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Delitzsch Rackwitz: Bäckerei ist als erstes zurück im Ex-Konsumgebäude
Region Delitzsch Rackwitz: Bäckerei ist als erstes zurück im Ex-Konsumgebäude
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12:44 11.07.2019
Die Bitterfelder Bäckerei „Veit´s Backparadies“ hat ihren Standort im ehemaligen Konsum am Donnerstag wieder bezogen. Für die Verkäuferinnen Jenifer Rust, und Mandy Pruchnik sowie Geschäftsführerin Cornelia Veit gab es vom Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) Blumen. Quelle: Mathias Schönknecht
Rackwitz

„Rackwitzer Landi“ steht als Arbeitstitel über dem Projekt. Aber wie kann das Gebäude des ehemaligen Konsums in Rackwitz langfristig sinnvoll genutzt werden? Was würden sich die Rackwitzer wünschen? Und was ist am Ende wirtschaftlich tragfähig?

Trockenbauwände und erste Schlangen

Diese Fragen soll nun das Leipziger Institut für Kommunikation (Leiik) beantworten und die Architekturleistungen übernehmen. „Es ist die Chance, die ehemalige Verkaufsstelle zu erhalten, zu integrieren, Zusammenhalt im Ort zu fördern. Es sollen mehrere Workshops stattfinden“, erklärt Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos). Gesprächsrunden mit Einwohnern und mit potenziellen Nutzern des Gebäudes sind vorgesehen.

Für alle Möglichkeiten offen. Der parteilose Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe will das Ex-Konsum-Gebäude in Gesprächsrunden mit Einwohnern und potenziellen Nutzern entwickeln. Derzeit steht der ehemalige Verkaufsraum leer. Quelle: Mathias Schönknecht

Die Gemeinde hat das Haus, nachdem der Konsum Leipzig seine Filiale schloss, gekauft. „Wir haben den Schlüssel seit einigen Wochen“, so Schwalbe. Die Bitterfelder Bäckerei „Veit´s Backparadies“, die seit der Schließung mit einem Interim auf dem Schotterplatz hinter dem Rathaus auskam, ist am Donnerstag als erstes wieder eingezogen. Mit geringen Investitionen, Trockenbauwänden und etwas Malern kann jetzt ein kleines Imbissangebot von Suppe bis Pizza und Eisverkauf angeboten werden.

Kreative Konzepte gegen den Leerstand

„Es ist wichtig, dass es Bewegung um das Haus gibt“, erklärt Schwalbe. Andernfalls setze eine Vermüllung des Grundstücks ein und es komme zu Vandalismus. Daher sei es der Gemeinde wichtig gewesen, die Bäckerei-Filiale so schnell wie möglich wieder in das Gebäude zu bekommen. Veits hatten sich dann bereit erklärt, die kleineren Renovierungsarbeiten zu übernehmen. „Es ist jetzt absolut wichtig, dass die Rackwitzer das Angebot annehmen“, sagt der Bürgermeister. Zumindest am Donnerstagmorgen bildeten sich bereits erste Schlangen.

Die Verkäuferinnen Jenifer Rust und Mandy Pruchnik sowie Geschäftsführerin Cornelia Veit (von rechts) in Rackwitz. Quelle: Mathias Schönknecht

Das Leiik ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die seit 2006 in der Bauforschung mit Partnern in Bundesbauministerium und Bundesamt an der Entwicklung kreativer Konzepte für die Leerstandsaktivierung im ländlichen Raum, in Kleinstädten, in Metropolen arbeitet. Leiik hat sich schon mit „Multiplen Häusern“ am Stettiner Haff und in Thallwitz befasst. Problematisch im Fall „Rackwitzer Landi“ sei die Lage im Leipziger Speckgürtel. Die Rackwitzer wünschen sich zwar Angebote vor der Haustür, erledigen viele Beschaffungen aber zu großen Teil außerhalb. Doch die Leiik-Vertreter konnten sich bereits bei ersten Gesprächen „extrem schnell schon mit wenigen Infos ins Bild setzen und erste Ideen entwickeln“, so Kathrin Gwozdz, Leiterin der Hauptverwaltung.

Nachhaltig dank niedriger Baukosten

Es wird angestrebt, die Baukosten niedrig zu halten, sodass sie sich bei 500 Euro pro Quadratmeter Grundfläche bewegen. Ein Faktor, der ausschlaggebend ist für bleibende Nutzungen. Denn hohe Mieten haben schon manchem Projekt ein Ende gesetzt. Damit wird auch die Architektur der ehemaligen Verkaufsstätte bewahrt. Und schließlich sei die Bausubstanz auch nicht schlecht, hieß es im Gemeinderat.

Die ehemalige Konsum-Filiale in Rackwitz. Die Gemeinde hat sie gekauft und will sie sinnvoll nutzen. Quelle: Heike Liesaus

Kosten für diese Umnutzungskonzeption und Architektenleistung: 53000 Euro. Die Mittel sollen zu 80 Prozent aus dem EU-Förderprogramm Leader kommen. Der Eigenanteil ist schon gesichert. Denn der Bürgermeister hatte sich mit dem Projekt um Geld aus dem Sächsischen Mitmachfonds beworben und 14 000 Euro gewonnen.

Von Heike Liesaus und Mathias Schönknecht

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