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Delitzsch Sorge um den Stadtpark Delitzsch
Region Delitzsch Sorge um den Stadtpark Delitzsch
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08:00 05.03.2019
Durch das ansteigende Grundwasser wird es im Delitzscher Stadtpark immer feuchter. Manchmal scheint der Spaziergänger dann gut beraten, lieber Gummistiefel anzulegen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es ist, als würde man die Erde der Zimmerpflanze ständig nass halten – das tut keiner Pflanze auf Dauer gut, irgendwann gibt der stärkste Baum nach. Dass zu nasser Grund und Boden schuld an den aktuellen Abgängen von Bäumen aus dem Delitzscher Stadtpark ist, bereitet zunehmend Sorge. Nun steht auch die Frage im Raum, ob die Tagebaufolgen mitverantwortlich sind? „Die Bäume stehen zu nass“, sagt ein Anwohner der grünen Lunge von Delitzsch, „sie ersaufen von unten.“

Schichtenwasser in Delitzsch

Zumindest, so Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), sei das stehende Schichtenwasser im Park immer wieder ein großes Thema. Es habe bereits Absprachen und Begutachtungen mit der Oberen Denkmalbehörde gegeben. Der Park ist ein Gartendenkmal und steht daher unter dem Erhaltungsgrundsatz, muss besondere Beachtung finden. Vorrangig gelte es in den nächsten Jahren, den Park verkehrssicher zu gestalten und unter dieser Prämisse das Pflegedefizit aufzuholen und den Baumbestand zukunftsfähig zu gestalten. Der hohe Wasserstand jetzt sei zu beobachten, so Wilde. Allerdings müsse die Lobersanierung erst komplett abgeschlossen sein, um den Schlussstand zu erreichen und aussagefähig zu sein.

Grundwassersituation abwarten

Das Grundwasser ist auch rund um den Heiligbrunnen Thema. Kürzlich gab es dort Untersuchungen durch den Bergbausanierer LMBV. Rund um das Baudenkmal mussten in den vergangenen Jahren einige Bäume wegen Fäulnis entnommen werden. Auch dort herrscht die Grundannahme, dass das Auf und Ab des Grundwassers an der schlechten Situation schuld ist. Der Boden um den Brunnen ist morastig. Mit dem Braunkohleabbau fiel das natürliche Wasserbecken vor dem Brunnen einst trocken. Als Abhilfe wurde eines aus Beton gebaut, was nun aber von außen unter Druck geraten zu sein scheint, seit der Grundwasserspiegel mit dem Ende des Tagebaus wieder ansteigt.

Fällungen im Park

Konkret vier Bäume wurden in den vergangenen Wochen im Stadtpark gefällt. Ein Ahorn wies Stammfäule mit nach innen gerollter Wundwulst auf. Eine Linde verfügte nur noch über einen vollständig abgestorbenen Kronenbereich. Der Kronenbereich einer Birke war zum Großteil abgestorben. Bei einer Pappel scherte die Wurzelplatte aus dem Boden aus. Zudem mussten die Stämme zweier schwer geschädigter Linden weiter eingekürzt werden, die höhlenreichen Altbäume habe man aber als Habitate erhalten können, heißt es von der zuständigen Servicegesellschaft. Auch Wildwuchs entlang des Geh- und Radweges an der Securiusstraße wurde entnommen. Noch in diesem Frühjahr soll es Ersatzpflanzungen mit drei Säulen-Eichen parallel zur Securiusstraße und zwei Golderlen parallel zum Rad- und Gehweg Richtung Rosental geben.

Infektion an Bäumen

Das Ende der Fahnenstange für Baumschäden und -fällungen im Stadtpark aber scheint zudem noch unabhängig vom Grundwasserstand nicht erreicht, glaubt man dem Oberbürgermeister. „Wir haben Schmierinfektionen an den Kastanien, der Bestand ist vermutlich nicht zu halten“, so Manfred Wilde. Jeder Baum aber werde garantiert begutachtet und keiner willkürlich, leichtfertig oder aus persönlichen Gründen gefällt. Für jeden gefallenen Baum in Delitzsch gebe es ein entsprechendes Gutachten. Die Fällungen würden letztlich der Verkehrssicherheit dienen.

Von Christine Jacob

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