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Delitzsch Rackwitz beteiligt sich seit 2016 am sächsischen Projekt „Kinder stärken“
Region Delitzsch Rackwitz beteiligt sich seit 2016 am sächsischen Projekt „Kinder stärken“
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12:11 11.12.2018
Kinder lernen in der Kita Zwergenhaus in Zschortau (Symbolfoto). Quelle: Alexander Prautzsch
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Rackwitz

Das Projekt habe schon jetzt seine Wirkung gezeigt, sagte Steffen Schwalbe. Für den parteilosen Rackwitzer Bürgermeister steht fest: Wenn die Gemeinde mit ihren bisher eingeleiteten „Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“ nur einem Kind geholfen hat, sei es bereits gut investiertes Geld gewesen. Seit über zwei Jahren beteiligt sich die Gemeinde an dem sächsischen Projekt „Kinder stärken“ – und will dies nun weiter ausbauen.

41 Fälle in zwei Jahren

Seit März 2016 ist Luisa Gertig am Kinderhaus in Rackwitz. Die Stelle der 29-jährigen Sozialpädagogin wird zu 95 Prozent vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Sonst wäre die zusätzliche Arbeitskraft gar nicht finanzierbar, sagt die Leiterin des Kinderhauses, Silke Groth. Vor allem die vielen und langen Gespräche mit den Eltern seien innerhalb des derzeitigen Betreuungsschlüssel für reguläre Kitas auch zeitlich nicht umsetzbar. Doch genau darauf komme es an.

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41 Familien habe die aus Zschortau stammende Sozialpädagogin in den vergangenen zwei Jahren betreut. Darunter seien laut Luisa Gertig 28 komplizierte Fälle gewesen. Kompliziert heißt beispielsweise, dass sie bei den Kindern Entwicklungsverzögerungen oder einen schlechten Gesundheitszustand (Hygiene) feststellte; oder sich einige Kinder aufgrund ihres Migrationshintergrundes nur schwer verständigen konnten. Auch Armut habe bei ihrer Arbeit eine Rolle gespielt. Diese drücke sich beispielsweise im Fehlen von angemessener Winterkleidung, dem Fernbleiben von der Kita und fehlendem Mittagessen aus.

Rackwitz geht voraus

In erster Linie sei es für die Sozialpädagogin darum gegangen, den Eltern zu helfen Gelder zu beantragen und ihnen die Scheu zu nehmen, Probleme anzugehen. Aber auch die Integration in die Vereine der Gemeinde sei ihr wichtig gewesen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels schrieben wir, dass die Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kommen. Das ist falsch. Die Förderung stammt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Von Mathias Schönknecht