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Delitzsch In Zschölkau gibt es Großstadtnähe ganz ohne Hektik
Region Delitzsch In Zschölkau gibt es Großstadtnähe ganz ohne Hektik
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06:00 28.12.2017
Die Waldstraße, in der Ilona und Karl-Herrmann Pech zuhause sind, bekommt eine neue LED-Beleuchtung. Quelle: Manuel Niemann
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Zschölkau

Was ist eigentlich los auf dem Land? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Gerade erst ist sie fertig geworden: Am vergangenen Dienstag wurde die Ortsdurchfahrt durch Zschölkau wieder eröffnet. Ilona und Karl-Herrmann Pech sind mit der neuen Rackwitzer Straße zufrieden: Seit 1984 haben sie ihr Haus in der anliegenden Waldstraße.

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Gute Anbindung an Leipzig, Bad Düben und Delitzsch

Der Umbau verbessert die gute Anbindung, die das rund 250 Einwohner fassende Dorf ohnehin hat: Mit dem Auto ist man über die Bundesstraße 2 im Nu auf der Neuen Messe oder vom Rackwitzer Bahnhof geht es mit der S-Bahn direkt auf den Leipziger Markt. „In zehn Minuten bist du in der Großstadt, kannst große kulturelle Ereignisse wahrnehmen oder einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken“, sagt Ilona Pech. Daher vermissten sie hier auf dem Dorf nichts. Im Gegenteil, die Stadt sei weit hektischer. „Deshalb kommen ja auch so viele auf’s Land.“ Die wohnen gleich gegenüber, wo seit Mitte der 1990er Eigenheime entstanden sind. Pechs hoffen, dass auch diese neuen Zschölkauer sich in das Dorfleben einfügen, auch wenn sie einen Wandel bemerken.

Meliorationsbau prägte Dorfleben und Zusammenhalt

Vorbei sind die Zeiten, in denen der halbe Ort beim Meliorationsbau Leipzig schaffte, wie der volkseigene Betrieb ab 1963 hieß. Der kümmerte sich unter anderem um die Be- oder Entwässerung von Feldern und legte Drainagen. Wäre der Nachfolgebetrieb, die TAF, nicht Pleite gegangen, sagt der 66-jährige Karl-Herrmann Pech, hätte er sein ganzes Berufsleben an einem Arbeitsplatz verbracht. Der war hinter dem Steuer von Autokränen und anderen schweren Baumaschinen, während seine Frau sich bei der „Meli“ um Finanzen und Löhne kümmerte. Geschichte sind auch die Geschäfte und Einrichtungen, über die Zschölkau einmal verfügte: Konsum, Post, Sparkasse, Schneider, Schuster oder das Uhrengeschäft gibt es nicht mehr.

Zschölkauer sind auf Auto oder den Bus angewiesen

Zschölkau ist zwar gut angebunden, aber die Bewohner sind auch auf die Nachbarorte angewiesen, um einzukaufen. Überschaubar ist die Vereinslandschaft: So bemüht sich die 1925 gegründete Freiwillige Feuerwehr fast im Alleingang die Dorfgemeinschaft ein paar Mal im Jahr zusammenzubringen. Gehalten hat sich das Wirtshaus, das meist gut besucht ist. Die andere Gaststätte des Orts ist hingegen umgebaut worden, der Saal und die Kegelbahn sind aber immer noch buchbar wie auch der Vereinsraum der Feuerwehr.

Von Manuel Niemann