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Delitzsch Nordsächsische Bauern haben „Betriebsplan Natur“
Region Delitzsch Nordsächsische Bauern haben „Betriebsplan Natur“
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10:00 25.04.2019
Andrea Lienig vom Kartoffelhof, Heike Weidt vom Landschaftspflegeverband und Udo Müller vom Landgut Brodau (von links) sind begeistert vom Betriebsplan Natur. Die Unternehmen tragen jetzt eine Tafel dazu. Quelle: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Schwalbennester bleiben unter dem Dach, während sie andernorts oft zerstört werden. Nistkästen und -hilfen für Vögel und auch Fledermäuse werden eigens angebaut. Große Blühwiesen werden angelegt, Streuobstwiesen werden gehegt und gepflegt. Es muss gar nicht die große Umstellung auf Bio, das Halten der Kühe auf der Wiese oder ähnliches sein, um einen Landwirtschaftsbetrieb ökologischer zu gestalten. Es gibt einiges, was landwirtschaftliche Betriebe zum Naturschutz beitragen können – mit einem „Betriebsplan Natur“, bei dem einige Bauern teils seit Jahren mitmischen und nun offiziell mit einer Tafel gekennzeichnet werden.

Maßnahmen auf freiwilliger Basis

Während die Landwirte zu manchen Maßnahmen wie der Einrichtung ökologischer Vorrangsflächen verpflichtet sind, sind Aktionen wie die Nistkästen und Co. freiwilliger Natur. Dass sie doch in Fahrt kommen und bei immer mehr Firmen Anklang finden, darum kümmert sich Heike Weidt vom Landschaftspflegeverband Nordsachsen. Die erfahrene Naturschutzberaterin unterstützt Betriebe beim Betriebsplan Natur. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges und kostenfreies Angebot, bei dem sich die Bauern unkompliziert von Experten wie Heike Weidt beraten lassen können, wie sie verschiedene Naturschutzaspekte ohne allzu großen Aufwand in ihren Betriebsalltag integrieren könnten. Ziel ist das gegenseitige Verständnis von Landwirtschaft und Naturschutz weiter zu verbessern und naturschutzgerechtes Handeln in den Firmen weiter zu festigen. So bekommen die Bauern zum Beispiel eine Übersicht wertvoller Tier- und Pflanzenarten sowie Schutzgebiete, es werden Vorschläge zur Umsetzung von ökologischen Maßnahmen sowie Empfehlungen zu deren Finanzierung gegeben. Es geht nicht um erhobene Zeigefinger, sondern um ein Miteinander. Es geht nicht um das Umkrempeln kompletter Strukturen, sondern um kleine Schritte. Dass der Ansatz praxisnah und einfach gehalten wird, sei die oberste Devise, so Heike Weidt. „Es können bereits kleine, wenig aufwendige Maßnahmen aus Naturschutzsicht viel erreichen“, so die Beraterin.

Betriebe bei Delitzsch und Eilenburg dabei

Mit der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz, dem Kartoffelhof Lienig im Delitzscher Ortsteil Döbernitz, dem Landgut Brodau bei Delitzsch und dem Landwirtschaftsbetrieb Krostitz in Behlitz bei Eilenburg machen bereits einige Landwirte im Altkreis beziehungsweise in Nordsachsen mit beim Betriebsplan Natur, auch im Muldental ist ein Betrieb dabei. „Man kann Naturschutz so gestalten, dass jeder befriedigt wird“, sagt Heike Weidt, „die Optimierung zwischen betrieblicher und naturschutzrechtlicher Anforderung kann gelingen.“ So verfolge der Betriebsplan einen einfachen, praxisnahen Ansatz zur ökologischen Aufwertung des Betriebs. Es geht um Vorschläge, nicht um Dogmen. Tatsächlich hätten die Maßnahmen nicht viel Aufwand oder Mühe bedeutet, schildert Andrea Lienig. Sie seien recht einfach umzusetzen gewesen. Auf dem Kartoffelhof beispielsweise hat man sich zu Nisthilfen unterschiedlicher Art entschlossen, die sich überall auf dem Gelände verteilen und unterschiedlichen Vögeln Unterschlupf bieten. Ein Storchennest gibt es nun auch und die Hoffnung, dass es angenommen wird. Zudem wurde eine Streuobstwiese mit 14 Bäumen angelegt und werden Blühflächen naturbelassen gestaltet. Auch einige Wiesen lässt Lienig naturbelassen und freut sich dann über jeden Feldhasen, den sie hoppeln sieht. Und so handeln auch die anderen Bauern mit einer Vielzahl von Nisthilfen, Blühflächen, Pflanzungen und Biotopflächen im Sinne des Naturschutzes ohne dabei die Betriebswirtschaft aus den Augen zu verlieren.

Von Christine Jacob

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