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Delitzsch In Kölsa ist das Leben trotz der nahen Verkehrsknoten beschaulich
Region Delitzsch In Kölsa ist das Leben trotz der nahen Verkehrsknoten beschaulich
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14:11 07.11.2017
Michael Klatt schafft sich sein Familienidyll in Kölsa im Rücken von Flughafen und Autobahn.
Michael Klatt schafft sich sein Familienidyll in Kölsa im Rücken von Flughafen und Autobahn. Quelle: Manuel Niemann
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Kölsa

Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Von Lissa aus, auch einem Ortsteil der Gemeinde Wiedemar, zieht die Straße an Feldern vorbei. Trockener Mais raschelt vor sich hin, während vereinzelt Krähen die Landstraße inspizieren. Kurz vor Kölsa lagern in weithin sichtbaren Silos Raps, Mais oder Getreide des Glesiener Landhandels. Der unterhält in Kölsa auch eine Zwiebelschälanlage. Tausende Tonnen Zwiebeln werden dort auf ihre Vermarktung vorbereitet. Von fern zu sehen ist auch die romanische Dorfkirche von 1522, um die herum die 291 Kölsaer ihr Leben führen. Genau am anderen Ortsende im Westen rollt währenddessen der Verkehr über A 9: Kölsa ist das erste Dorf, in das man von der Autobahnabfahrt aus gelangt.

Nähe zur Autobahn für Pendler ideal

Genau diese Nähe zur Autobahn war es, die Michael Klatt und seine Frau bewog, hier Am Schwarzen Feld zu bauen. Der 35-jährige Vater pendelt, er arbeitet als Produktionsmitarbeiter im Schichtdienst bei BMW. Wie auch seine beiden Nachbarn im Neubaugebiet. „Hier brauchst du ein Auto, so viel gibt es hier ja nicht“, sagt er. Das vierjährige Kind geht nach Zschernitz in die Kita. Klatts nehmen solche Wege gern in Kauf: „Wir mögen einfach die Ruhe auf dem Land: Keine Parkplatzsuche, nette Nachbarn, das Grün.“ Das überrascht, denn von Michael Klatts Garten aus, blickt man direkt auf den Flughafen, der südlich liegt. Er reagiert gelassen auf die Frage, ob der Lärm nicht störe. „Man sieht’s, aber hört’s nicht. Wir kommen aus Radefeld, wir wissen was Fluglärm ist“, erklärt er. Das hier eine Einflugschneise sei, wusste er vorher. Er und seine Frau haben schon davor in Kölsa gewohnt und sich hier – als Nachbarn – kennengelernt.

Busanbindung sorgt auch für Mobilität beim Nachwuchs

Unweit entfernt wohnt seit Anfang Juli auch Sören Rieger. Hinter dem Haus, auf dem Grundstück der Schwiegereltern, hat er mit seiner Frau neu gebaut. Zuvor hat der 38-jährige Chemnitzer zunächst in Zschernitz und Zwochau gelebt. Jetzt, die Kinder sind 1, 10 und 13 Jahre alt, zog es sie hierher. Die Busanbindung sei gut: Da störe es nicht, dass die Schule in Delitzsch, die Grundschule in Kyhna und die Kita in Zwochau liege. Mehr Kinder als Spielgefährten wären schön. „Hier kann man im Herbst Drachen steigen lassen oder im Sommer mal Fußball spielen“, sagt er über den Sportplatz, der gleich gegenüber liegt.

Von Manuel Niemann