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Delitzsch Explosion in Autowerkstatt bei Krostitz – der Tag danach
Region Delitzsch Explosion in Autowerkstatt bei Krostitz – der Tag danach
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11:12 04.04.2019
Blick in die zerstörte Werkstatt der VRS Fahrzeugtechnik in Krensitz.
Blick in die zerstörte Werkstatt der VRS Fahrzeugtechnik in Krensitz. Quelle: Wolfgang Sens
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Krensitz

Nach der schweren Gasexplosion im Krostitzer Ortsteil Krensitz am Mittwoch sind seit Donnerstag Experten vor Ort. „Die VRS Fahrzeugtechnik gibt es nicht mehr so, wie sie noch heute früh dastand“, sagte Inhaber Markus Voigt in einer ersten Reaktion. Der 45-Jährige Chef der Firma hat eine komplett schlaflose Nacht hinter sich. „Das ging hier bis irgendwann heute früh, ich habe keine Minute geschlafen“, so Voigt. Sofort nach dieser Aussage stellte er fest, dass es Glück im Unglück gibt: „Ich hatte gestern tatsächlich einen sehr glücklichen Moment erleben dürfen, als ich meinen Gesellen gesehen habe, sind wir uns spontan in die Arme gefallen. Ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Ich habe gedacht, er hat es nicht geschafft, darum war ich sehr glücklich.“ Beide seien dann über den Hof gegangen und haben sich auf einen Hänger gelegt.

Nach der Explosion in der VRS Fahrzeugtechnik in Krensitz sind die Gebäude gesichert, kommen Ermittler und Gutachter zum Einsatz.

Die Rettungsmaschinerie setzte sich in Bewegung.

Markus Voigt: „Ich will danke sagen“

Markus Voigt erzählt unter Tränen, dass er „sehr dankbar“ ist, dass er unbedingt Danke sagen will: „Da war ein Mitarbeiter der Firma GPS, die hier gerade in Krensitz am Bahnübergang baut. Der ist geistesgegenwärtig und ohne zu zögern in den Keller gerannt und hat meinem Mitarbeiter geholfen, aus dem zugeschütteten Keller zu kommen.“ Der 23-jährige Geselle liegt auf der Intensivstation der Uniklinik in Leipzig. „Ich habe Mittwochabend mit ihm gesprochen. Er ist versorgt und es geht ihm den Umständen entsprechend gut, er ist im grünen Bereich“, so der Chef. Er müsse in einem Bereich im Keller gewesen sein, der nicht verschüttet war. Bei der Last der Decken hätte er sonst keine Chance gehabt, ist sich Voigt sicher. „Ich danke aber auch allen anderen Rettungskräften, Feuerwehren und dem THW, Freunden und Kunden, die sofort ihre Hilfe angeboten haben.“

Einsatz geht bis 4.30 Uhr

Dem Einsatzbericht der Feuerwehr ist zu entnehmen, dass nach der Explosion in Krensitz in der Nacht erneut eine Alarmierung erfolgte. Die Rettungskräfte vor Ort wurden gegen 22.30 Uhr durch neue ersetzt. Deren Einsatz dauerte am Donnerstag bis 4.30 Uhr an. Vor Ort waren neben den Feuerwehren aus der Umgebung auch die Berufsfeuerwehr Leipzig, die Eilenburger Kameraden mit ihrer Drehleiter, das THW aus Eilenburg, Grimma und Leipzig sowie der Rettungsdienst.

Totalschaden – wie weiter?

Die Sperrung der B 2 konnte in der Nacht aufgehoben werden. Umliegende Häuser mussten nicht evakuiert werden. Der Donnerstagmorgen präsentierte sich grau in grau. Markus Voigt war nun allein auf dem Firmengrundstück, den Totalschaden vor Augen. Wie weiter, ging es ihm durch den Kopf. „Das hängt nun alles davon ab, wie der Schaden reguliert wird. Ich bin ein grundsätzlich positiv eingestellter Mensch und sehe es optimistisch. Ich hoffe, dass ich meine Firma wieder aufbauen kann und dann geht es weiter.“

Spezialisten vor Ort

Am Donnerstag haben sich Brandursachenermittler und auch externe Sachverständige von der Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungsverein) angekündigt, um der Ursache des Unglücks auf den Grund zu gehen.

Von Frank Pfütze