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Delitzsch Frühjahrsputz in Delitzsch soll anstecken
Region Delitzsch Frühjahrsputz in Delitzsch soll anstecken
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14:02 19.04.2018
Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft packen gemeinsam an, um die Innenstadt ein bisschen sauberer zu machen.
Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft packen gemeinsam an, um die Innenstadt ein bisschen sauberer zu machen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Die Sache sollte eigentlich schon am 19. März erledigt sein. Doch der großen Frühjahrsputzaktion von Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft kam der Winter und das Chaos dazwischen. Da hätte man höchstens Schnee schieben können. Der Effekt vielleicht wäre größer gewesen als die Aktion, die nun am Mittwoch über die Bühne ging.

Mehr Symbol- als Reinigungseffekt

Es war ein symbolischer Akt, den die Stadtverwaltung und die Werbegemeinschaft auf die Beine stellten. Sie demonstrierten, dass man für eine saubere Stadt selbst Hand anlegen kann und nicht alles Sache einer Stadtreinigung bleiben muss. Sie wollten mit gutem Beispiel vorangehen und Bürger anstacheln, selbst Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit zu übernehmen. Ausgerüstet mit Müllsäcken, Handschuhen und Papiergreifern schwärmte das saubere Dutzend am Rathaus aus, nahm wie in den Vorjahren in einer knappen Stunde die Innenstadt bis zum Unteren Bahnhof unter die Zange.

Christian Lange sammelt Glasscherben in der Breiten Straße auf. Quelle: Wolfgang Sens

Ob nun Breite oder Eilenburger Straße – die Innenstadt ist in Sachen Müll sicher nicht das größte Delitzscher Sorgenkind ... Zigarettenstummel und Kronkorken von Bierflaschen wurden zwar in Mengen gesammelt, eine ganz große Dreckecke aber kann der Einkaufsmeile nicht nachgewiesen werden. „Jeder Händler schaut schon vor seiner Tür, dass es sauber und ordentlich ist“, erklärt Stefan Adam von der Werbegemeinschaft.

Papierkörbe fehlen

Im Rosengarten fehlen weit und breit Papierkörbe. Quelle: Wolfgang Sens

Anders sieht es dagegen schon im Rosengarten aus, den die Gruppe um Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) ins Visier nahm. Dort sammelt sich vor allem hinter den Bänken Unrat, teils auch Flaschen und Tüten. Ein Aspekt dabei: weit und breit gibt es dort keinen Mülleimer. Mülleimer, berichtet Thorsten Schöne, würden leider immer wieder für illegale Entsorgung missbraucht. Die Leute sparen sich die Entsorgungskosten und bringen ihren Müll einfach zum nächsten öffentlichen Papierkorb. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung nun auch schon Papierkörbe mit einem besonders schmalen Einwurf geordert, die das verhindern sollen.

Anderer Termin hilfreich?

Am Frühjahrsputz sollten sich auch die Bürger beteiligen. Die Stadtverwaltung hatte extra dazu aufgerufen. Doch bis auf eine neue Einwohnerin, die seit dem Herbst in der Altstadt wohnt und nicht namentlich genannt werden will, kamen fast „nur“ Angehörige der Verwaltung und Werbegemeinschaft oder aus deren Umfeld – „Otto Normal“ fehlte. Dahinter steckt sehr wahrscheinlich auch der Faktor Zeit: Welcher Bürger kann mittwochs am Vormittag mal eben für einen Frühjahrsputz von der Arbeit verschwinden? Diese Überlegung kommt zumindest im Rathaus allmählich an, dort will man künftig mit der Werbegemeinschaft absprechen, ob nicht ein Wochenendtermin besser wäre. In Grimma hat beispielsweise der Subbotnik schon Tradition und hat auch dieses Jahr etliche Helfer mehr auf den Plan gerufen.

Von Christine Jacob