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Delitzsch Ex-Fahrlehrer bringt Delitzscher Kids was fürs Leben bei
Region Delitzsch Ex-Fahrlehrer bringt Delitzscher Kids was fürs Leben bei
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17:00 17.02.2017
In seinem Element: Horst Markgraf gibt zusammen mit Enkeltochter Viviane Unterricht in Verkehrserziehung für Grundschüler. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH/LÖBNITZ

Augen auf, immer aufmerksam bleiben, nicht blind aufs eigene Recht vertrauen nach dem Motto „Ich hab Vorfahrt, also passt alles“. Mitten in den Ferien haben die Mädchen und Jungen der Delitzscher Diesterweg-Grundschule wirklich mal was fürs Leben gelernt. Auf dem Plan stand kürzlich schlicht einen ganzen Ferientag Verkehrserziehung und vor ihnen ein Mann, der das kann und lebt wie kaum ein anderer.

Horst Markgraf (75), Löbnitzer Original und Fahrschullehrer in der Rente, hat sich ein Herz gefasst. Das Herz doch mal eine Lücke zu füllen und wieder den Lehrer zwischen Stoppschild und Ampelmännchen zu geben. Denn seit die Verkehrswacht in der Loberstadt vor nun schon fünf Jahren die Segel strich, kam keine richtige und durchgehende Federführung mehr ins Thema Verkehrserziehung für Kindergarten- und Grundschulknirpse. Bei der Polizei reichten die Kapazitäten auch nicht aus. „Es muss doch aber gelernt werden“, ist Horst Markgraf überzeugt.

Lücke einmalig geschlossen

Die Hortleiterin der Einrichtung in der August-Bebel-Straße, dereinst hatte auch ihr der heute 75-Jährige noch das Autofahren beigebracht, hatte ihn gefragt und er ließ sich also erweichen. Drei Stationen gestaltete der Löbnitzer gemeinsam mit dem Team vom Hort am Rosengarten. „Theorie und Praxis müssen die Kinder schon drauf haben, das kommt oft zu kurz“, betont er. So ging es für die Erst- bis Viertklässler erst zur kurzen Schulung rund um Verkehrszeichen und -regeln, dann zum kleinen Exkurs zum Thema Ampeln und schließlich in die Praxis mit selbst gebastelten Autos und einem Parcours in der Turnhalle. „Wir wollen Euch sicherer im Straßenverkehr werden lassen, damit Euch nichts passiert“, gab der Ex-Fahrlehrer seinen Schülern mit. Spielerisch ging es zu, am Ende gab es eine Kinder-Fahrerlaubnis für die Teilnehmer.

Eine Wiederholung der Aktion allerdings ist vorerst noch nicht geplant, jedenfalls nicht mit dem Fahrschulrentner. Eigentlich, sagt Horst Markgraf, ist er doch zu alt dafür. Lieber will er mit seinem privaten Engagement beispielgebend sein, dass sich jemand anderes und jüngeres das Herz fasst, um in Delitzsch wieder eine geordnete Verkehrserziehung zu bieten. „Das Material ist alles da, das kann verwendet werden“, macht er Mut, „es muss sich nur einer für die gute Sache finden.“

Von Christine Jacob