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Delitzsch In Delitzsch wachsen die Schmetterlingswiesen
Region Delitzsch In Delitzsch wachsen die Schmetterlingswiesen
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08:00 16.05.2019
Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen sieht nach, was auf der Wiese nahe dem Ziehwerk-Areal in Delitzsch wächst. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Sie sind grün. Die meisten der kleinen Bäume auf der Streuobstwiese gegenüber dem Delitzscher Ziehwerk-Gelände haben den Dürresommer 2018 verkraftet. Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen betrachtet sie zufrieden: „Es hätte schlimmer kommen können. Es hat sich bewährt, dass wir kleine Bäume gepflanzt haben.“ Diese passen sich an den schwierigen Untergrund besser an. Alte Birnen-, Pflaumen- und auch einige Apfelsorten wachsen. Ganz ohne ein paar Gießgänge ging es nicht. Und auch nicht ohne Ausfälle. Etwa 10 Prozent der 120 vor drei Jahren gesetzten Bäumchen sind nachzupflanzen.

Gewinner des Wandels: Besonders Wärme liebende Käfer und Bienen überraschen auf der Wiese nahe dem Delitzscher Ziehwerk-Gelände. Dort blühen inzwischen immer mehr Kräuter, die es auf bewirtschafteten Wiesen nicht mehr gibt.

Streuobst und Schmetterlinge

Veronika Leißner freut sich nicht allein über die Bäumchen, sie untersucht auch, was weiter unten grünt, blüht, kreucht und fleucht. Denn das 1,6 Hektar große Areal ist auch Schmetterlingswiese. 2017 hatten Stadt Delitzsch, Wohnungsgesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft 25 Flächen dafür vorgeschlagen. Sie sind 280 bis 16 000 Quadratmeter groß und bringen es zusammen auf knapp 10 Hektar. Teils sind es schon Grünflächen, teils sind es Abbruchflächen. Sie gehören zum Projekt „Puppenstuben gesucht – blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ und zum Delitzscher Maßnahmeplan für den European Climate Award (Europäischer Klima-Preis), den die Stadt Ende 2017 erhielt.

Weg mit Hindernissen

Allerdings haben sich in den vergangenen zwei Jahren nicht alle vorgesehenen Flächen zu Schmetterlingswiesen gewandelt. Denn obwohl auf den ersten Blick mehr zu lassen als zu tun ist, ist es nicht so leicht, eine Grünfläche zur “Puppenstube“ zu machen, auf der mehr Kräuter statt Gras wachsen. Gemäht werden soll zwar nicht so oft, aber ohne regelmäßigen Schnitt wiederum würden sich besonders invasive Arten wie die Goldrute ausbreiten und mit den Jahren gar kleine Wälder heranwachsen. Insekten-Arten, die jetzt hier flattern und summen, fänden dann auch keinen Platz mehr.

Technik muss angeschafft werden

„Doch für hohes Gras ist die vorhandene Mähtechnik oft nicht ausgelegt. Balkenmäher sind nicht vorhanden“, stellt Veronika Leißner fest. Auch fällt beim Mähen mehr Grünmasse an, die irgendwie abtransportiert werden muss. Die Eigentümer planen aber die Anschaffung der passenden Technik und die Wohnungsgenossenschaft will demnächst auf einer ihrer Flächen auch Blühstreifen anlegen. Bisher also werden reichlich die Hälfte der ausersehenen Flächen nur ein bis drei Mal im Jahr gemäht. Und damit jeweils die verschiedenen Entwicklungsstadien der Schmetterlinge überleben können, wird zudem der Bewuchs wechselnd auf einem Drittel stehen gelassen.

Schul- und Vorzeigeprojekt

Das Areal am Ziehwerk ist indessen Schul- und Vorzeige-Projekt. Schon bei einem kleinen Rundgang sind Grashüpfer ebenso wie die Blaue Holzbiene und viele Trauerrosenkäfer zu beobachten, sind Kräuter wie der Reiherschnabel, Kriechendes Fingerkraut und Ameisenbläuling zu finden. Wie bereits im vorigen Jahr wird zum Beispiel im Juli ein Aktionstag mit Studierenden der Universität Leipzig gemeinsam mit Delitzscher Schülern stattfinden.

Ein Vortrag „Schmetterlinge – Stiefkinder des Fortschritts“ ist am Donnerstag, dem 6. Juni, ab 17 Uhr in der Zooschule im Tiergarten Delitzsch zu erleben, außerdem wird das Mitmachprojekt „Puppenstuben gesucht – blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ vorgestellt.

Von Heike Liesaus

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