Keine Baumfällungen auf dem Friedhof Delitzsch
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Delitzsch Keine Baumfällungen auf dem Friedhof Delitzsch
Region Delitzsch Keine Baumfällungen auf dem Friedhof Delitzsch
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14:07 22.11.2019
Schon beim Tag der Städtebauförderung im Mai hat die Verwaltung den Friedhof dieses Jahr zum Thema gemacht.
Schon beim Tag der Städtebauförderung im Mai hat die Verwaltung den Friedhof dieses Jahr zum Thema gemacht. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Der Delitzscher Friedhof soll möglichst bald möglichst viele sanierte Wege bekommen. Zuvor aber stehen Begutachtungen von Wurzelverläufen der Bäume am westlichen Hauptweg des Friedhofs an. Dazu wurden die Bäume mit einem roten Punkt markiert. Dieser diene keinesfalls der Markierung für eine bevorstehende Fällung, besänftigt die Stadtverwaltung vorsorglich. Die markierten Gehölze beziehungsweise ihre Wurzeln sollen nur aufwändig begutachtet werden.

Denkmalbehörde redet mit

Da es sich bei der städtischen Anlage in der Dübener Straße um ein Parkdenkmal handelt, muss bei allen das Bild verändernden Maßnahmen die Untere oder Obere Denkmalbehörde befragt werden. Die sieht den Baumbestand als erhaltenswert an und fordert dementsprechend einen sensiblen Wegebau. Das heißt im Grunde, dass die Bautechnologie den Bäumen angepasst werden muss. Die Untersuchungen sollen einige Wochen in Anspruch nehmen. Der Wegebau wird somit sicher erst 2020 beginnen.

Wegesanierung dringend nötig

Eigentlich sollte die Sanierung bereits laufen. Jedoch musste die Verwaltung vor einigen Wochen im Technischen Ausschuss die Aufhebung eins Vergabebeschlusses abstimmen lassen. Für die von der Stadtverwaltung vorgesehene Ausführung mit Gehwegsgestaltung in Asphalt hat die Obere Denkmalbehörde schlicht keine Zustimmung erteilt. Die Ausschreibung wird nach Abstimmung mit der Denkmalbehörde wiederholt. Die Gehwege sollen schmaler werden, dabei müssen auch Wurzelschutzmaßnahmen bedacht werden.

Neues Stadtumbaugebiet

Die Umgestaltung des Friedhofs hat die Stadt bereits seit Langem auf der Agenda. Sie wäre auch eine der ersten greifbaren Maßnahmen, die im Stadtumbau- und damit Fördergebiet „Delitzsch Ost“ greifen. Die Vorhaben im neuen Gebiet umfassen das Areal rund um die Artur-Becker-Oberschule und den Friedhof. Die Sanierung des Gebäudes der Friedhofsverwaltung, Trauerhalle einschließlich Mauereinfriedung und eben der weitere Wegebau sind perspektivisch auch noch vorgesehen. Insgesamt wird dabei bedacht, dass sich die Begräbniskultur wandelt und vor allem die Urnenbeisetzung immer häufiger genutzt wird – es bleibt also mehr Friedhofsfläche frei als mit Erdbestattungen. Der Friedhof soll wieder mehr auch als öffentliches Grün und parkähnlicher Erholungsraum begriffen werden, so wie er ursprünglich gedacht war.

Von Christine Jacob