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Delitzsch Möglicher Brand: Arbeit am Notfallplan fürs Schloss Delitzsch
Region Delitzsch Möglicher Brand: Arbeit am Notfallplan fürs Schloss Delitzsch
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15:00 27.04.2019
Das Barockschloss beherbergt als Museum viele Kulturgüter. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Der Fall Notre-Dame, der Brand der Pariser Kathedrale, bewegt. Mit dem Feuer, das nicht nur ein Wahrzeichen zerstörte, sondern auch Kulturgüter fraß, muss die Frage gestellt werden, wie es im Ernstfall hier um solche Güter bestellt wäre. Ein Beispiel: Das Barockschloss Delitzsch ist nicht nur Wahrzeichen, sondern als Museum eine wahre Schatztruhe voller verschiedener Exponate.

Schloss Delitzsch hat Brandmeldeanlage

Die gute Nachricht: Es gibt eine Brandmeldeanlage (BMA). Das gesamte Gebäude – es sind auch Tourist-Information und Standesamt darin untergebracht – verfügt über eine eigene BMA. Diese ist auf eine Sicherheitsfirma aufgeschaltet, von dort würde der Alarm über die Leitstelle schnellstens bei der Feuerwehr eingehen. Eine BMA soll mögliche Feuer schnell detektieren. Das erhöht die Chancen, dass es nicht zum Allerschlimmsten kommt. Auszuschließen allerdings ist ein Brand mit hohem Sachschaden deshalb nicht, Brandlast ist ausreichend vorhanden. In jedem Alarmfall gilt: Mit mehreren Fahrzeugen und etlichen Kameraden würde die Feuerwehr anrücken und versuchen parallel zu den Löscharbeiten mit der Sicherung von Kulturgütern zu beginnen. Im Ernstfalle müsste dann ein detaillierter Einsatzplan greifen, welche Exponate wie zu sichern sind. Dieser detaillierte Plan ist in Arbeit.

Im Museum Barockschloss Delitzsch sind viele Sammlungsstücke untergebracht, nicht alle sind in den Ausstellungsräumen zu sehen, manche lagern auch im Depot.

Neben dem üblichen Feuerwehrplan arbeite man daran, einen gesonderten Plan zu erstellen, wie die Dinge aus dem Schloss zu holen und aufzubewahren sind. Es geht auch um die Priorisierung der Exponate nach Schutzwert und -status. Neben der Frage, wie die Güter aus dem Schloss geholt werden, ist die Rettung vor Feuer erst die halbe Arbeit. Schließlich nützt es nicht viel, zum Beispiel Jahrhunderte alte Dokumente aus dem brennenden Haus zu holen und dann einfach ins Freie, mitunter in Regen oder Schnee zu legen. Es muss geklärt werden, wie die Dinge aufzubewahren sind. Als kurzfristige Lösung kommt die Unterbringung im benachbarten Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung in Frage – allerdings sind auch dort die klimatischen Bedingungen nicht gut. Auch muss geklärt werden, dass und wie Verpackungsmaterial und Transportfirmen zum Einsatz kommen. Im Falle eines Brandes würde laut Museumsteam erst nach der abgeschlossenen Brandbekämpfung durch das Fachpersonal entschieden, wer die Räume betreten darf und wie sie zu betreten sind. Danach erst könnte mit der finalen Bergung der Kulturgüter begonnen werden, verbunden mit der Entscheidung, welcher Restaurator sich je nach Material der Objekte annimmt. Die wichtigsten Ausstellungsobjekte befinden sich in der Dauerausstellung und im Depot. Je nach Szenario würden sie dann nach der Brandbekämpfung aus den betroffenen Bereichen herausgeholt und in klimatisch geeignetere Orte gebracht werden.

Rettungsschlauch am Delitzscher Schlossturm

Eins ist sicher: Menschen haben recht gute Chancen aus dem Museum zu kommen, selbst aus dem Schlossturm. Aus dem fast 50 Meter hohen Turm wird im Notfall ein Kunststoff-Rettungsschlauch herabgelassen, durch diesen kann man aus der obersten Turmetage rutschen und sich in Sicherheit bringen. Alle zwei Jahre wird der Schlauch gewartet und einem Praxistest unterzogen, das nächste Mal am 22. Mai.

Von Christine Jacob

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