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Delitzsch Oliver Kläring will Bürgermeister für alle Krostitzer sein
Region Delitzsch Oliver Kläring will Bürgermeister für alle Krostitzer sein
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13:49 16.09.2019
Oliver Kläring zieht ins Krostitzer Rathaus ein. Quelle: Thomas Steingen
Krostitz

Am Tag nach dem spannenden zweiten Wahlgang in Krostitz geben sich sowohl der Gewinner als auch der Verlierer entspannt: „Es hat sich abgezeichnet, dass es knapp wird. Und ich freue mich natürlich, dass es am Ende den Ausschlag für mich gab“, so Oliver Kläring am Tag danach.

Oliver Kläring hat die Bürgermeister-Wahl gewonnen. Quelle: privat

Am Ende machten 53 Krostitzer den Unterschied. 1109 der Wählenden, also 51,2 Prozent, wollten Oliver Kläring im Amt sehen, der CDU-Mitglied ist, aber unabhängig kandidierte. 1056 Krostitzer, 48,8 Prozent der Stimmen, gingen an Frank Grabsch. Ihn hatte der CDU-Ortsverband nominiert. „Es war knapp, ein Lottospiel. Keiner von uns wusste, wie es ausgeht“, stellt Grabsch fest. Es sei schwierig, zu analysieren, was letztlich den Ausschlag gab, teilt Kläring diese Einschätzung: „Möglich, dass die geringere Wahlbeteiligung dazu beigetragen hat.“ Am 1. September, als die Landtagswahl noch parallel zum ersten Bürgermeisterwahlgang lief, lag sie bei 78,1 Prozent, diesmal bei 67,1 Prozent.

Frank Grabsch unterlag knapp bei der Wahl ums Krostitzer Bürgermeister-Amt. Quelle: privat

Unterstützer

Frank Grabsch war einstimmig vom CDU-Ortsverband aufgestellt und vom ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Frauendorf unterstützt worden. Der 68-jährige Frauendorf war am 1. April nach fast drei Jahrzehnten im Amt in den Ruhestand gewechselt und hatte eine finanziell hervorragend aufgestellte Gemeinde übergeben. Doch es hatte auch immer wieder Kritik an intransparenten Entscheidungen gegeben. Grabsch hatte das Amt seitdem als Stellvertreter ehrenamtlich inne. Oliver Kläring war trotz der selben ParteizugehörigkeitKandidat für alle, die einen Wandel in Krostitz wollen. Ihn hatten am Ende sowohl der Drittplatzierte des ersten Wahlgangs, Frank Schenker, der für die FDP angetreten war, aber auch Gerhard Hamann, langjähriger Vorsitzender des Krostitzer Sportvereins und heutiger Chef des Seniorenvereins, unterstützt. Grabsch hatte im ersten Wahlgang 46,3 Prozent der Stimmen geholt, Kläring 36,6.

Demokratische Entscheidung

„Ich bin auf einer Seite nicht traurig“, so Frank Grabsch (46), der Geschäftsführer einer Werbefirma ist. „Es fällt damit auch eine Riesenlast von mir ab. Und ich habe einen Job, der Spaß macht. Die Leute bei mir auf Arbeit haben sich jedenfalls über das Ergebnis gefreut. Es ist eine demokratische Entscheidung und somit mehr als o. k. Ob es die richtige war, wird sich in der Zukunft zeigen.“ Er wird in den kommenden Wochen weiter als amtierender Bürgermeister fungieren. „Man muss versuchen, eine Sache, die man anfängt, gut zu Ende zu bringen. Ich werde mich nicht in die Ecke setzen und schmollen“, so der 46-Jährige.

Gemeinde im Vordergrund

Oliver Kläring hat seinen Urlaub für den Wahlkampf eingesetzt und nun noch ein paar Tage, auch um die Wahlplakate zu demontieren. „Ich stehe als neutraler Bürgermeister. Ich will für alle einstehen, unabhängig von Parteiinteressen. Es geht um unsere Gemeinde und darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Sicher muss der ein oder andere das Ergebnis erst einmal sacken lassen. Die Zeit im Vorfeld war sehr interessant. In vielen Gesprächen war zu hören, wo der Schuh drückt.“ Er habe es vermieden, Versprechungen zu machen, die er hinterher nicht halten kann.

„Die konkreten Handlungsspielräume lassen sich erst einschätzen, wenn man im Amt ist.“ Auch für ihn sind die weiteren Schritte nun Neuland, obwohl er sich mit Verwaltungstätigkeit vertraut sieht. Die Bestätigung des Wahlergebnisses ist abzuwarten. Der 36-jährige Polizeioberkommissar muss nun erst einmal mit seinem Arbeitgeber den nächstmögliche Austrittstermin aus dem bisherigen Arbeitsverhältnis abklären. Für die ersten Schritte als Gemeindeoberhaupt setzt er nun erst einmal auf Kontinuität. „Angefangene Projekte müssen natürlich vernünftig abgeschlossen werden.“

Von Heike Liesaus

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