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Delitzsch Reibitzer Heim bekommt weniger Zuweisungen als noch vor einem Jahr
Region Delitzsch Reibitzer Heim bekommt weniger Zuweisungen als noch vor einem Jahr
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07:00 17.01.2018
Das Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer in Reibitz. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Reibitz

Es ist ruhig im Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in Reibitz in Trägerschaft des Soziokulturellen Zentrums (SKZ) Delitzsch. Das liegt daran, dass sich die Heimbewohner ruhig verhalten, die Hausordnung und andere Regeln akzeptieren. Den Tag über sind sie ohnehin nicht im Gebäude, sondern beschäftigt, besuchen das Berufsschulzentrum (BSZ) in Delitzsch, um die deutsche Sprache so schnell als möglich zu erlernen. Die Fortschritte sind unverkennbar. Die meisten können sich bereits mit den Betreuern verständigen – die einen besser, die anderen noch nicht ganz so gut. Die Kooperation mit dem BSZ bestand von Anbeginn und habe sich über die vergangenen Monate weiter entwickelt. Die Heimbewohner besuchen im BSZ das Berufsvorbereitende Jahr (BVJ).

Zahlen schwanken täglich

Ruhig geworden ist es aber auch aus einem anderen, offenbar nicht vom Trägerverein zu beeinflussenden Grund. Von den zur Verfügung stehenden 24 Heimplätzen in jeweils acht Zwei-Bett- und Ein-Bett-Zimmern sind derzeit nur 17 belegt. „Die Zahlen schwanken zwar täglich, aber es ist festzustellen, dass es weniger werden“, teilte Heiko Wittig, Vorstandsmitglied des SKZ, auf Anfrage mit. Es gäbe zwar immer wieder Zuweisungen durch den Landkreis, auch weil andere Heime in Nordsachen geschlossen wurden, doch Zahlen, wie sie noch Anfang des vergangenen Jahres erreicht wurden, seien es nicht mehr. Ab 14 Jahre werden die jungen Ausländer aufgenommen. Für weibliche UMA ist das Heim nicht gedacht. Betroffene Familien aus Krisenregionen schicken vorwiegend ihre Söhne auf die Reise. Seit genau einem Jahr existiert diese Einrichtung, die aus der ehemaligen Mittelschule des Ortes entstand und in die gut eine Million Euro investiert wurden.

Auszug mit dem Geburtstag

„Mit dem 18. Lebensjahr, quasi mit dem Geburtstag, müssen uns die Bewohner verlassen und wechseln in die Gemeinschaftsunterkunft in Zschortau, die vom DRK Delitzsch betrieben wird“, berichtete Wittig.

Derzeit gibt es zehn Betreuer in der Einrichtung, zwei neue Diplomsozialpädagogen konnten gefunden und eingestellt werden, weil zwei anderen das Heim verließen. Aktuell wird nach einem stellvertretenden Heimleiter gesucht, die Stelle ist öffentlich ausgeschrieben.

Mittelfristig ein Heim für deutsche Kinder

Heiko Wittig, der Hauptinitiator für die Errichtung des Heimes in dem gut neun Jahre leerstehenden Schulgebäude, geht zwar davon aus, dass das Heim als solches auch weiterhin gebraucht werde, die Zeit aber absehbar komme, wann das Haus in der jetzigen Funktion nicht mehr rentable geführt werden kann. Es werde dann der Fall eintreten, der bereits beim Entwickeln der Idee für das UMA-Heim eine entscheidende Rolle spielte. „Mittelfristig werden wir hier deutsche Kinder und Jugendliche betreuen“, blickte Wittig voraus. Eine solche Absprache habe es von Anfang an gegeben, betonte er.

Löbnitz hat Einnahmen

Ein Pachtvertrag über 15 Jahre besteht und sichert so auch der Gemeinde regelmäßige Einnahmen, die für andere Dinge in den Dörfern genutzt werden können. Für Wittig sei das ein ebenso wichtiger Aspekt wie der Erhalt der Immobilie überhaupt. Mit dem Umbau zu einem Heim sei ein Schandfleck im Dorf verschwunden. Spannungen zwischen den Einheimischen und den Heimbewohnern gäbe es nicht mehr. Lediglich ein Vorfall mit einem Jugendlichen sei aktenkundig. Aber auch der sei geklärt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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