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Delitzsch In Delitzsch gibt es selbst gekochtes Mittagessen nicht nur im Restaurant
Region Delitzsch In Delitzsch gibt es selbst gekochtes Mittagessen nicht nur im Restaurant
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06:00 04.01.2016
Schnitzel ist bei Katrin und Frank Adam ständig im Angebot. Tellergerichte und Eintöpfe wechseln täglich.
Delitzsch

Wer als Berufstätiger nicht auf eine betriebliche Mittagsversorgung zurückgreifen kann oder in seine mitgebrachten Butterbrote beißen will, der muss in Delitzsch auf die Suche gehen. Imbiss- oder Fast-Food-Angebote gibt es zur Genüge. Ein vollwertiges Mittagsgericht nach Hausfrauenart ist aber schon seltener zu finden, es sei denn, man hat Zeit, in ein Gasthaus einzukehren.

Seit Herbst haben nach längerer Schließzeit in der Loberstadt wieder zwei Einrichtungen geöffnet, die sich auf eine Versorgung für Berufstätige spezialisiert haben. Beschäftigte, deren Mittagspause begrenzt ist, die aber nicht nur auf Döner oder Bockwurst schwören, sondern eine richtige Mahlzeit zu vernünftigen Preisen schätzen. Zum Beispiel die Fleischerei Adam in der Bismarckstraße oder auch die Kantine Ziehwerk im Osten der Loberstadt.

Rund ein Jahr lang war die Fleischerei krankheitsbedingt geschlossen. Wegen seines Rückens musste sich Fleischer Frank Adam eine Auszeit nehmen. Seit Oktober haben der Diplomingenieur für Fleischwirtschaft und seine Frau Katrin ihr Geschäft mit einer Frühstücks- und Mittagsversorgung wieder geöffnet. Dafür wurde der Laden umgebaut, gibt es nun für Kunden Tische und Stühle, um im Trocknen und Warmen essen zu können. „Wir bieten zu 100 Prozent Hausmannskost, kochen alle Gerichte selbst“, sagt Frank Adam. Mittags sind das drei feste Gerichte, die täglich wechseln, – zwei Tellergerichte und eine Suppe. Außerdem immer im Angebot sind Schnitzel und Boulette mit verschiedenen Beilagen. „Alles ist auch außer Haus zu haben, auslaufsicher eingeschweißt in Behältnissen aus Styropor“, ergänzt Ehefrau Katrin. Bodenständiges Essen, nichts Abgehobenes komme gut an. „Wir gehen auch auf Wünsche der Kunden ein“, so Adam weiter. Durchschnittlich 120 Gäste am Tag versorgt er auf diese Weise, die zum Essen auch die LVZ lesen können. Bauarbeiter, Mitarbeiter der Bahn, aber auch Geschäftsleute gehören zu den Stammgästen. Das Angebot sei nach der Wiedereröffnung sofort angenommen worden, berichtet der Fleischer.

Dass ein solcher Bedarf in der Loberstadt vorhanden ist, bestätigt auch Thomas Kloß, Inhaber der Kantine im Gewerbegebiet Ziehwerk. 2006 ersteigerte er das Grundstück mit der alten Verkaufsstelle und bietet seither dort mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Monika Becker Frühstück und Mittagessen an. Vier Monate im Jahr 2014 und fast sieben Monate 2015 musste der 61-Jährige seine Kantine krankheitsbedingt schließen. Nach erfolgter Knie-OP gibt es seit Ende Oktober bei ihm wieder etwas zu futtern. „Während meiner Krankheit wurde ich laufend angesprochen, wann ich wieder öffne“, schildert er. Als gelernter Koch bereitet auch er alle Speisen selbst zu. Mittags gibt es zwei bis drei vollwertige Gerichte, wobei montags Nudeln, dienstags Braten, donnerstags Schnitzel und freitags Eintopf sich als feste Bestandteile der Speisekarte eingebürgert haben. 4,50 bis 5,50 Euro kosten die Gerichte im Schnitt. Handwerker aller Branchen, Fahrer der Kreiswerke, aber auch Polizisten steuern die Kantine, auf deren Parkplatz auch große Lkw genügend Stellfläche finden, regelmäßig an.

Darüber hinaus warten auch mehrere Delitzscher Gaststätten mit Mittagsangeboten zu kundenfreundlichen Preisen auf, wobei die Auswahl differenziert ist. Sie reicht von täglich einem Gericht wie im Lobereck bis zu einer speziellen Mittagskarte mit mehreren Gerichten im Gasthof Goldener Adler in der Halleschen Straße oder im Restaurant Athos in der Bitterfelder Straße.

Von Thomas Steingen

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