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Delitzsch Feuerwehrverband Delitzsch: Müssen Wehrleiter mehr in die Arbeit einbeziehen
Region Delitzsch Feuerwehrverband Delitzsch: Müssen Wehrleiter mehr in die Arbeit einbeziehen
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00:21 17.11.2017
Peter Schwenckner, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Delitzsch. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Der Kreisfeuerwehrverband Delitzsch (KFV) macht sich Gedanken um die Zukunft der Feuerwehren und geht dabei neue Wege. Auf einem Forum ging es dabei um den Fortbestand und die Entwicklung der Feuerwehren. Über die Ergebnisse sprachen wir mit dem Verbandsvorsitzenden Peter Schwenckner.

Wie waren Sie mit der Resonanz der Veranstaltung zufrieden?

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Ich bin sehr positiv überrascht worden. Die Erwartungen zu den Teilnehmerzahlen wurden übertroffen. Es waren etwa 50 Frauen und Männer im Alter von 20 bis 83 Jahren nicht nur dabei, sondern aktiv miteinander im Gespräch. Vor allem der hohe Anteil junger Leute hat mich gefreut, aber auch, dass einige Wehrleiter dabei waren. Was mich nachdenklich macht, ist, warum die großen Wehren aus Schkeuditz, Bad Düben und Eilenburg nicht vertreten waren. Dass sich Kreisbrandmeister Ingo Weber in die Debatten einmischte, fand ich großartig.

Sie sagten, diese Veranstaltung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Warum?

Wir hätten es vielleicht auch schon früher tun sollen. Wir haben einen Stand der Arbeit im Verband erreicht, der unbedingt kritisch hinterfragt werden musste. Das wollten wir nicht allein tun, hofften auf Hinweise aus den Feuerwehren, die wir vertreten. Wir mussten zum Beispiel feststellen, dass vor allem die jungen Leute mit dem Kreisfeuerwehrverband nicht sehr viel anfangen konnten. Sie wussten, dass es ihn gibt, aber nicht was er leistet beziehungsweise leisten kann. In der Öffentlichkeitsarbeit müssen wir deshalb zulegen, um auch junge Leute zu erreichen.

Sie haben sich externe Unterstützung geholt. Was versprechen Sie sich davon?

Mit Diplomsozialpädagoge Norbert Poppe aus Berlin und Mike Brendel aus Dresden haben wir Partner gefunden, mit denen wir diese Veranstaltung langfristig vorbereitet haben. Organisatorisch lief alles rund, auch wenn das Zeitfenster des Forums relativ groß war. Erst gegen 17 Uhr gingen wir auseinander. In fünf thematisch unterschiedlichen Arbeitskreisen haben wir separat beraten, jeder Teilnehmer konnte zwischen ihnen auch wechseln, um sich einzubringen. Vor allem die lockere Atmosphäre hat dazu beigetragen, konstruktiv und zielorientiert voranzukommen.

Was nehmen Sie aus dem Forum mit?

Die Auswertung der Ergebnisse steht noch am Anfang, aber was ich schon sagen kann ist, dass sich die ersten Gruppen bereits in den nächsten Wochen treffen, um beispielsweise konkret darüber zu reden, wie die Aus- und Weiterbildung durch den Verband unterstützt, bereichert werden kann, wie Wettkämpfe noch attraktiver, für die Zuschauer interessanter gestaltet werden können, auch die Arbeit der Geschäftsstelle serviceorientierter vonstatten gehen kann. Wir wollen die Schwerpunkte gemeinsam angehen. Die Bereitschaft, mitzumachen, war erfreulich hoch. Es hat sich auch gezeigt, dass die Wehrleiter noch mehr in die Arbeit des Vorstandes und in die einzelnen Fachgebiete einbezogen werden sollten.

Wird es weitere ähnliche Veranstaltungen geben?

Wir werden uns, wahrscheinlich nach einem dreiviertel Jahr, wieder in diesem Rahmen treffen, um zu bewerten, was an Ideen umgesetzt werden konnte, was sich bewährt hat und was nicht praktikabel ist. Möglicherweise werden wir dann auch den Rahmen erweitern, Vertreter von Politik und Verwaltung hinzuziehen.

War das Forum eine Investition in die Zukunft?

Meiner Meinung nach ein deutliches Ja. Sowohl, was die finanziellen Ausgaben betraf, als auch inhaltlich. Wir hoffen auf Fördermittel und natürlich auf weiteres engagiertes Miteinander unserer Kameradinnen und Kameraden.

Von Ditmar Wohlgemuth