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Delitzsch In Gollmenz nervt die B 2
Region Delitzsch In Gollmenz nervt die B 2
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07:46 17.09.2017
Vor allem große Lkw nerven so manschen Gollmenzer.
Vor allem große Lkw nerven so manschen Gollmenzer. Quelle: Christine Jacob
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Gollmenz

Typisch Gollmenz? „Die Menschenleere“, blickt die ältere Dame kurz von ihrer Gartenarbeit auf. Man würde ja keinen mehr im Dorf zu Gesicht bekommen, bedauert sie, winkt ab und wendet sich wieder ihrer Arbeit zu.

„Menschenleer? Ja, das trifft’s“, schmunzelt ein Stückchen die Straße runter Gerald Richter. Seine kleine Kfz-Werkstatt hat er genau an der Bundesstraße 2. Für sein Geschäft ist die Lage gut, ansonsten würde der Verkehr meist nur nerven. „An den Krach gewöhnt man sich irgendwann“, sagt der 55-Jährige. Jedenfalls sei das bei ihm so, weil er ja schon sein ganzes Leben im Schönwölkauer Ortsteil lebt und das Haus auch nicht weit weg von der Straße steht. Nur, dass man manchmal nicht über die Straße kommt, das sei wirklich lästig. Es gibt keine Ampel, keinen Überweg wie einen Zebrastreifen. Besser werde es immer dann, wenn in Krensitz die Schranke unten sei und der Verkehr sich mal staut. Doch warum gibt es dann hier nicht so wie in den ebenfalls von der B 2 betroffenen Dörfern Wellaune oder Hohenossig eine Bürgerinitiative gegen den Krach, den Staub und die Gefahr? „Das Hauptdorf liegt bei uns ein Stück zurück“, begründet Gerald Richter. Das heißt, dass der Lärm etwas gedämpfter erscheint als in Hohenossig oder Wellaune. Und die Häuser direkt an der Bundesstraße seien ja meist leer.

Altes und neues Gollmenz

Aber vielleicht spielt auch die Menschenleere dazu? Keine Kneipe mehr im Ort, kein Konsum, der Imbiss ist auch Geschichte – dort hat man sich früher getroffen. Es ist nicht viel los im Dorf. Aber es wird gebaut in Gollmenz, das Dorf bietet immerhin Idylle wie den Teich und die von Grün geprägte Verbindung gen Luckowehna. Es gibt ein altes und ein neues Dorf, sagt man in Gollmenz. Das neue Dorf ist das Gebiet mit den vor wenigen Jahren neu gebauten Häusern und den vielen Zugezogenen, im alten Dorf kennt man sich manchmal schon seit Generationen. Es muss eben erst zusammenwachsen, was Gollmenz ist. Zwei Dorffeste jährlich feiert man im Ort. Das Osterfeuer und das Teichfest, bei dem dann alle beim Saubermachen mit anpacken und das Gewässer wieder in Ordnung bringen, sollen die Bürger an einem Strang ziehen lassen. Das soll den Zusammenhalt unter den rund 100 Einwohnern stärken.

Von Christine Jacob