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Delitzsch Entscheidungsgremium im Delitzscher Land berät über 28 neue Förderprojekte
Region Delitzsch Entscheidungsgremium im Delitzscher Land berät über 28 neue Förderprojekte
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16:33 08.02.2017
Dennis Glöckner von der Firma Technocolor aus Taucha schneidet in der Rackwitzer Turnhalle Belag für die neuen Prallwände zu. Die Sanierung der Halle wird mit Geldern aus dem Leaderfonds gefördert.
Dennis Glöckner von der Firma Technocolor aus Taucha schneidet in der Rackwitzer Turnhalle Belag für die neuen Prallwände zu. Die Sanierung der Halle wird mit Geldern aus dem Leaderfonds gefördert. Quelle: Wolfgang Sens
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Kreisgebiet

In Rackwitz geht die Sanierung der Schulsporthalle in die heiße Phase. Ende Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Erneuerung des Hallenbodens und die Ergänzung der Prallwände sind ein Projekt, für das die Gemeinde 90 000 Euro Fördermittel aus dem europäischen Leaderprogramm bewilligt bekommen hat. Am gestrigen Mittwoch hat das Entscheidungsgremium für die Förderregion Delitzscher Land über 28 weitere Projekte beraten, für die Leader-Zuschüsse beantragt worden sind. Darunter 13 Wohnprojekte, je sechs Sanierungen im wirtschaftlichen Bereich und Abbruchvorhaben sowie drei Vorhaben im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Für diesen Förderabschnitt steht ein Budget in Höhe von 890 000 Euro zur Verfügung. Vom 10. Oktober bis 21. Dezember 2016 waren Privatpersonen, Vereine, Unternehmen und Kommunen aufgerufen, für diesen Abschnitt Anträge zu stellen. „Dabei ist der Inhalt der Förderanfrage entscheidend und nicht, wer das Projekt verwirklichen will. Der Inhalt muss in unsere Leaderentwicklungsstrategie einzuordnen sein“, erklärt Dörthe Hößler vom Regionalmanagement des Delitzscher Landes.

Vorhaben in alter Bausubstanz

Zu den befürworteten Projekten gehört unter anderem die Errichtung einer Kindertagespflege in einem leer stehenden Hof in Poßdorf mit der Option, später dort noch eine Hebammenpraxis und eventuell auch eine Alten-Wohngemeinschaft hinzuzufügen. Ein positives Votum hat auch ein junger Landwirt erhalten. Er möchte in Wiedemar landwirtschaftliche Produkte direkt vermarkten und dafür ein altes Gebäude ausbauen. Darin will er wohnen und seine Produkte verarbeiten sowie in einem Hofladen verkaufen. Der Kleingartenverein in Roitzschjora kann auf Fördermittel zur Beräumung einer durchs Hochwasser geschädigten Fläche hoffen. In diesem Projekt werden Schuppen und ähnliche Bauten beseitigt. Anschließend soll die Fläche mit Wildobsthecken rekultiviert werden. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit unterstützt das Entscheidungsgremium den Antrag der Stadt Delitzsch, mit Fördergeldern ihre Website zu erneuern. Der Haynaer Strandverein erhält einen Zuschuss für die Erarbeitung einer neue Marketingstrategie, ebenso wie die Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft für ein neues Konzept für das Genossenschaftsmuseum. Gefördert wird auch der Abriss zweier kommunaler Klärgruben in Jesewitz. Zuschüsse gibt es ebenfalls für die Sanierung eines Stallbereiches im Zscheppliner Schloss, wo Gewerbe und Wohnraum geschaffen werden soll.

Es gingen Anträge in Summe von knapp 1,2 Millionen Euro ein. Deshalb können in dieser Runde nur 17 Anträge bewilligt werden, wobei das Gremium entscheidet, welche Vorhaben am besten ins Budget passen. Besonders viel nachgefragt ist der Bereich Wohnraumsanierung, wodurch dieses Budget mit den Anträgen mehr als doppelt überzeichnet worden ist. Weniger gefragt ist der Bereich Wirtschaft, in dem die Anträge nur etwa die Hälfte des Budgets beanspruchen.

Aufruf für neue Förderrunde

In der kommenden Woche will das Regionalmanagement einen weiteren Aufruf mit einem Fördervolumen in Höhe von 1,7 Millionen Euro starten. Darin sind beispielsweise die Bereiche touristische Infrastruktur, Ferienwohnungen, Spielplätze und noch einmal Wohnbauförderung bedacht. Die Antragsfrist soll Anfang April enden. Im Mai werde das Entscheidungsgremium dann erneut tagen, so Dörthe Hößler. 2017 hat die Förderregion Delitzscher Land insgesamt vier Millionen Euro aus dem Leader-Programm zu vergeben.

Von Thomas Steingen