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Delitzsch Langzeitarbeitslose helfen der Delitzscher Tafel
Region Delitzsch Langzeitarbeitslose helfen der Delitzscher Tafel
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09:39 07.07.2019
Maik Stützer ist Tafelgärtner mit Leib und Seele, er kümmert sich auch gerne am Wochenende um seine Pflanzenschützlinge. Quelle: Felix Neumann
Delitzsch/Benndorf

Ob Altes Lobertal, Wasserturm oder Delitzsch Ost – Kleingärtner buddeln nicht nur für sich. Das Projekt „Tafelgarten“ läuft wieder. In einigen Kleingartenvereinen in Delitzsch und den Ortsteilen sorgen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Arbeitsgelegenheiten – im Volksmund kennt man sie noch als 1-Euro-Jobber – dafür, dass ihre frische Ernte von Kohlrabi über Tomaten bis hin sogar zu Melonen direkt und zu 100 Prozent an die Tafel geht und damit Bedürftigen zugutekommt, die sich selbst nicht viele Lebensmittel und erst recht nicht so frische leisten können.

Jobcenter Nordsachsen bewilligt

57 Teilnehmer hat das Jobcenter Nordsachsen in diesem Jahr bewilligt. Sie engagieren sich in neun Vereinen in und um die Loberstadt. So wie im Kleingartenverein Altes Lobertal im Ortsteil Benndorf, wo aktuell vier Tafelgärtner zwei Parzellen bewirtschaften. Mitte April haben sie mit dem Anbau angefangen, aus verlassenen Gärten richtige grüne Oasen gemacht. Zucchini, Bohnen, Zwiebeln, Kartoffeln, Blumenkohl, Kohlrabi, Sellerie, Paprika, Melonen … wahrlich quer durchs Gemüse- und auch Fruchtbeet geht, was die vier Männer im Alten Lobertal anbauen.

Weg vom heimischen Sofa

So wie Maik Stützer sind die meisten von ihnen um die 50, seit vielen Jahren arbeitslos und auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich einzubringen. Sie wollen weg vom heimischen Sofa und etwas Sinnvolles tun. „Ich habe beim Jobcenter nach diesem Job gefragt, ich will nicht nur in der Bude liegen, sondern was machen“, sagt der ehemalige Dachdecker Maik Stützer, der aufgrund einer Erkrankung nicht mehr auf dem Bau arbeiten kann und eine neue Perspektive für sich suchte. Die Kenntnisse, die er zum Bewirtschaften braucht, hat er sich selbst angeeignet. „Jeder Quadratzentimeter wird ausgenutzt“, blickt er mit seinen Kollegen auf die Parzelle, die nur so grünt und blüht. Von Montag bis Freitag täglich fünf Stunden sind die Tafelgärtner in der Anlage, im heißen Sommer fangen sie extra zeitig an.

Engagement ist Ehrensache

„Sie sind aber auch extra am Wochenende gekommen, um bei diesem heißen Wetter zu gießen, obwohl sie das nicht müssten“, lobt Olaf Wolf vom Vereinsvorstand des Alten Lobertals. Bevor die Tafelgärtner kamen, sah es in den beiden Parzellen nicht so rosig aus. Auch die Anlage profitiert also, wenn ein leerstehender Garten zu altem Glanz geführt wird. Für den Verein ergebe sich mit so einem gut hergerichteten Garten die Chance, diesen wieder verpachten zu können, sobald die Jobcenter-Maßnahme im Herbst abgeschlossen ist, erläutert Anke Reisdorf vom Kreisverband der Kleingärtner den nächsten Nutzen des Projekts.

Gute Zusammenarbeit

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) initiierte mit dem Kreisverband der Kleingärtner und der Tafel das Projekt, seit Jahren engagieren sich die beiden Partner dafür. Beide sind froh und dankbar, dass das Jobcenter in diesem Jahr mehr bewilligen konnte. Sind es nun fast 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren es 2018 nicht einmal die Hälfte. „Die Zusammenarbeit klappt reibungslos“, lobt Bernd Richter von der FAW. Die Vereine und die Akademie haben sich beispielsweise um das Saatgut gekümmert, die Kleingärtner stellen Land und natürlich auch Know-how.

Es herrscht ein familiäres Miteinander. Kleine spaßige Wettbewerbe unter den Tafelgärtnern und ihren Parzellen sorgen für ausgelassene Stimmung – ob Fragen, wie der nach den dicksten Kartoffeln oder wessen Beet voller wirkt. Natürlich gibt es auch mal kleinere Reibereien, die dann mit einem klärenden Gespräch aus der Welt geschafft werden. Am Ende eint alle das gute Gefühl, gute Arbeit für einen guten Zweck zu leisten.

Von Christine Jacob und Felix Neumann

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