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Delitzsch Rackwitzer kämpfen weiter für Beruhigung der Leipziger Straße
Region Delitzsch Rackwitzer kämpfen weiter für Beruhigung der Leipziger Straße
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00:26 24.08.2018
Sonja Scheitler misst mit einer App den vom Lkw-Verkehr verursachten Lärm vor ihrem Haus in der Leipziger Straße 17 in Rackwitz. Bis zu 94 Dezibel erscheinen im Display ihres Tablets. Daher will sie die 40-Tonner am liebsten aus dem Ort heraus haben. Quelle: Mathias Schönknecht
Rackwitz

„Wir haben nicht gemerkt, dass die Straße durch den Mittelstreifen breiter geworden ist.“ Das sagt Sonja Scheitler in Anspielung auf die Begründung der Gemeinde Rackwitz, dass durch die im Mai angebrachte Fahrbahnmarkierung Lkw nicht mehr auf die Gehwege ausweichen. Denn das geschehe nach wie vor, so die Anwohnerin der Leipziger Straße.

Anwohner sehen weiterhin keine Verbesserung ihrer Lage

Nachdem zu Jahresbeginn 55 Rackwitzer eine Petition, in der sie auf den weiter steigenden Schwerlast- und Traktorenverkehr im Ort aufmerksam machten, an die Kommune richteten, hat sich nach ihrer Ansicht nur wenig getan. Den bisher eingeleiteten Maßnahmen steht Scheitler skeptisch gegenüber. Sie glaubt nicht, dass diese zu dem erhofften Resultat führen. Für sie wäre es besser, wenn der Schwerlastverkehr das Industriegebiet oder die Biogasanlage ausschließlich über die Bundesstraße 2 und Buchenwalder Straße ansteuern würde. Derzeit rolle aber alles – vor allem aus Richtung Westen – über die Leipziger Straße.

Abhilfe sollen nach Auffassung der Gemeinde der Ausbau des Kreuzungsbereichs B2/Buchenwalder Straße, eine erneute Verkehrszählung und der bereits angebrachte Mittelstreifen schaffen. Zudem hatte die Gemeindeverwaltung einen Antrag an die Stadt Leipzig gestellt, einen Vorwegweiser auf das Gewerbegebiet Rackwitz bereits im Kreuzungsbereich B2/B184 anzubringen. Mit einer Entscheidung sei laut Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) erst im September zu rechnen. Die vorgelegte Begründung zur Notwendigkeit sei für die Stadt Leipzig jedoch nachvollziehbar.

Anwohnerin Sonja Scheitler dokumentierte die Verkehrssituation auf der Leipziger Straße in Rackwitz. LKW und Traktoren müssen dort auf die Gehwege ausweichen, wenn sie sich begegnen. Quelle: Sonja Scheitler

Kreuzungsausbau an der B2 kommt ein kleines Stück näher

Auch beim Thema Kreuzungsausbau ist man ein kleines Stück weitergekommen. Seit zehn Jahren ist die Gemeinde mit dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) im Gespräch, um die Umgehungsstraße für den Schwerlastverkehr attraktiver zu machen. Beim Lasuv nachgefragt, bestätigt Pressesprecherin Isabel Siebert, dass der Vorentwurf „B 2, Ausbau Knotenpunkt B 2/ Buchenwalder Straße südlich Hohenossig einschließlich Anbau eines Radweges“, wie er offiziell heißt, aufgestellt und geprüft sei. Bevor es nun zum Planfeststellungsverfahren kommt, muss der Entwurf im Herbst genehmigt werden.

Den unter anderem von Gerhard Schleicher, ebenfalls Petitionsunterzeichner, eingereichten Vorschlag eines Kreisverkehrs lehnt das Landesamt weiter ab. Laut Siebert sprechen die sehr großen Unterschiede in den Verkehrsbelastungen der Zufahrten dagegen. Das Lasuv favorisiert weiter die B 2 um einen Linksabbiegerstreifen zu verbreitern und dauerhaft eine Ampelanlage aufzustellen.

Weitere Schritte in Prüfung

Für die Ortsdurchfahrt selbst würde sich Sonja Scheitler zumindest Poller wünschen, die das Befahren der Gehwege durch Lkw verhindern. Für die Prüfung, ob derartige Maßnahmen „zur räumlichen Trennung zwischen Fahrbahn und Gehweg im fließenden Verkehr möglich und zweckmäßig sind“, sei die Gemeinde Rackwitz zuständig, erklärt das Landesamt, da es sich bei der Leipziger um eine „gemeindeeigene Straße“ handele. Zumindest die 2011 erwirkte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h werde eingehalten, sagt Scheitler. Auch wenn sie mit einer Lärm-App für ihr Tablet bis zu 94 Dezibel misst, wenn ein 40 Tonner an ihrem Haus vorbeifährt.

Die Folge: Auf den Gehwegen in der Leipziger Straße in Rackwitz bilden sich die ersten Spurrinnen aufgrund der LKW, die darauf bei Gegenverkehr ausweichen. Quelle: Mathias Schönknecht

Die von der Gemeinde angekündigte erneute Verkehrszählungen sei mittlerweile erfolgt, teilt Schwalbe mit. Die drei an verschiedenen Bereichen in der Leipziger Straße erhaltenen Ergebnisse seien nach Auswertung jedoch „aus Sicht der Gemeindeverwaltung nicht plausibel“, so dass eine erneute Messung zeitnah angestrebt werde. Nach Umsetzung der Maßnahmen sehe der Gemeinderat die Petition „als erledigt an“. Sonja Scheitler und die übrigen Anwohner wollen dagegen nun weitere Schritte prüfen.

Von Mathias Schönknecht

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