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Delitzsch Stadtmauer Delitzsch wird neu aufgebaut
Region Delitzsch Stadtmauer Delitzsch wird neu aufgebaut
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10:00 19.02.2019
Die Standfestigkeit der Ziegelmauer ist aufgrund von ungünstigen Gründungsverhältnissen nicht mehr gegeben. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es gibt Hoffnung für die vom Einsturz bedrohte Delitzscher Stadtmauer. Nach Untersuchungen und einem Vor-Ort-Gespräch an der mittelalterlichen Mauer hat sich die Stadtverwaltung mit der Denkmalbehörde über den Umgang mit der sich neigenden Stadtmauer verständigen können: Die Mauer soll per Hand abgetragen werden, das Altmaterial wird aufbereitet und wiederverwendet sowie mit neuen Steinen ergänzt.

Einigung mit Behörde

„Wir haben einen guten Konsens mit der Denkmalbehörde erreicht“, findet Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Er sei froh, dass die Behörde dem Teilabbruch zugestimmt hat. So kann das Material geborgen, aufbereitet und neu verarbeitet werden. Anders hätte man es zu früheren Zeiten auch nicht gemacht. Allerdings: Nach einer ersten groben Kostenschätzung wird diese Sanierung des etwa 30 Meter langen Mauerabschnitts an der Einmündung zur Leipziger Straße Gelder in sechsstelliger Höhe verlangen. „Wir werden uns um Fördermittel bemühen“, so das Stadtoberhaupt. Der Abbruch der Mauer könne wahrscheinlich noch dieses Jahr erfolgen und das möglichst zeitnah, da bislang die Mauergasse in dem Bereich für den Verkehr gesperrt bleiben muss und man die Straße ja bald wieder freigeben wolle. Ob die Wiedererrichtung allerdings auch definitiv dieses Jahr erfolgen könne, sei noch eine terminliche Frage und eine Frage der Gelder beziehungsweise Fördergelder. Eine genaue Kostenschätzung wird noch erarbeitet.

Standfestigkeit bedroht

Laut einem Gutachten ist die Standfestigkeit der Ziegelmauer aufgrund von ungünstigen Gründungsverhältnissen an dieser Stelle nicht mehr gegeben. Der Boden besteht aus Schluff, Sanden und Kiesen und gilt nicht als standsicher genug für das Teilstück. Das im aufsteigenden Grundwasser enthaltende Sulfat könnte den Beton im Fundament weiter angreifen, weshalb einfache Erdanker oder ähnliches mit dem man die Mauer früher gesichert hatte die Neigung der Mauer auch weiterhin nicht aufhalten könnten. Die aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Mauer war zuletzt nach der politischen Wende saniert worden. Das sulfathaltige Grundwasser sei wohl auch einer der Gründe, warum das Fundament so massiv beeinträchtigt wurde, glaubt die Stadtverwaltung. Dass die Mauer in den vergangenen Jahren immer weiter an die Straßenlaternen gerückt war, beobachtete man schon eine Weile. Kurz vor Weihnachten musste der Abschnitt zwischen Mauergasse und Leipziger Straße für den Verkehr komplett gesperrt werden, weil die Mauer sich deutlich geneigt hatte. Die Mauer ist an dieser Stelle rund 80 Zentimeter dick und etwa 3,75 Meter hoch.

Von Christine Jacob

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