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Delitzsch Stadtrat gibt Gelder für Planung eines Sportbades in Delitzsch frei
Region Delitzsch Stadtrat gibt Gelder für Planung eines Sportbades in Delitzsch frei
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12:32 19.02.2018
Im Delitzscher Rathaus sind am Donnerstag wichtige Beschlüsse für die Zukunft der Stadt gefasst worden. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Für den Bau einer touristischen Freizeiteinrichtung mit Sportbad im Delitzscher Norden ist eine weitere Hürde übersprungen worden. Der Stadtrat beschloss am Donnerstagabend nach langer Debatte mehrheitlich bei vier Gegenstimmen eine außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von 900 000 Euro für die Planungen dieses Vorhabens. Allerdings hatte die Stadtverwaltung ihre Beschlussvorlage im Ergebnis der im Vorfeld nicht öffentlich geführten Beratungen in den Ausschüssen überarbeitet. Wie Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) erläuterte, seien Bedenken aufgegriffen und Empfehlungen der Ausschüsse zur Konkretisierung des Bedarfes sowie der Betriebs- und Personalkosten aufgenommen und in die Vorlage eingearbeitet worden. Somit sind mit dem Beschluss Richtlinien für die Planung vorgegeben worden, die erst erfüllt sein müssen, ehe die europaweite Ausschreibung für den Bau startet. „Eine Vorgabe ist, den jährlichen städtischen Zuschuss für den Betrieb des Bades auf rund 600 000 Euro zu beschränken.“ Dies werde auf der Grundlage des derzeitigen Preisniveaus für Betriebs- und Personalkosten und Eintrittspreisen vergleichbarer Bäder in der näheren Umgebung erfolgen, die in einer Machbarkeitsstudie untersucht worden sind. In einem ersten Planungsschritt soll ermittelt werden, was Delitzsch braucht und ob das mit dem abgesteckten Kostenrahmen in Höhe von 15 Millionen Euro konform geht. „Erst wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann, Bau und Betrieb sind machbar, wird der nächste Schritt folgen“, so Schöne weiter. Deshalb hat der Stadtrat zunächst nur beschlossen, die Planungen für das Sportbad mit Sommeraußenbecken zu beauftragen. Dazu soll ein Büro gebunden werden, das gemeinsam mit der Verwaltung und einem Projektsteuerer eine sogenannte Studie erarbeitet. Ziel dabei ist, die Investitionssumme entsprechend des Nutzungsbedarfes zu präzisieren und konkrete Aussagen zu notwendigen Personal- und Betriebskosten zu treffen. Jede Stadtratsfraktion hat die Möglichkeit, einen Vertreter in diesen Prozess einzubinden.

Die Diskussion spiegelte die Schwere der Entscheidung und die Bedenken wider. Die Freien Wähler beantragten eine Änderung im Beschlusstext. Bezüglich der Höhe des Gesamtbudgets des Vorhabens forderte die Fraktion statt „soll“ 15 Millionen Euro nicht überschreiten, zu formulieren „darf“ 15 Millionen Euro nicht überschreiten. Damit wollten die Freien Wähler, wie Olaf Quingue begründete, einer möglichen Kostenexplosion siehe Stuttgart 21 vorbeugen, die den künftigen finanziellen Spielraum der Stadt einschränken würde. Eine Mehrheit fand sich im Gremium dafür nicht. Das folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, den Mathias Plath (CDU) und Christian Stoye (Die Linke) als eine mutige Entscheidung für die Zukunft der Stadt bezeichneten, nachdem sich Rüdiger Kleinke (SPD) bei Kämmerer Michael Schmiech versichert hatte, dass sich die Stadt das Projekt leisten könne. Sonst hätte er längst interveniert, sagte Schmiech.

Von Thomas Steingen