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Delitzsch Experten: Schmetterlinge in Delitzsch brauchen Raum
Region Delitzsch Experten: Schmetterlinge in Delitzsch brauchen Raum
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14:30 04.07.2019
Auf einigen Wiesen im Delitzscher Norden blühte es in diesem Jahr schon. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Mehr Wiesenblumen statt akkuratem Kurzrasenschnitt. In Delitzsch kommt das jetzt etwas öfter vor. Wem nützt es? Den Insekten. Aber damit letztlich auch den Menschen. In der Zooschule des Delitzscher Tiergartens waren die Schmetterlinge deshalb Vortrags-Thema. In der Hoffnung, Verständnis für deren Bedürfnisse zu wecken, wurde mit ihnen näher bekannt gemacht. Thema: „Schmetterlinge – Stiefkinder des Fortschritts?”

Alarmierend wenige

Die beiden Schmetterlingskundigen, Lothar Lindner und Dagmar Noack, entdeckten Delitzscher Naturfreunden Besonderheiten der alarmierend rarer werdenden flinken flatternden Geschöpfe auf Feldern, Wiesen, Gärten. Vom Ameisenbläuling wusste Lothar Lindner zu erzählen. In seiner Entwicklungsstufe als Raupe gibt er honigsüßen Saft ab, den Ameisen sehr mögen, weshalb sie die Raupe in ihren Bau tragen. Dort laben sie sich an den süßen Ausscheidungen, während sich die Raupe an der Ameisenbrut schadlos hält. Ist der Falter geschlüpft, muss er den Ameisenbau schnellstens verlassen, denn er hat keine Schutzschicht gegen seine nunmehr gefräßigen Verfolger mehr.

Ursachen sind von Menschen gemacht

Die Delitzscher Naturfreunde erfuhren: In Sachsen zählt man 125 heimische Schmetterlingsarten, zudem auch Einwanderer aus südlichen Gegenden. Alarmierend: Das Landesumweltamt registriert einen extremen Rückgang der Tagfalterarten. Nach dessen Angaben sind per Mai in Sachsen 114 Tagfalterarten bedroht, 14 Prozent bereits ausgestorben oder verschollen, 20 Arten vom Aussterben bedroht und 50 Arten gefährdet. Die Ursachen sind menschengemacht: Zu intensive Rasen- und Wiesenpflege, Einsatz von Bioziden und andere die Natur beeinträchtigende Eingriffe. Wer Rasen zu tief mäht, vernichtet die meisten Entwicklungsstadien der Schmetterlinge auf dieser Fläche.

Nicht nur grün, sondern bunt

„Ein jeder kann etwas gegen dieses Artensterben leisten“, appelliert Sophie von Eichborn vom Landschaftspflegeverband (LVP) Nordwestsachsen. Seltener Wiesen mähen, nur ein- bis zweimal im Jahr, und nicht die ganze Fläche auf einmal abmähen, sondern Streifen stehen lassen, in die die Insekten flüchten und dort überleben können. Wiesen sollten nicht nur grünen, sondern auch blühen. Quasi einen Hilferuf sendet der Landschaftspflegeverband mit dem Förderprojekt „Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge”.

Wenige hell markierte Ecken auf einer Delitzscher Stadtkarte signalisieren: Dort gibt es schon Rettungsversuche. Jüngst kam eine Blühwiese im Grünbereich des VitaMed-Geländes in der Securiusstraße dazu. Die Stadt hatte bereits angekündigt, dass einige Flächen künftig schmetterlingsfreundlicher gepflegt und nicht mehr so „ordentlich“ aussehen werden.

Von Edith-Dorothea Klisa

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