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Delitzsch Krostitzer demonstrieren für Radweg nach Leipzig
Region Delitzsch Krostitzer demonstrieren für Radweg nach Leipzig
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08:00 25.10.2018
In Pröttitz geht’s noch weiter, aber in Hohenossig dann nicht mehr. Der Krostitzer Christian Finkenstein initiiert deshalb die Demo für den Radweg-Lückenschluss. Quelle: Heike Liesaus
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Pröttitz

Christian Finkenstein zeigt, wo es nicht mehr weitergeht: Das blaue Schild „Radweg-Ende“ in Hohenossig signalisiert, dass dort der angenehme Teil für Radfahrer entlang der B 2 endet. Deshalb hat er für den 30. Oktober, dem Dienstag vor dem Reformationstag, eine Demo organisiert.

Zu gefährlich

Denn vier Kilometer Zweirad-Trasse fehlen bis zur BMW-Kreuzung. Der Kletzener radelt trotzdem immer mal gen Leipzig. Manchmal kann er sogar seine Ehefrau überzeugen. Aber in Familie mit Enkeln wäre das nichts. Zu gefährlich. Auf der engen Bundesstraße rauschen Lkw und Pkw einfach zu schnell an den Zweirädern vorbei. Der 64-Jährige weiß, dass der Freistaat bereits für den Lückenschluss plant. Er sieht die Demo als Anschub, damit das Projekt so schnell wie möglich Realität wird. „Radfahren ist positiv: Man kann den Stau überholen. Menschen treffen, tut etwas für die eigene Gesundheit und schont die Umwelt.“ Sogar ein Portemonnaie, das er neulich finden und dem Eigentümer wiedergeben konnte, hätte er per Auto garantiert übersehen.

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Leipziger machen mit

Die Demo ist von einem Bündnis angemeldet, zu dem nicht allein Krostitzer, sondern auch die Fahrradfreude Leipzig und Bündnis 90/Die Grünen gehören. „Es freut mich ungemein, dass inzwischen Menschen aus der Region Leipzig mit mir Kontakt aufnehmen und wir gemeinsam aufzeigen können, wie besserer Radverkehr für alle von 3 bis 103 Jahren aussieht“, erklärt Volker Holzendorf, Initiator der Petition „Sicheren Radverkehr in der inneren Jahnallee in Leipzig ermöglichen“. „Immer mehr Menschen fahren Fahrrad. Sie brauchen sichere Radwege“, so auch Kreistagsmitglied Oliver Gossel (Bündnis 90/ Die Grünen).

Die Strecke zwischen Bad Düben und Leipzig wird im Radweg-Konzept des Freistaates als Regionale Route betrachtet und soll auch so ausgebaut werden. Noch fehlt aber ein vier Kilometer langes Stück. Quelle: Verkehrsministerium Sachsen

Noch kein Bautermin

Dass der Radweg entlang der B2 fortgesetzt werden soll, ist bereits vom sächsischen Verkehrsministerium angekündigt. Wann genau, steht aber noch nicht fest. In der neuen Radverkehrskonzeption des Freistaates Sachsen ist das fehlende Stück mit höchster Priorität bewertet.

Langwierige Planungen

Zwischen dem Autobahn-Anschluss Leipzig-Mitte und der Staatsstraße 9, Regensburger Straße, gibt es den Radeweg an der B2 schon. Für den Abschnitt bis zur Buchenwalder Straße sind die Planungen beauftragt, für den folgenden Abschnitt bis Hohenossig läuft die Voruntersuchung, werden Träger öffentlicher Belange beteiligt. Konkrete Bautermine sind jedoch noch nicht angekündigt. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) im Juni: „Aufgrund der erforderlichen Planungsvorläufe und Genehmigungsverfahren erwarten wir eine spürbare Erhöhung der Bautätigkeit bei bundes- und staatsstraßenbegleitenden Radwegen ab 2020 beziehungsweise 2021.“ Denn Radwege durchlaufen die gleichen Verfahren wie Straßenbauten. Nicht nur Christian Finkenstein wäre eher lieber: „Ich bin nun fast 65. Ich will gerne noch in Familie nach Leipzig radeln.“

Die Demonstration startet um 15 Uhr am Teich vor der neuen Messe Leipzig und um 15.30Uhr ab Parkplatz Penny-Markt Krostitz nach Hohenossig. Um 16 Uhr treffen sich die Gruppen dort zur kleinen Kundgebung, dann geht es radelnd über die B 2 bis Leipzig. Dort trennen sich die Gruppen wieder. Die eine fährt über die B 2 nach Krostitz zurück. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab.

Von Heike Liesaus