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Delitzsch Krostitz zeigt, wie erlebtes Europa funktionieren kann
Region Delitzsch Krostitz zeigt, wie erlebtes Europa funktionieren kann
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10:00 10.07.2019
Die Freundschaft zwischen dem nordsächsischen Krostitz und den französischen Gemeinden Allègre, Cèaux und Monlet feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. Am 8. Juli besuchten die Gäste aus Frankreich die Ur-Krostitzer Brauerei.
Die Freundschaft zwischen dem nordsächsischen Krostitz und den französischen Gemeinden Allègre, Cèaux und Monlet feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. Am 8. Juli besuchten die Gäste aus Frankreich die Ur-Krostitzer Brauerei. Quelle: Mathias Schönknecht
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Krostitz/Allègre

Diese Freundschaft kam eher auf Umwegen zustande, war letztlich aber nur folgerichtig. Die Einwohner von Krostitz und den französischen Gemeinden Allègre, Cèaux sowie Monlet besuchen sich gegenseitig seit nunmehr 15 Jahren. Ebenso lange existiert auch der Freundeskreises Krostitz-Allègre/Monlet. Angefangen hat alles aber noch vor der politischen Wende.

Beziehungen zu Frankreich bestehen seit 1990

„Wir wurden hier sehr freundlich aufgenommen“, erzählt Bernard Targette über seine Eindrücke von Krostitz. Er ist das zweite Mal in der nordsächsischen Gemeinde zu Gast und stammt aus dem 900-Einwohner-Dorf Allègre, das wie alle Partnergemeinden etwa 120 Kilometer südwestlich von Lyon liegt. Es habe zu seiner Schulzeit bereits einen Austausch mit Leipzig gegeben, berichtet der Gast aus Frankreich. So habe Targette früh eine Verbindung zur Region aufgebaut.

Die Freundschaft zwischen dem nordsächsischen Krostitz und den französischen Gemeinden Allègre, Cèaux und Monlet feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. Bernard Targette (links) aus Allègre ist das zweite Mal in Krostitz. Andreas Ganz gehört dem Krostitzer und Schkeuditzer Freundeskreis an. Quelle: Mathias Schönknecht

Die Verbindung der Krostitzer nach Frankreich geht auf Dieter Graupner zurück. 1990 war er Chorleiter des Ensembles „Pawel Kortschagin“ der Universität Leipzig. Heute trägt der Studentenchor den Namen „Vivat academia“. Mit 60 Sängern fuhr Graupner vor 29 Jahren zu einem Chorfestival nach Frankreich und lernte dort Jean Duroure kennen, erklärt der 77-Jährige. Nach einem mehrjährigen Choraustausch kam beiden die Idee, das Ganze auf die Gemeinden auszuweiten. Seit 2004 geschieht dies nun regelmäßig.

Einladung zum deutsch-französischen Abend

Wie jedes Jahr nutzt der Freundeskreis den Gustav-Adolf-Saal der Ur-Krostitzer Brauerei als zentralen Anlaufpunkt. Doch eine Führung durch die Brauerei gab es noch nie. „Wir haben immer schon den Saal zur Verfügung gestellt und die Besucher mit Getränken versorgt“, sagt Brauerei-Sprecherin Ines Zekert, da sei eine Besichtigung nur logisch gewesen.

Die Freundschaft zwischen dem nordsächsischen Krostitz und den französischen Gemeinden Allègre, Cèaux und Monlet feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. Die Brauerei wurde zum ersten Mal besichtigt. Quelle: Mathias Schönknecht

Auch sonst gab es während der gegenseitigen Besuche viel zu erleben. Anlässlich des 100. Jahrestags zum Ende des Ersten Weltkrieges traf sich der Freundeskreis beispielsweise an den Gedenkstätten im französischen Verdun. Auch Schüler beider Länder waren mit dabei. „Das ist erlebtes Europa“, sagt Freundeskreis-Vorstand Thomas Schneider.

Zum Abschluss findet am Freitag ab 18 Uhr der deutsch-französische Abend in der Krostitzer Mehrzweckhalle statt. Wer an der öffentlichen Veranstaltung teilnehmen möchte, möge sich kurz unter vorstand@krostitz-allegre.de anmelden, sagt Schneider. „Es gibt ein Spektakel, ein Theater“, ergänzt Graupner.

Von Mathias Schönknecht