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Delitzsch Kleiner Hoffnungsschimmer für Poßdorf
Region Delitzsch Kleiner Hoffnungsschimmer für Poßdorf
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00:34 07.05.2018
Kann die Delitzscher Kläranlage eines Tages auch Ziel der Poßdorfer Abwässer werden? Quelle: Abwasserzweckverband Delitzsch
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Poßdorf

Beschlossene Sache: Nach zweistündiger Diskussion hat die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Unteres Leinetal (AZV UL) am Mittwochabend beschlossen, dass die Bürger im Delitzscher Ortsteil Poßdorf Kleinkläranlagen bauen müssen. Dagegen hatten sich die Poßdorfer wiederholt ausgesprochen. Es wird – zumindest auf absehbare Zeit – keine zentrale Entsorgung geben, auch keine Überleitung zur Delitzscher Kläranlage – so eine Lösung gab es für Spröda, den zweiten Delitzscher Ortsteil im Verbandsgebiet.

Stadt Delitzsch ringt um Austritt

Die Poßdorfer müssen nun wie befürchtet selbst mehrere tausend Euro in die Abwasserbeseitigung investieren. Für den Verband ist das die wirtschaftlichste Lösung, beim Bau einer Ortskläranlage würden für alle Kunden Gebühren steigen. Die Stadt Delitzsch hat als Verbandskommune dagegen gestimmt. Allerdings hat Delitzsch gegenüber den anderen Verbandskommunen Schönwölkau und Löbnitz die Stimmen-Minderheit. Doch der Oberbürgermeister konnte etwas aushandeln, was den Poßdorfern zumindest einen Hoffnungsschimmer lässt. Nach dem Beschluss zum Bau der Kleinkläranlagen wurde überraschend ein weiterer auf die Agenda gesetzt und einstimmig gefasst: Verbandschef Volker Tiefensee hat nun den eindeutigen Arbeitsauftrag, bis zum dritten Quartal diesen Jahres jene Unterlagen beizubringen, die nötig sind, um das erneute Austrittsgesuch der Stadt Delitzsch zu prüfen. Kann Delitzsch austreten, könnte die Kleinkläranlagen-Frage erneut auf den Prüfstand kommen und eventuell eine andere Lösung gefunden werden.

Von Christine Jacob