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Delitzsch Keller des Delitzscher Barockschlosses ist nun ein Klanggewölbe
Region Delitzsch Keller des Delitzscher Barockschlosses ist nun ein Klanggewölbe
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20:46 09.09.2019
Volker Lauckner und Sylke Kirsch starten am kommenden Sonntag mit einem Klanggewölbe im Schlosskeller Delitzsch. Es soll unter anderem Mitmachkonzerte und Klangbäder geben. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Volker Lauckner strahlt. Sein Wunsch von einem Klanghaus ist in Erfüllung gegangen – in Form eines Klanggewölbes. Auf den 160 Quadratmetern des Saals im Keller des Delitzscher Barockschlosses wird er zusammen mit Sylke Kirsch aus Jesewitz und dem Leipziger Musiklehrer Andreas Brinsa ab kommenden Sonntag seine Instrumentensammlung zeigen, Sitzungen mit „heilsamen Klängen“, wie sie Lauckner beschreibt, und Konzerte zum Zuhören oder Mitmachen anbieten. Und so wie der Delitzscher strahlt, soll es auch sein Klanggewölbe über die Grenzen der Stadt hinaus.

Erstmals alle Instrumente aufgebaut

Lauckner, Jahrgang 1947, ist kein Unbekannter. Er lernte den Beruf des Krankenpflegers, studierte später Literatur und Philosophie, war Major bei der Polizei und baute die Turmwindmühle in Priester (Gemeinde Krostitz) zu einer Wohnung um. Das Schlüsselerlebnis, auf das seine Begeisterung für die Welt des Klanges zurückgeht, ist 28 Jahre her. Da war Volker Lauckner noch Kulturhausleiter im Barockschloss Schönwölkau. An einem Konzertabend hatte das Kammerorchester, das eigentlich auf dem Programmplan stand, aus terminlichen Gründen abgesagt. Ersatzweise erschien das Leipziger Schlagzeug-Ensemble – eine Sechs-Mann-Formation mit Rasseln, Gongs und Klangschalen. Das ursprünglich auf Mozart eingestellte Publikum war begeistert, erinnert sich Volker Lauckner. Und er ist es seit 1991 ebenfalls.

30 Quadratmeter groß ist das Klangzimmer in seiner Wohnung am Wallgraben, das er bisher nutzte. Nun stehen Lauckner und seinem Team das mehr als fünfmal so große Gewölbe im Delitzscher Barockschloss und ein weiterer kleinerer Saal zur Verfügung. Der Umzug ist bereits geschafft und Didgeridoo, Trommeln, Glocken, Hölzer, verschiedene Klangschalen und Planetengongs sind auf der gesamten Fläche positioniert. Es sei der erste feste Standort, an dem alle Instrumente gleichzeitig aufgebaut werden können, sagt Lauckner.

Volker Lauckner und sein Team bieten unter anderem Mitmachkonzerte und Klangbäder.

Nach langer Suche

Die Scheiben, einige von ihnen mit mehr als einem Meter Durchmesser, stehen direkt gegenüber dem Eingang. Davor zwei bequeme Sessel und mehrere Stühle. Die Raumgröße und Akustik sind ideal, sagt Lauckner. In einem kleineren Saal nebenan ist ein „Studio mit dem Lautsprechersystem Naturschallwandler eingerichtet“, erklärt Lauckner – hier soll es ein Hörsinntraining geben.

Der Delitzscher war schon länger auf der Suche nach größeren Räumen, plante etwa ein Klanghaus im Alten Moorbad am Wallgraben. Nachdem dieses trotz fortgeschrittener Verhandlung nicht zustande kam, wandte er sich schließlich an die Stadt Delitzsch. Mit dem seit mehr als einem Jahr leerstehenden Schlosskeller habe die Verwaltung die Möglichkeit gesehen, ihm ein passendes Objekt anzubieten, erklärt Rathaussprecherin Nadine Fuchs.

Volker Lauckner und Sylke Kirsch starten mit einem Klanggewölbe im Schlosskeller Delitzsch. Es soll unter anderem Mitmachkonzerte und Klangbäder geben. Quelle: Wolfgang Sens

Eintritt bei Austritt

Die Stadtverwaltung, die die Räume vermietet, erhoffe sich in erster Linie eine kulturelle Belebung des Schlosskellers und letztlich eine Vervollständigung des Angebots im Barockschloss, sagte Fuchs bereits, als die Pläne Anfang August konkret wurden. Denn das Schloss wird mit dem Klanggewölbe wieder komplett genutzt werden. Zuvor, bis Januar 2018, hatte der Museums- und Heimatverein den Saal im Keller zusammen mit dem Gastronomen Rico Eichler für Veranstaltungen verwendet.

Neben den Konzerten und Sitzungen mit heilsamen Klängen soll es an drei Tagen pro Woche reguläre Öffnungszeiten geben. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag, jeweils von 13 bis 18 Uhr, soll die umfangreiche Instrumentensammlung öffentlich zugänglich sein und die Angebote ausprobiert werden können. „Eintritt bei Austritt“, sagt Lauckner, „nach eigenem Ermessen“.

Zur Eröffnung am kommenden Sonntag wird es ab 14 Uhr jeweils zur vollen Stunde – bis 17 Uhr eine kurze Präsentation geben. Bis 18 Uhr ist das Gewölbe dann erstmals geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Internetseite www.klanggewoelbe-delitzsch.degeht ebenfalls am Sonntag online.

Von Mathias Schönknecht

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