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Delitzsch Paukenschlag in Nordsachsen-Politik: Marian Wendt kündigt Rückzug an
Region Delitzsch

Paukenschlag in Nordsachsen-Politik: Bundestagsabgeordneter Marian Wendt kündigt Rückzug an

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09:42 02.09.2020
Marian Wendt
Marian Wendt Quelle: Büro Marian Wendt
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Nordsachsen

Der nordsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt wird zur Bundestagswahl im September 2021 nicht wieder kandidieren. Die Entscheidung sei ihm „sehr schwer gefallen, gerade weil ihn in den letzten Wochen viele Menschen bestärkt haben, erneut anzutreten“, teilte Wendt mit. Seine Ämter als Kreistagsmitglied und im Kreisvorstand der CDU Nordsachsen will er ebenfalls zum 31. Oktober 2021 niederlegen.

Der 35 Jahre alte gebürtige Torgauer Marian Wendt sitzt seit 2013 für Nordsachsen im Bundestag. Damals wurde er als Direktkandidat im Wahlkreis Nordsachsen gewählt. Auch bei der Bundestagswahl 2017 holte er das Direktmandat für Nordsachsen.

Am 15. Oktober wird ein neuer Direktkandidat gewählt

Am 15. Oktober dieses Jahres bestimmen die Mitglieder der CDU Nordsachsen ihren Direktkandidaten. Marian Wendt wird sich an diesem Tag nicht erneut der Nominierung stellen: „Seit 17 Jahren ist meine größte Leidenschaft – die Politik – das Zentrum meines Lebens. Ich schätze es als größtes Glück, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen konnte. Denn ich habe mich voll und ganz für unser Nordsachsen engagieren und einsetzen können. Seit 2007 dreht sich bei mir alles um den Bundestag. Im kommenden Jahr bin ich dann acht Jahre Abgeordneter. Im Bewusstsein meiner Verantwortung habe ich all die Jahre mit Standhaftigkeit und Vehemenz Entscheidungen für Nordsachsen und Deutschland getroffen. Doch es wird Zeit für neue Herausforderungen und Erfahrungen, auch außerhalb des direkten Berliner Politikbetriebs.“

Nachdenken über Zukunft

Vor der parlamentarischen Sommerpause beging Wendt seinen 35. Geburtstag. Die etwas ruhigeren Sommerwochen habe er genutzt, auch im Kreise seiner Familie, intensiv zum Nachdenken über seine persönlichen Ziele. „In meiner jetzigen Lebensphase wirkt sich meine volle Hingabe für das Mandat auf die Zeit aus, die ich mit meiner Partnerin und Familie verbringe. Das möchte ich in den kommenden Jahren ändern.“ Letztlich sei in ihm „der Wunsch gereift, eine politische Auszeit von der Bundesebene zu nehmen, auch wenn ihm die Arbeit im Bundestag insbesondere mit seinem eingespielten Team große Freude bereite.“

Im verbleibenden Jahr bis zur kommenden Bundestagswahl wolle er „mit aller Kraft an begonnenen Projekten arbeiten und diese hoffentlich mit positivem Erfolg zu Ende führen.“ Auch im verbleibenden Jahr möchte Wendt „den Bürgerinnen und Bürgern ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein, ihre Anliegen anhören, aufnehmen und mit ihnen gemeinsam für eine Lösung eintreten.“

Noch keine genauen Pläne

Genaue Pläne für die Zeit nach der Bundestagswahl hat Marian Wendt noch nicht, dafür sei „später noch genügend Zeit“. Jetzt gelte es zunächst, die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie anzugehen. „Es wird deutlich, dass ein starker Staat wichtig und auch notwendig ist. In der derzeitigen Situation haben wir unsere Schwachstelle in der effektiven Vernetzung erkannt und werden diesen Rückstand schnell aufholen“ resümiert Wendt. Neben der unverschuldeten und existenzbedrohenden Not vieler Menschen, die der Lockdown verursachte, konnte dieser zumindest den Stand der Digitalisierung deutlich vorantreiben, benennt Wendt zumindest einen Vorteil: „Wie lange hätte es ohne diesen drastischen Einschnitt wohl noch gedauert, bis man sich an flächendeckende Formen des Homeoffice und digitalen Unterrichts von Schulen, Universitäten und weiteren Bildungsträgern herangetraut hätte?“

Dies zeige jedoch auch deutlich auf, wo der Breitbandausbau bereits erfolgreich in Nordsachsen umgesetzt wurde und wo sich noch immer Lücken befinden. Hier gelte es, besonders schnell zu handeln: „Ein funktionierendes Breitbandnetz ist gerade für junge Familien ausschlaggebend bei der Suche nach Wohnraum und attraktiven Arbeitsplätzen. Sanierte Städte und Gemeinden, wie sie beispielsweise durch diverse Infrastrukturprogramme des Bundes geschaffen werden konnten, ziehen junge Familien ebenso an. Entscheidend ist jedoch nach wie vor eine funktionierende Infrastruktur.“ Damit meine Wendt attraktiven Wohnraum, gut getaktete ÖPNV-Angebote, Betreuungseinrichtungen im Ort, die flächendeckende Arztversorgung, eine nahegelegene Einkaufgelegenheit sowie eine gute Anbindung an Mittelzentren wie Leipzig oder Dresden. „Den ländlichen Raum gilt es, trotz der vielen bereits getätigten Investitionen, nach wie vor zu stärken“, mahnt er.

Von LVZ

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