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Delitzsch Fischer-Art in Delitzsch? Denkmalschutz signalisiert Gesprächsbedarf
Region Delitzsch Fischer-Art in Delitzsch? Denkmalschutz signalisiert Gesprächsbedarf
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16:20 30.07.2019
Das Haus am Delitzscher Markt Ecke Leipziger Straße könnte von dem Künstler Michael Fischer-Art gestaltet werden. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

Die mögliche Gestaltung einer Hausfassade á la Fischer-Art am Markt beschäftigt aktuell viele Delitzscher. Nicht nur, dass die LVZ-Umfrage zwischenzeitlich noch einmal in Richtung „Pro“ gekippt war, mittlerweile jedoch wieder die Gegenstimmen überwiegen, spricht sich eine Delitzscher Familie explizit für die Gestaltung aus und wirbt dafür mit Flyern in der Stadt. Die Entscheidungsfrist für die Mitglieder des Technischen Ausschusses endet derweil heute. Nun meldet auch die Denkmalschutzbehörde Gesprächsbedarf an.

Stimmungsbild der Umfrage mehrmals gedreht

2081 Leser hatten ihre Stimme bis Dienstag, 16 Uhr, abgegeben, seitdem die nicht repräsentative Umfrage am 25. Juli auf der Plattform lvz.de online gegangen war. Während sich am Dienstagmorgen noch 62 Prozent der Nutzer auf die Frage „Passt eine von Michael Fischer-Art gestaltete Hausfassade an den Delitzscher Marktplatz?“ für die Antwortmöglichkeit „Ja, sie ist eine Bereicherung für das Zentrum“ aussprachen, votierten am späten Nachmittag wieder 57 Prozent (1196 Stimmen) mit „Nein, sie widerspricht dem Altstadtcharakter“. Sieben Leser stimmten für „Das ist mir egal“. Bereits zum Ende der vergangenen Woche hatte der Trend des Stimmungsbarometers schon einmal in Richtung „Contra“ gezeigt. Am Freitag, Stand 19 Uhr, hatten 53 Prozent (274 Stimmen) für nein gestimmt.

Ob Stuttgart oder Chemnitz, ob Washington oder Berlin: Michael Fischer-Arts Arbeiten sind weltweit zu sehen. Eine Auswahl und Reaktionen auf die Pläne, auch in Delitzsch aktiv zu werden.

Außerhalb des Internets macht sich unterdessen die Delitzscher Familie Seifert für die vorgeschlagene Variante der Fassadengestaltung stark. Auf einem Flyer schreiben sie: „Die Unterzeichner finden es schön, wenn Herr Fischer das Haus verschönern will“. Sechs Familienmitglieder, die allesamt in der Eilenburger Straße wohnen, gaben dafür ihre Unterschrift.

Denkmalschutzbehörde will mit Eigentümer und Künstler sprechen

Nadine Fuchs, Sprecherin der Delitzscher Stadtverwaltung, teilt auf LVZ-Anfrage mit, dass die Mitglieder des Technischen Ausschusses ihre Stellungnahme zum Gestaltungsvorschlag bis zum 31. Juli, also dem heutigen Mittwoch, abgeben können. Unabhängig davon bedarf es noch der Meinung der Denkmalschutzbehörde, teilt Fuchs weiter mit. Diese habe bereits Erörterungsbedarf signalisiert. Dieser soll in einem Gespräch Mitte August zwischen dem Oberbürgermeister, Bürgermeister, Hauseigentümer, der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Künstler erfolgen.

Nach dem Bekanntwerden der Pläne des Eigentümers, hat sich die Delitzscher Familie Seifert für die Gestaltung des Hauses am Markt ausgesprochen. Quelle: privat

Bis dahin wird die Diskussion im sozialen Netzwerk Facebook wohl andauern. Die Nutzer diskutieren auch hier für beide Seiten, haben den Beitrag zudem auf den unterschiedlichsten Profilen geteilt.

Pro: Für die Gestaltung durch Michael Fischer-Art spricht sich beispielsweise Maik Specht aus. Er sagt: „Es wäre zumindest ein Blickfang.“ Ein anderer Nutzer meint: „So ein bisschen Farbe und Frohsinn in der Innenstadt wären doch super“. Und Carola Till findet es einfach „cool“.

Contra: Auch Leserpost erreichte die LVZ. Per Mail schrieb K. Hermann: „Die Kindermalerei ist Geschmacksache. Passt aber nicht in den historischen Stadtkern. Jeder Hauseigentümer, der in der Innenstadt sein Haus schön machen wollte, musste Auflagen erfüllen. Alles sollte historisch passen, sogar die Dachziegel. Fischer-Art gefällt nicht jeden. Würde eher in den Norden oder Osten passen. Wie ans Bürgerhaus.“ Ein anderer Facebook-User skandiert: „Das liegt sicher immer im Auge des Betrachters, aber meins ist das nicht, schon gar nicht in der Altstadt. Wir haben geniale Sprayer hier in Delitzsch, deren Werke schon vielerorts zu bewundern sind. Die Geschichte der Stadt Delitzsch durch diese Künstler dargestellt, das könnte ich mir gut vorstellen, mit ’Fischer-Art’ jedoch nicht. Das ist meine bescheidene Meinung und dementsprechend habe ich auch abgestimmt.“ Und Philipp Rößler schreibt: „Die Geister scheiden sich nicht nur in Delitzsch. Gibt es nicht noch andere Künstler, die Fischer-’Arts’ Omnipräsenz etwas entgegensetzen dürfen/können/wollen?“

Von Mathias Schönknecht

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