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Delitzsch Krostitzer Bäckerei Willingshofer verbreitet zum 14. Mal Weihnachts- und Budenzauber
Region Delitzsch Krostitzer Bäckerei Willingshofer verbreitet zum 14. Mal Weihnachts- und Budenzauber
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16:04 19.12.2017
Fachmännisch: Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) schnitt unter dem wachsamen Blick von Bäckermeister Rainer Willingshofer (rechts) den Stollen an.
Fachmännisch: Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) schnitt unter dem wachsamen Blick von Bäckermeister Rainer Willingshofer (rechts) den Stollen an. Quelle: Foto: Manuel Niemann
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Krostitz

„Butter, Zucker, Rosinen ... was in eine gute Stolle eben reinkommt“, verriet der Krostitzer Bäckermeister Rainer Willingshofer, was er in die Zehn-Kilo-Stolle hineingerührt hatte. Die schnitt, so ist es Tradition im Dorf, Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) an. Der scheute sich nicht, die Finger im Puderzucker staubig zu machen, kam doch der Erlös aus dem Stollenverkauf den Kindern seiner Gemeinde zugute. Zum 14. Mal hatte die Bäckerei zum Weihnachtsmarkt geladen und die Krostitzer folgten. „Mit Verkaufsständen sieht’s immer schlechter aus“, sagte Willingshofer etwas betrübt, dafür lockten Herzhaftes und Süßes, bei einem Wetter, das, scherzte der Bäcker, er so bestellt habe. Von den Gewerbetreibenden, die den Weihnachtsmarkt einst initiierten, um sich der Gemeinde zu präsentieren, ist nur Willingshofer geblieben.

„Es ist ein kleines Dankeschön und zum Handwerk gehört es dazu, dass es klappert in der Gemeinde“, untertrieb der Bäckermeister, warum er den Markt auch in diesem Jahr wieder veranstalte. Das Programm, das die Kinder der Krostitzer Kita und Grundschule zuvor aufführten, hatte er sichtlich amüsiert aus dem Hintergrund verfolgt. „Den Zipfel, den Zapfel, den Kipfel, den Kapfel“, den knusprigen Bratapfel huldigten die kleinen Künstler ebenso wie dem Zauber der Weihnachtszeit und lockten damit bereits am frühen Nachmittag die ersten Krostitzer in die gesperrte Brauereistraße. Eltern, geschulterte Geschwisterchen, Omas und Opas, die dem Nachwuchs beim Singen, Aufsagen und Tanzen zusahen. „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ erklang aus kleinen Kehlen und versetzte tatsächlich in Weihnachtsstimmung. „Später kommen dann noch die Werktätigen“, verriet der Krostitzer Gerhard Hamann, Ehrenvorsitzender des hiesigen Sportvereins. Für die gab es Deftiges wie Glühwein, Fischbrötchen oder Bratwurst und eine Tombola, die am frühen Abend Preise versprach.

Die Jüngeren vergnügten sich zuvor im Kasperletheater, drehten Karussellrunden oder drängten sich ans Backblech: Auch das ist Tradition in Krostitz, die Backstube ist an diesem Tag für kleine Gäste offen. „Die Kinder können Plätzchen ausstechen oder auch Lebkuchenherzen selber gestalten“, erklärte Bäckermeister Sebastian Tarai (25), bevor er schon die nächste Teigrolle für die kleinen Besucher ausrollte. Die fabrizierten daraus Engel und Sterne, die anschließend gebacken und später glasiert wurden. Nach dem Verpacken konnten die kleinen Bäcker ihre Plätzchen als kostenloses Mitbringsel mit nach Hause nehmen.

Von Manuel Niemann