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Delitzsch Nacht der offenen Kirche in Spröda
Region Delitzsch Nacht der offenen Kirche in Spröda
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08:50 10.09.2018
In der Sprödaer Kirche konnten die Besucher viel Wissenswertes erfahren. Quelle: Alexander Prautzsch
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Spröda

Hell wurde es am Samstagabend in fünf Kirchen in Delitzsch und den Ortsteilen Spröda und Laue: Zur Nacht der offenen Kirchen luden die kirchlichen Gemeinden zu einer kleinen Tour ein. So ging es für die Besucher durch die sonst nur selten abends geöffneten Pforten hinein in die Kirche – und zugleich mitten hinein in historische Erzählungen. So berichtete beispielsweise in der evangelischen Kirche in Spröda Pfarrer Matthias Taatz von der Geschichte und dem heutigen Kirchenleben der rund 300-Seelengemeinde.

Preußische Exklave in Sachsen

Einst eine preußische Exklave im Kurfürstentum Sachsen entstand in dem kleinen Ort in den Jahren 1733 bis 1736 die heutige Kirche – mit einer Unterstützung von 700 Talern aus der privaten Schatulle des Königs Friedrich Wilhelm I. Noch heute erinnern die Initialen des einstigen preußischen Königs über dem Altar an dessen Mitwirken. Selbst auf einen eigens für den König errichteten Platz kann man noch hinweisen, scherzte Pfarrer Taatz.

Wertvolle Details

Doch was selten erzählt wird, sind Einzelheiten über kirchlich wertvolle Details und deren Geschichte. So gibt es in der Kirche in Spröda den ältesten datierten Taufstein in Nordsachsen. Er stammt aus dem Jahr 1584 und damit noch aus der Zeit der Renaissance. Und auch die Kerzenleuchter auf dem Altar aus dem Jahr 1666 weckten Staunen bei den Besuchern. Eine restaurierte Madonna konnte leider nicht gezeigt werden. Denn wertvolle bewegliche Stücke lagern aufgrund der Diebstahlsgefahr in privaten Räumen der Kirchgemeinde.

Zum Tag des offenen Denkmals führte zudem am Sonntag Elke Gründling durch die Kirche in Spröda. Außerdem fand eine Lesung zum Thema „Lyrik und Gedichte“ statt.

Von Alexander Prautzsch