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Delitzsch Premiere: Erstes Internationales Workcamp in Delitzsch
Region Delitzsch Premiere: Erstes Internationales Workcamp in Delitzsch
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09:37 02.09.2019
Beim Internationales Workcamp mit Jugendlichen aus zehn Ländern wurde fleißig gearbeitet: Neben Malerarbeiten im Inneren der Theaterakademie wurden auch die Außenanlagen wieder auf Vordermann gebracht, wie hier durch Julen aus Spanien (links). Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Zum ersten Mal veranstaltet Sven Meyerhofer vom Verein Interkultur Delitzsch das internationale Workcamp. Die Idee dazu kam, nachdem der amerikanische Professor Christopher Lakrosh ihn via Facebook kontaktierte und fragte, ob er ihn und den Verein unterstützen könne, erzählt Meyerhofer. Daraus entwickelten sich in den letzten Jahren bereits einige Workshops, zum Beispiel zu den Themen Politik, Geschichte und Migration.

Zwei Probleme: Finanzierung und Kontaktaufnahme

Als man dann für dieses Jahr ein Workcamp plante, gab es zwei Probleme, erinnert sich Meyerhofer: die Finanzierung und die Kontaktaufnahme. Für ersteres konnte man die Rosa-Luxemburg-Stiftung gewinnen, und der SCI, ein internationaler Verein für Freiwilligenarbeit, half bei der Organisation. Außerdem erklärte sich das Baff-Theater am oberen Bahnhof bereit, während der Semesterferien Räume zur Verfügung zu stellen. Nun sind die Teilnehmer da: aus Russland, Mexiko, der Ukraine, Spanien und weiteren Ländern. Während ihrer Zeit hier unternehmen sie unter anderem Ausflüge nach Leipzig und Halle, wo sie die Nikolai- und Thomaskirche, das Stasi-Museum oder die Uni besuchten.

Der US-Amerikaner Christopher Larkosh (54) begleitet die 2019er-Ausgabe des internationales Workcamps in Delitzsch. Den Delitzscher Organisator Sven Meyerhofer (links) hat er während einer Diskussion im Internet kennengelernt.  Quelle: Mathias Schönknecht

Viele Nationen lernen sich kennen

Unter ihnen ist der 23-jährige Julen aus Spanien. Über den SCI ist er auf das Workcamp aufmerksam geworden, berichtet er auf Englisch. Besonders die Gruppe der Teilnehmer gefalle ihm, ebenso wie Delitzsch, das er als ruhig und friedlich beschreibt. „Ein guter Ort zum Leben“, fügt er hinzu. Die ebenfalls 23 Jahre alte Ruken aus der Türkei, der 25-jährige Daniel aus Mexiko und Artur, 27, aus Russland finden es toll, erzählen sie, dass sie mit Leuten aus anderen Ländern zusammenkommen, sich kennenlernen können und etwas über die deutsche Geschichte gelernt haben. Außerdem mögen sie die großen Städte in der Umgebung. Für Artur ist es bereits das zweite Workcamp, vergangenes Jahr war er in seinen Ferien bereits in Tschechien. Auch Alicia, die aus Spanien kommt und 21 Jahre alt ist, war schon im Jahr zuvor in einem Workcamp in Frankreich, wo es um Migration und Asyl ging. Das seien auch dieses Jahr wichtige Themen, da wieder viele Migranten über das Mittelmeer kamen und rechte Parteien stärker werden, sagt sie, „wir zeigen, dass diese Parteien keinen Sinn machen.“

„In meinen Träumen lebe ich hier“

Vladimir aus der Ukraine findet Delitzsch ebenfalls sehr schön. „In meinen Träumen lebe ich hier“, schwärmt der 20-Jährige. Die Trips nach Leipzig gefielen ihm sehr – und Felix‘ Eis. Gemeint ist Felix Piechulla aus Delitzsch. Er ist 21 Jahre alt und hilft bei der Organisation der Workshops. Vergangenen Dienstag habe er mit den anderen bereits eine Stadtführung durch Delitzsch und das Barockschloss unternommen. Dazu dolmetscht er ab und an zwischen den Teilnehmern oder für Sven Meyerhofer. In Zusammenarbeit mit einer Lehrerin des Gymnasiums hatte er bereits eine kleine Präsentation für die neunte Klasse veranstaltet. Das bietet sich für ihn an, meint er, da er Erziehungswissenschaft studiert. Heute leitet der Delitzscher die „Speeddating-Aktion“ mit dem Englisch-Grundkurs der Klasse 12, bei der die Schüler mit den Teilnehmern des Workcamps ins Gespräch kommen.

Internationales Workcamp in Delitzsch: Schüler aus dem Ehrenberg-Gymnasium besuchen die Teilnehmer in den Räumen des Baff-Theaters. Quelle: Bastian Raabe

Verein leistet seit 100 Jahren Friedensarbeit

„Mir hat es sehr gut gefallen, so ungezwungen mit allen zu sprechen“, erzählt Lilly Oehlert, „das ist eine ganz andere Ebene als das Englisch im Urlaub.“ Man sehe, auf welchem Level man ist, und es sei cool, dass der Grundkurs so etwas macht und damit die Leute verbindet. Verblüfft sagt sie, die Brasilianer hätten ihr erzählt, dass sie von der Stadt beeindruckt sind. Auch für Fritz Schönbrodt ist es überraschend, wie viele Menschen nach Delitzsch kommen, obwohl es so eine kleine Stadt ist. Selber an einem Workcamp teilzunehmen, könne er sich gut vorstellen, sagt der Schüler, es bringe viel, auch für die Zukunftsorientierung.

Vom SCI ist Leonie da. Sie kümmert sich um die Camp-Organisation und erklärt, dass der Verein in vielen verschiedenen Ländern Workcamps veranstaltet. Diese sollen den internationalen Gedanken stärken und leisten seit fast 100 Jahren Friedensarbeit. Sie erklärt, der Ablauf des Camps sei hervorragend und von Sven Meyerhofer gut durchgeplant gewesen. Der plant nach der guten Annahme des Angebots in Delitzsch schon ein weiteres Workcamp für nächstes Jahr.

Von Bastian Raabe

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