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Delitzsch Löbnitzer gestalten öffentlichen Raum
Region Delitzsch Löbnitzer gestalten öffentlichen Raum
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09:00 01.01.2018
Der Kirchgarten in Löbnitz wird umgestaltet. Die neue Luthereiche steht bereits, weitere Elemente sollen folgen.
Der Kirchgarten in Löbnitz wird umgestaltet. Die neue Luthereiche steht bereits, weitere Elemente sollen folgen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz.

Der Kirchgarten in Löbnitz ist per Gemeinderatsbeschluss zum beschränkt-öffentlichen Raum erklärt worden. Das gesamte Areal rings um die evangelische Kirche hat eine Größe von insgesamt etwa 3500 Quadratmetern, es liegt zentral und ist damit auch touristisch von Bedeutung für das Muldedorf. Der Kirchgarten soll deshalb entsprechend umgestaltet werden. Ein erstes Zeichen wurde mit dem Pflanzen eines neuen Lutherbaumes im Oktober gesetzt. Eine Luthereiche stand auch einst im Löbnitzer Park, doch Blitzeinschläge, der letzte war 2012, hatten dem Baum arg zugesetzt. Nur noch ein trauriger Rest ist übrig geblieben. Unter jener alten Eiche soll Luther an der Übersetzung des 111. Psalms gearbeitet haben.

Öffentlicher Garten im Dorfzentrum

Dass die Kirche längst ein kulturhistorisches Kleinod des Ortes ist, hat sich im zu Ende gehenden Luther-Jahr längst über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen. Löbnitz ist eine Reise wert. Die haben 2017 viele Leute angetreten, um beispielsweise die sanierte Renaissance-Holzkassettendecke mit ihren 250 Bildern eingehend zu betrachten.

In dem Zusammenhang, aber auch nicht erst jetzt, sei dem Gemeindekirchenrat und dem zuständigen Pfarrer Matthias Taatz aufgefallen, dass der die Kirche umgebenden Garten nicht gerade zum Verweilen einlädt, wenig attraktiv sei. Daran soll sich im nächsten Jahr deutlich sichtbar etwas ändern. „Es soll ein öffentlicher Garten in Mitten von Löbnitz werden“, kündigte der Pfarrer an. Es gibt bereits konkrete Pläne. Das Vorhaben wird etwa 400 000 Euro kosten und vorrangig aus Fördermitteln und Kirchengeldern finanziert. Doch um Fördermittel zu beantragen, muss die Kommune sprichwörtlich die Hand auf dem Gelände haben. Diese Voraussetzung ist mit der öffentlichen Widmung nun gegeben.

Spielplatz und E-Bike-Ladestation

Vorstellbar sei zum Beispiel ein Spielplatz auf dem einstigen, zur Kirche gehörenden und entwidmeten Friedhof. Das Gelände soll generell in verschiedene Abschnitte eingeteilt werden, die dann wiederum verschiedene Funktionen übernehmen sollen. Eine Ruhezone mit Wasserspiel ist ebenso vorgesehen wie eine Ladestation für E-Bikes. Entstehen soll auch ein Kräutergarten nach dem Vorbild Luthers. In das Konzept einbezogen wird auch das sanierungsbedürftige Kriegerdenkmal. Etliche Spenden sind dafür bereits eingegangen.

Von Ditmar Wohlgemuth