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Delitzsch Nach dem Betrug blicken Delitzscher Kleingärtner nach vorn
Region Delitzsch Nach dem Betrug blicken Delitzscher Kleingärtner nach vorn
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06:00 16.01.2019
Haben trotz Winter, Dunkelheit und Kälte viel Arbeit mit dem Gartenverein: Ronny Bönisch (links) und Matthias Wendel. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch/Selben

Die Kleingärtner von Früh Auf Selben haben es geschafft. Ihre Anlage wird in diesem Jahr 100. Geburtstag feiern. Dass das gelingen wird, war 2017 noch kaum zu glauben.

Leben nach dem Betrug

Im Sommer 2017 kam ans Licht, dass der Vorsitzende des Vereins diesen um mehr als 30 000 Euro geprellt hatte und dafür letztlich eine Bewährungsstrafe erhielt. Schock, Wut und Verzweiflung unter den Vereinsmitgliedern saßen tief. Doch sie kämpften und haben es geschafft, die Insolvenz abzuwenden. Einmalzahlungen der Mitglieder und Spenden retteten den Verein. „Es ist unseren Mitgliedern zu verdanken, dass wir gut über die Runden kommen“, sagt nun der neue Chef Matthias Wendel. Alleingänge so wie unter dem alten Vorsitz gibt es nicht mehr, so gut wie alles erledigt der 43-Jährige gemeinsam mit seinem drei Jahre jüngeren Stellvertreter Ronny Bönisch. Seit anderthalb Jahren, der Zeitrechnung nach dem Betrug, führen sie nun den Verein und es geht in kleinen Schritten immer weiter aufwärts. „Wir haben keine Außenstände mehr“, berichtet Ronny Bönisch voller Stolz.

Interessenten aus Leipzig

Stolz ist der Verein aber nicht nur darauf, es aus der Misere geschafft zu haben. Die Anlage steht auch sonst gut da. 104 Gärten sind vergeben, nur noch ein Dutzend frei. Immer wieder gibt es Interessenten und die Vereinsmitglieder kommen nicht nur aus der Loberstadt: „60 Prozent der Pächter sind aus der Region, 40 Prozent stammen aus Leipzig“, berichtet Ronny Bönisch. Und wie auch in anderen Kleingartenanlagen kommen immer mehr junge Interessenten zu den Früh-Auf-Gärtnern. „Man merkt zudem, dass es heute wieder einen Trend zur Selbstversorgung gibt“, berichtet Matthias Wendel, „wieder andere sind vordergründig an der Erholung interessiert.“ Etwas, dass es so pur eigentlich nach Bundeskleingartengesetz nicht geben soll. Das Bundeskleingartengesetz sollte eine Reform erfahren, finden sie auch bei Früh Auf. Schon weil die Gärten in Selben sehr groß seien – in Einzelfällen sind sie sogar 1000 Quadratmeter groß – könne man gar nicht so vehement auf ein Drittel Anbaufläche pochen. Das sei mit der heutigen Arbeitswelt doch nicht vereinbar, sagen die Vorsitzenden. Sie legen Wert darauf, dass die kleingärtnerische Nutzung erkennbar ist – mit Zollstock und Maßband schreitet keiner durch die Parzellen. „Vereinsarbeit muss Spaß machen“, lautet die Devise.

2019 viel vor

2019 hat sich der Verein unter dem Motto einiges vorgenommen. So soll die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ausgebaut werden. Die nahe Kita im Ortsteil Döbernitz wird mit frischer Ernte versorgt, ebenso hat sich die Anlage am Tafelgarten-Projekt beteiligt. Und dieses Jahr wird der 100. groß gefeiert. Verdientermaßen.

Von Christine Jacob

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