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Delitzsch Polizei bedankt sich bei couragierter Delitzscherin
Region Delitzsch Polizei bedankt sich bei couragierter Delitzscherin
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14:01 20.05.2018
Klaus Kabelitz, Chef des Delitzscher Polizeireviers, bedankt sich bei Ulrike Scholz. Sie hatte die Hilferufe ihres Nachbarn gehört und die Polizei informiert. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Delitzsch

Was Ulrike Scholz aus Delitzsch kürzlich tat, tun leider immer weniger Menschen. So ist jedenfalls die Beobachtung des Leiters des Delitzscher Polizeireviers, Klaus Kabelitz. Deshalb sei es ihm ein Bedürfnis gewesen, sich bei der 64-Jährigen für ihr Engagement zu bedanken. Mit ihrem Eingreifen habe sie ihrem verletzten Hausnachbarn mit großer Wahrscheinlichkeit viel Schlimmes erspart.

Hilferufe vom Nachbargrundstück

Was war passiert? Ulrike Scholz hatte sich gerade fertiggemacht, um einen Englisch-Kurs bei der Volkshochschule zu besuchen, als sie zunächst schwache Hilferufe wahrnahm. „Ich wusste erst nicht, von wo sie kamen“, berichtete sie. Als sie auf ihren Balkon trat, wurden die Rufe deutlicher, sie konnte aber nichts sehen, weil das Grün der Bäume den Blick versperrte. Als sie nach ihrem Nachbarn rief, antwortete er.

Notruf kommt in Leipzig raus

Die ehemalige Lehrerin griff zum Telefon. Wählte die 110. Im Nachhinein ärgert sie sich, nicht einfach über die Straße gelaufen zu sein, um den Notfall direkt im Revier anzuzeigen. Sie wohnt nur schräg gegenüber. „Mit dem Notruf kam ich in Leipzig raus und wurde von dort erst nach Delitzsch vermittelt“, schilderte sie. Klaus Kabelitz findet diesen Umweg auch unglücklich. „Kommt der Notruf bei uns im Revier an, können wir kleinste Hinweise der Anrufer sofort lokalisieren. Den Leipzigern fällt das natürlich schwerer“, machte er deutlich.

Streife entdeckt verletzten Mann

Eine Streife suchte sofort das betreffende Haus auf und fand auch den verunglückten Mann. Er war offenbar im Garten mit seinem Rollstuhl so unglücklich gefallen, dass er sich nicht selbst helfen konnte. „Zwischendurch muss auch der Sozialdienst geklingelt haben, aber weil keiner öffnete, fuhr der wieder fort“, sagte Klaus Kabelitz.

Über 60 Prozent Aufklärungsquote

Die herbeigerufenen Beamten riefen umgehend den Notarzt. Bei einer näheren Untersuchung wurde dann festgestellt, dass sich der Rollstuhlfahrer beide Beine gebrochen hatte. „Unter Umständen hätte der Mann dort die Nacht verbringen müssen. Eine Situation, die schnell lebensbedrohlich werden kann.“ Um so mehr schätzte Kabelitz das couragierte Verhalten von Ulrike Scholz. Hilfsbereitschaft sei leider heute nicht mehr so häufig anzutreffen. Dabei sei es doch nur eine kleine Mühe, wie im konkreten Fall, einfach mal zum Telefon zu greifen. Kabelitz bat deshalb unbedingt darum, die Mühe auf sich zu nehmen. „Wir kümmern uns dann um die weiteren Dinge“, versprach er. Die Polizei sei ohnehin auf Zeugenhinweise angewiesen. Auch hier wünschte er sich gern mehr Bereitschaft bei den Bürgern. „Wir sind derzeit bei über 60 Prozent Aufklärungsquote bei Straftaten“, teilte der Revierchef mit. „Und das bei mindestens gleichbleibender Kriminalität.“

Für Ulrike Scholz war es im Übrigen der erste Notruf bei der Polizei. Dafür gab es einen Blumenstrauß.

Von Ditmar Wohlgemuth

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