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Delitzsch Schalom Begegnungszentrum Delitzsch als „Politischer Ort“ ausgezeichnet
Region Delitzsch Schalom Begegnungszentrum Delitzsch als „Politischer Ort“ ausgezeichnet
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15:29 10.11.2017
Katharina Mittmann vom Schalom Begegnungszentrum und Roland Löffler, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung. Quelle: Manuel Niemann
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Delitzsch

Anke Stoye ist die diesjährige Preisträgerin des Schalompreises. Dieser wird in Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November verliehen. Er zeichnet Bürger aus, die sich um die Themen wie die Erinnerung an die Shoa, Versöhnung sowie gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit verdient gemacht haben. An Stoye geht der Preis für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten im Verein InterKULTUR.

Ein bisschen verlegen und fast zu bescheiden nahm die 46-Jährige den Preis des Schalom Begegnungszentrums am Donnerstag auf dem Jüdischen Friedhof entgegen.

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Helfen ist selbstverständlich

Woher rührt ihr Engagement? „Gute Frage“, sagt sie, „ich habe schon immer geholfen. Schon in der Schule habe ich abschreiben lassen.“ Daneben sei sie acht Jahre mit einem Palästinenser zusammen gewesen und habe dadurch die arabische Kultur kennengelernt. Ab 2014 ergaben sich auch Kontakte zu syrischen Geflüchteten, mit denen gekocht, Spieleabende veranstaltet und vor allem gesprochen wurde. Zunächst in einem Veranstaltungsraum des Pflegedienstes, für den Stoye seit 17 Jahren im Büro arbeitet. Sonntags fuhren die Vereinsmitglieder regelmäßig in die Flüchtlingsunterkunft nach Spröda, um Volleyball zu spielen und den Jugendlichen zu zeigen, sie sind nicht allein. „Die meiste Arbeit leisten die Jungen selbst“, sagt Stoye. Die seien in einer ungewohnten Umgebung, ohne Sprache, mit neuen Regeln und müssten sich anpassen.

Schalom Begegnungszentrum als „Politischer Ort“ geehrt

Nicht nur sie wurde am Donnerstag geehrt. Auch das Schalom Begegnungszentrum selbst durfte eine Auszeichnung entgegennehmen: Für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung ist es ein „Politischer Ort“. Roland Löffler, Landeszentralen-Direktor, und Jugend-Referent Stefan Zinnow begleiteten die Mitarbeiter und Gäste zurück in die Mauergasse 19 a. Die ist nicht nur ein Begegnungsort, sondern auch Familienzentrum, Jugendberatung und -café der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. „Wir brauchen Partner vor Ort und lernen mit dem Preis auch neue Akteure kennen“, so Stefan Zinnow, der das Projekt leitet. Politische Orte können Orte mit historischer Vergangenheit werden, an denen sich immer noch Menschen aktiv politisch engagieren. Das Begegnungszentrum teilt sich den Preis in diesem Jahr mit dem Torgauer Förderverein Europa Begegnungen und dem Freundeskreis Schloss Hubertusburg in Wermsdorf.

Von Manuel Niemann

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