde“, sagt Pfeiffer. Immer an seiner Seite ist Ehefrau Karla, die sich fortan um die Fußpflege kümmert. Die ersten Jahre seien nicht immer einfach gewesen, blickt Pfeiffer zurück. Doch er bereue nach 28 Jahren nichts.

Lange sah es so aus, als ob Tochter Ulrike das Geschäft der Eltern übernimmt. Doch „Gesetze und Vorschriften“ verhinderten es, sagt Rainer Pfeiffer. Die gelernte Kosmetikerin hätte sich nach 25 Jahren im Familienbetrieb noch einmal zur Friseurin ausbilden lassen, einige Gesellenjahre nachweisen und schließlich ihren Meister ablegen müssen. Ein kaum zu bewältigender Aufwand für die heute selbstständige Kosmetikerin. Wäre der Plan aufgegangen, hätten sich die Pfeiffers nach dem 25-jährigen Betriebsjubiläum zur Ruhe gesetzt. Doch so behielten sie ihren Salon auch noch im Rentenalter und suchten nach einem neuen Nachfolger.

Den fanden sie nun in Christopher Kühr. Der Delitzscher ist im Saloon am Amselweg bereits Kunde, seitdem er Kind ist, erzählt der 33-Jährige. Als er einmal wie üblich zum Haareschneiden im Geschäft war, fragte er bei Yvonne Weiße, die ihn gerade frisierte, ob schon ein Nachfolger gefunden sei. Sie gab ihm dann den Tipp, einmal bei der Handwerkskammer nachzufragen, bei die Pfeiffers ihre Unternehmungsnachfolge bereits annonciert hatten.

Alle Mitarbeiter bleiben dem Salon erhalten

Kühr bewarb sich um den Salon und bekam den Zuschlag. „Es ist nun mein zweites Standbein“, sagt Kühr, der zudem Inhaber eines Sanitärunternehmens ist. Daher werde man ihn auch nur selten im Studio antreffen. Die betriebliche und fachliche Leitung überlasse er Friseurmeisterin Christin Mietzsch. Die bisherigen Mitarbeiterinnen der Pfeiffers, Cornelia Kummer und Barbara Witzelt – beide seit 1991 dabei – bleiben dem neuen Chef erhalten. Und auch Yvonne Weiße, die bei Rainer Pfeiffer vor 25 Jahren lernte, wird weiter im Salon arbeiten.

Das Ehepaar Pfeiffer schaut derweil mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Zum einen sind sie froh, die Nachfolge geklärt zu haben, zum anderen wird ihnen die tägliche Arbeit mit den Kunden fehlen. Und: „Die Bernstein-Pfeiffer-Offermann’sche Friseurfamilientradition endet heute“, sagt die 71-Jährige.

„Irgendwann muss aber Schluss sein“, sagt Rainer Pfeiffer. Er werde jetzt seinem Hobby, der Papageienzucht, frönen. „Und wir werden Reisen“, ergänzt seine Frau. „Früher sind wir an die Ostsee gefahren, jetzt haben wir Südtirol für uns entdeckt.“ Die Pfeiffers wünschen ihren Nachfolgern in jedem Fall alles Gute: „Ich bin jederzeit für einen guten Rat da“, sagt Rainer Pfeiffer.

Von Mathias Schönknecht

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