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Delitzsch Glasfaserausbau in Rackwitz – die wichtigsten Fakten
Region Delitzsch Glasfaserausbau in Rackwitz – die wichtigsten Fakten
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09:11 31.08.2019
Das Unternehmen Deutsche Glasfaser will mehrere Ortsteile der Gemeinde Rackwitz an schnelles Internet anschließen – allerdings nur, wenn es genügend Interessenten gibt. Dafür hat das Unternehmen mit der Gemeinde einen Kooperationsvertrag geschlossen, von links: Michael Kölling, Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) und Mirko Ertel. Quelle: Mathias Schönknecht
Rackwitz

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser will mehrere Ortsteile von Rackwitz an schnelles Internet anschließen – allerdings nur, wenn es genügend Interessenten gibt. Dafür hatte der nordrhein-westfälische Telekommunikationsanbieter bereits mit der Gemeinde einen Kooperationsvertrag geschlossen. Hier gibt es Antworten auf wichtige Fragen rund um den Ausbau.

Ist es notwendig, dass Straßen und Gehwege in Rackwitz aufgerissen werden, um Leitungen zu verlegen?

„Ja“, sagt Mirko Ertel, Projektmanager der Deutschen Glasfaser in der Region Mitteldeutschland. Für das Glasfasernetz sei eine komplett neue Infrastruktur notwendig, „denn wir greifen nicht auf die veraltete Technik anderer Anbieter zurück.“ Das Netz werde direkt vom Internetknoten in Frankfurt am Main ausgebaut. „Er ist gemessen am Datendurchsatz der größte der Welt“, sagt Ertel. Im Gemeindegebiet wird in Gehwegbereichen in etwa 40 Zentimeter Tiefe verlegt, bei Straßenquerungen in 60 Zentimetern. Nur außerorts könnte es notwendig werden, noch tiefer zu gehen. Zwischen zehn und 20 Arbeiter werden im Einsatz sein und 800 bis 1000 Meter pro Tag vorankommen. „Bauabschnitte, die am Morgen geöffnet werden, sind zum Abend wieder verkehrssicher geschlossen“, erklärt Ertel.

Weswegen wird der Breitbandausbau in Rackwitz durch die Deutsche Glasfaser realisiert, wenn zeitgleich in ganz Nordsachsen die Deutsche Telekom den Ausbau vornimmt?

Die Deutsche Telekom hat für Nordsachsen den Zuschlag vom Landkreis für den Förderauftrag bekommen, sagt Michael Kölling, Deutsche-Glasfaser-Regionalleiter für Mitteldeutschland, und baut in allen Standorten aus, die bisher eine Internetgeschwindigkeit unter 30 Mbit/s haben. Das trifft in Rackwitz nicht zu. Hier liegen die Geschwindigkeiten knapp darüber. Kölling: „Unser Ansatz ist es, dem ständig steigenden Bedarf nachzukommen.“ Aktuelle Analysen des Unternehmens zeigen, dass die Nachfrage in Haushalten jetzt schon weit über 30 Mbit/s im Download liege.

Wer soll in Rackwitz angeschlossen werden?

Einfamilienhäuser, aber auch Klein- und Großunternehmer sowie Einrichtungen wie das Rathaus, Schulen, Kitas, Bibliotheken, Feuerwehren. Mit Eigentümern von Mehrfamilienhäusern werde separat gesprochen, erklärt Ertel. Der Ausbau soll im südlichen Teil von Rackwitz, Lemsel, Podelwitz, Neuschladitz, Brodenaundorf sowie Zschortau erfolgen.

Im Rackwitzer Gemeindegebiet gibt es aktuell nur fünf Haushalte, die einen Internetanschluss mit einer Geschwindigkeit unter 30 Mbit/s haben. Wofür werden höhere Geschwindigkeiten benötigt?

Kölling: „Oft sind es Gewerbetreibende, die mit 50 bis 100 Mbit/s nicht zufrieden sind. Zudem gebe es viele Hauseigentümer, die in Leipzig Arbeit finden, aber in Rackwitz wohnen und ihrem Job auch aus dem Home-Office nachgehen.“ Auch Smartphones oder IP-basiertes Fernsehen werde bald selbst nicht mehr mit 100 Mbit/s möglich sein. Zudem gewinne die Telemedizin, also Sprechstunden über Online-Portale, zunehmend an Bedeutung. Es gebe in der Gemeinde bereits jetzt vermehrt Nachfragen, dass die vorhandenen Bandbreiten nicht mehr ausreichen, sagt der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos).

Wo können Interessierte prüfen, ob sie im Gebiet liegen?

„Auf der Internetseite des Unternehmens www.deutsche-glasfaser.de sind ab diesem Sonnabend unter dem Reiter „Netzausbau“ und „Sachsen“ Informationen rund um Rackwitz online: Veranstaltungen, Öffnungszeiten des Servicepunktes der Deutschen Glasfaser sowie der sogenannte Verfügbarkeitscheck. Dort können Bürger ihre Adresse prüfen, ob diese im Ausbaugebiet liegt“, erklärt Michael Kölling.

Wie werden die Glasfaserkabel verlegt?

Für den Ausbau nutzt das Unternehmen verschiedene Verfahren. Für offene Tiefbauarbeiten werden unter anderem Mini- und Mikro-Bagger aber auch die Trenching-Technik eingesetzt, sagt Ertel. Dabei wird ein zehn Zentimeter breiter und 40 Zentimeter tiefer Graben in die Erde gefräst. Später werden dann die Glasfaserkabel mittels Pressluft in die verlegten Rohre eingelassen. In geschlossenen Verfahren werden die Erdrakete oder Spülbohrungen genutzt. Vor Grundstücken und direkt am Haus werde daher jeweils ein Loch, das etwa so groß wie ein Bierkasten ist, ausgehoben. Die Verfahrensweise werde mit jedem Eigentümer individuell ausgemacht. „Die Vorgärten bleiben also weitestgehend unberührt vom Ausbau“, sagt Ertel.

Müssen Rackwitzer, wenn sie den Breitbandausbau über die Deutsche Glasfaser realisieren lassen, zwingend einen Tarif bei dem Unternehmen wählen?

„Der erste Antrag, der sich bei Ausbau in einen Vertrag umwandelt, wird mit der Deutschen Glasfaser sein“, erklärt Michael Kölling. Das Unternehmen baue aber offene Netze. „Wenn ein Anbieter dazukommt, kann sich der Vertragsinhaber nach 24 Monaten Laufzeit für diesen entscheiden.“

Wie hoch ist der monatliche Mindestpreis?

Es stehen derzeit vier Tarife für Internet, Telefon und TV zur Auswahl, erklärt Kölling. Der günstigste Tarif beginnt bei rund 25 Euro im Monat, ab dem 13. Monat kostet dieser rund 45 Euro.

Gibt es eine Voraussetzung, unter der die Deutsche Glasfaser GmbH das Rackwitzer Netz ausbaut?

Mindestens 40 Prozent der Haushalte müssen sich für den Ausbau entscheiden und einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser schließen. Das sind über 600 Haushalte. Für sie wird der Anschluss kostenfrei errichtet. Wer sich erst nach dem Stichtag, dem 2. Dezember, für einen Glasfaseranschluss entscheidet, müsse laut Kölling mit Kosten ab mindestens 750 Euro rechnen.

Bis wann müssen sich Interessierte entscheiden?

Das Unternehmen startet am 7. September mit einer Haushaltsbefragung, es werden Info-Veranstaltungen in den Ortsteilen Lemsel, Rackwitz und Zschortau stattfinden, es gibt Postwurfsendungen, einen Servicepunkt in der Gemeindeverwaltung und verschiedene Aktivitäten im Ort. Am 2. Dezember sei der Stichtag, an dem sich entscheide, ob Rackwitz das Glasfasernetz bekommt. „Im Anschluss beginnt die Bauplanungsphase“, erklärt Mirko Ertel.

Wann werden die ersten Kunden über Glasfaser online gehen können?

Vermutlich Ende 2020, sagt Ertel. „wenn es schneller geht, dann früher.“

Von Mathias Schönknecht

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