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Delitzsch Hunderte Kinder gehen rund um Reibitz auf Exkursion
Region Delitzsch Hunderte Kinder gehen rund um Reibitz auf Exkursion
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14:17 28.08.2019
Mit Zscheppliner Kindern startet das Projekt „Natur zum Anfassen“ in Reibitz. Quelle: Wolfgang Sens
Reibitz

3660 Kinder und ein Motto: „Naturphänomene – warum hängen Fledermäuse verkehrt herum?“ Nun wollen die Fledermäuse, die sicher irgendwo auf dem Gelände des Reibitzer Schullandheims nisten, bestimmt nicht gestört sein. Aber die Frage, warum sie verkehrt herum hängen, steht für die vielen Geheimnisse der Natur. Und diesen sind bis Mitte September insgesamt 435 Kinder in Reibitz auf der Spur.

22 700 Teilnehmer in zehn Jahren

Die Energieversorger Mitgas und EnviaM haben schon im zehnten Jahr die kostenfreien Exkursionen ermöglicht. Den Anfang machten die 31 Kinder aus der Grundschule Zschepplin. Insgesamt werden sogar 3660 Schulkinder der zweiten bis sechsten Klassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit dem Umweltbildungsprojekt „Natur zum Anfassen“ in den kommenden Tagen auf Exkursion zu 13 Naturhöfen geschickt. Das Projekt läuft zum zehnten Mal. „Insgesamt haben in den vergangenen zehn Jahren 22 700 Kinder an dem Angebot teilgenommen“, berichtet Mitgas-Pressesprecherin Cornelia Sommerfeld.

Jasmin(8), Anna (8), Tamara (8 hinten), Luka (10) und Levi (9) sammeln am Weißdorn Früchte, die eine zarte orangene Farbe haben. Quelle: Wolfgang Sens

Schullandheim als Magnet

„Uns freut es immer, wenn das Schullandheim publik gemacht und an höherer Stelle beachtet wird“, so Detlef Hoffmann, der amtierende Löbnitzer Bürgermeister, der den Auftakt in Rebitz besuchte. Schließlich gibt es dort nicht allein im Sommer viel zu entdecken, sondern auch in der kalten Jahreszeit. Und auch Mitgas denkt sich jedes Jahr ein anderes Thema aus: Mal waren es die heimischen Vögel, im vorigen Jahr ging es um die Bienen. Durch praktische Erfahrung soll Grundverständnis für Natur und Umweltschutz gefördert werden, das gemeinsame Erlebnis draußen steht im Vordergrund.

Pflanzen und Farben

Eben waren die Blüten des Johanniskrauts noch gelb, nun färben sie die Finger, die sie verreiben, rot. Gemeinsam mit Solveig Feller und Debora Glewe vom Schullandheim erlebten die Kinder aus Zschepplin, welche Farben Pflanzen in sich tragen. Bei der Exkursion rund um den Reibitzer Teich wurden Blüten gesammelt. „Das war schön, als sie uns erklärt hat, welche Pflanzen das sind“, erzählte die achtjährige Pia hinterher. „Und was man früher daraus gemacht hat“, ergänzte ihre Altersgenossin Zehra. Sie und die anderen Schüler malten schließlich bunte Bilder aus den selbst gemachten Pflanzenfarben.

So wirken die selbst gemachten Pflanzenfarben. Quelle: Wolfgang Sens

Das Geheimnis der Fledermaus

Und was ist nun mit der Fledermaus, die verkehrt herum hängt? Sie ist an der Decke vor Feinden geschützt, die das nicht können. Außerdem muss sie sich nur fallen lassen und schon ist sie im Flug. Die Kinder erfahren auch, warum sich die Blätter im Herbst färben, warum Enten keine Strümpfe brauchen und wie ein Regenbogen entsteht.

Passt ins Profil

„Ein tolles Projekt. Das passt genau in unser Profil“, schätzte auch Norbert Morch, der Leiter der Volkshochschule Nordsachsen, ein, zu der das Schullandheim gehört. „Hier werden auch für uns neue Gedanken aktiviert.“ Die macht er sich zum Beispiel auch um das Verhältnis Medienbildung versus Naturerlebnis. Und die Frage, wo Wissen tatsächlich herkommt. Bei Klassenfahrten sieht er die jungen Besucher nach dem Aussteigen aus dem Bus oft erstmal beim Chatten mit dem Smartphone. Dazu hatten die Teilnehmer der Natur-auf-der-Spur-Exkursion jedenfalls keine Zeit.

Luca (9 oben), Max (10), Zehra (8), Pia (8 rechts) haben sich die Farben selbst angerührt. Lila aus Johannisbeeren, Gelb aus Goldrute und Grün aus Spinat. Quelle: Wolfgang Sens

Von Heike Liesaus

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