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Delitzsch Nordsachsens Landrat empfängt Gäste
Region Delitzsch Nordsachsens Landrat empfängt Gäste
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09:58 18.01.2018
Großes Finale am Ende, Gruppenfoto mit Damen: Tilo Bischoff (Regionalbauernverband Delitzsch, Sächsische Blütenkönigin Laura Kirschner, Landrat Kai Emanuel, die Sächsische Milchkönigin Anna Pabel und Erhard Neubauer (Regionalbauernverband Torgau) Quelle: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Landrat Kai Emanuel (parteilos) hatte geladen und das Feiervolk aus der breiten Öffentlichkeit eilte herbei und füllte den Saal auf Schloss Hartenfels. Er selbst habe aufgehört zu zählen, auf wie vielen Empfängen im neuen Jahr er Hände schüttelt und den Reden der Redner lauscht. Seinem Empfang stellte der 49-Jährige unter das Motto der Landwirtschaftskampagne „natürlich, frisch, nordsächsisch“. Darum füllten auch zahlreiche Vertreter von landwirtschaftlichen Betrieben und Institutionen die Gästeliste. Die Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha begrüßte die 250 geladenen Gäste klanggewaltig, bevor Kai Emanuel seine Rede in verschiedene Bauernregeln bettete.

Abend der Bauernregeln

Den Einstieg in seine Gedanken lieferten die beiden Vorsitzenden der Regionalbauern-Verbände Delitzsch und Torgau: „Bauernstand ist Ehrenstand, erhält die Stadt, erhält das Land. Er ist der Pionier der Zeit und bleibt es bis in Ewigkeit“, schrieben Tilo Bischoff (Delitzsch) und Erhard Neubauer (Torgau). Im landwirtschaftlich geprägten Nordsachsen stehen fast 5000 Menschen, darunter 200 Azubis, in 600 Firmen der Agrarwirtschaft in Lohn und Brot.

Die MelanKomiker aus Leipzig Jürgen Denkewitz (links) und Norman Daßler sorgten mit ihren Programm für viel Heiterkeit unter den Gästen Quelle: Wolfgang Sens

Menschen fühlen sich abgehängt

Emanuel rief zum mutigen, zukunftsorientierten Handeln auf und präsentierte die nächste Bauernregel: „Wer jede Wolke fürchtet, taugt zu einem Bauer nicht.“ Eine Überleitung auf und die große Hoffnungen darauf, „dass unserer neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer seine Ankündigungen umsetzt und sich intensiv um die ländlichen Regionen kümmert, wo sich besonders viele Menschen abgehängt fühlen“, sagte der Landrat.

Man dürfe aber nicht nur nach Dresden und Berlin starren, in der Hoffnung, dass sich die Handelnden dort um die nordsächsische Zukunft kümmern. Der Landkreis setze auf schnellstmöglichen Breitband-Ausbau. Im Breitband-Ausbau sei inzwischen der nötige Schwung. Der Bauer sagt: „Fällt der Apfel reif ins Maul, dann beiß zu und sei nicht faul!“ Als einer der ersten sächsischen Landkreise habe Nordsachsen Fördermittel eingefordert und auch erhalten sowie das komplexe Ausschreibungs-Prozedere absolviert und nahezu abgeschlossen.

Emanuel gehe es aber auch um die Zukunftschancen des ÖPNV gerade in dünn besiedelten Gebieten wie in unserem Landkreis. Zur nordsächsischen Offensive in Sachen Mobilität gehöre für ihn auch, auf die zeitnahe Einführung des Halbstunden-Taktes für die wichtige S-Bahn-Linie Leipzig-Eilenburg-Torgau zu drängen.

Dauerbrenner Ortsumfahrungen

Der Bauer sagt: „Vom vielen Wiegen wird die Sau nicht fetter“. Übertragen auf die Mobilität auf nordsächsischen Straßen heißt das für den Kreis-Chef, möglichst zügig Schritt für Schritt voranzugehen, statt unrealistischen Luftschlössern nachzuhängen. In diesem Zusammenhang sei auch der Ausbau der Torgauer „Lebensader“ B 87 zu sehen. Im Bereich der B 2 stehen die Umfahrungen Wellaune und Hohenossig ebenso weit oben auf der Agenda. „Seit über einem Jahrzehnt auch bei jedem Neujahrsempfang“, merkte SPD-Vizechef Heiko Wittig an.

Die Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha eröffneten die Veranstaltung Quelle: Wolfgang Sens

Neun Landräte aus drei Bundesländern haben auf Schloss Hartenfels im November mit ihrer „Torgauer Erklärung“ für einiges Aufsehen gesorgt. Dazu sagt der Bauer: „Die Frösche quaken wohl, aber das Wetter machen sie nicht.“ Emanuel sei „zutiefst davon überzeugt, dass eine Ost-West-Straßenverbindung zwischen der polnischen Grenze über die Landkreise Görlitz, Elbe-Elster und Nordsachsen bis nach Sachsen-Anhalt zur A 14 nur mit der gebündelten Kraft dreier Bundesländer zeitnah realisierbar ist.“ Ohne erforderliche Infrastruktur werde Nordsachsen keine nennenswerten wirtschaftlichen Neuansiedlungen erreichen und Abwanderung nicht stoppen. Insgesamt schrumpft die Einwohnerzahl aktuell nicht.

Dicke Kartoffeln ernten

Der Bauer sagt: „Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln“. Der Landrat in die Runde: „Geht es für uns nicht genau darum, exakt jene dicken Kartoffeln zu ernten? Das gelinge vor allem mit gut ausgebildeten, klugen, ideenreichen und leistungsbereiten Fachkräften.

Dem Motto angemessen endete er auch: „Bauern können alle Plagen, aber keinen Durst vertragen.“ Mitarbeitern der Agrargenossenschaft Laaß hatten inzwischen das Buffet aufgebaut. Der Landrat räumte die Bühne für Jürgen Denkewitz und Norman Daßler, die als Delitzscher Liederkabarett „MelanKomiker“ nun noch zwischen Empfang und Buffet standen, oder wie Jürgen Denkewitz formulierte: „Der Bauer sagt, vor dem Essen singen wir noch gemeinsam!“ Die vergnüglichen musikalischen Minuten mit „Madleeeene“, „Reggae mit Regina“ und „Blut mit Rut“ vergingen jedoch wie im Flug. So blieb noch angenehm viel Zeit zum Genießen und für Gespräche.

Von Frank Pfütze

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