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Delitzsch Striegaus Bürgermeister: Auch Besuch aus Torgau hat Ärger gemacht
Region Delitzsch Striegaus Bürgermeister: Auch Besuch aus Torgau hat Ärger gemacht
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16:19 04.12.2019
Der Zoff um die aufgekündigte Städtepartnerschaft zwischen Torgau und Striegau beschäftigt jetzt auch polnische Medien. Auf Facebook wird die Frage gestellt: Soll Striegaus Bürgermeister Zbigniew Suchyta (kleines Bild rechts) zurücktreten? Seine Torgauer Amtskollegin Romina Barth hatte dies indirekt empfohlen. Quelle: Facebook,Gazeta Pl., Torgauer Zeitung
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Torgau/Striegau

Die Bürger der polnischen Stadt Striegau (Strzegom) bewegt zurzeit eine Frage: Sollte Bürgermeister Zbigniew Suchyta zurücktreten? Die Lokalzeitung „Gazeta Strzegomska“ hatte diese Frage auf ihrem Facebook-Portal aufgeworfen – und eine große Resonanz erfahren.

Hotelzimmer in Torgau verwüstet

Bürgermeister Suchyta gehört zu der Gruppe von Delegierten, die im Oktober Torgau besuchten. Am Rande des Stadtfestes kam es dann zu einem eher unschönen Nachspiel im Hotel. Dort sollen alkoholbedingt einige Zimmer unter anderem mit Fäkalien derart in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass anschließend eine Renovierung anstand und Inventar erneuert werden musste.

Bürgermeisterin Barth: Ich wäre zurückgetreten

Die Torgauer Stadtverwaltung nahm diesen Eklat zum Anlass, die langjährige Städtepartnerschaft aufzukündigen. Die Mehrheit des Stadtrates folgte diesem Antrag. Oberbürgermeisterin Romina Barth (CDU) hatte zuvor gesagt, sie wäre an Stelle des polnischen Bürgermeisters zurückgetreten. Außerdem vermisse sie eine offizielle Entschuldigung der Delegation.

Auf Facebook hat Barth nun ihre Vorwürfe präzisiert: „Die polnische Delegation, darunter auch der Bürgermeister, hat nicht nur einen Teil der Einrichtung der Hotelzimmer zerstört, sondern auch alle denkbaren Exkremente in mehreren Hotelzimmern an undenkbaren Orten hinterlassen. Die Abreise vom betroffenen Hotel erfolgte wortlos.“

Vorfall an der Elbe schlägt in Polen hohe Wellen

Auch die polnischen Medien berichteten nun über den Vorgang an der Elbe, der mit der gekündigten Städtepartnerschaft hohe Wellen schlägt. 70 Kommentare zählt inzwischen der Online-Post der „Gazeta Strzegomska“ – und es werden immer mehr. Die Lokalzeitung in Striegau hatte ihre Leser in dem Facebook-Beitrag gefragt, ob Bürgermeister Zbigniew Suchyta und die beiden Stadträte, die im Oktober zu den Delegierten aus Polen dazugehörten, zurücktreten sollten. Die meisten sind sich einig: Ja, auf jeden Fall!

Facebook-User: „Die Deutschen übertreiben“

Allerdings gehen in den Kommentaren die Meinungen über weitere Konsequenzen auch auseinander. So sprechen einige User von „Schande“ und dass ihre Stadtoberhäupter eine Strafe dafür bekommen sollten. Eine Kommentatorin schreibt, dass man auch über das Verhalten in der Ukraine sprechen solle, definiert allerdings nicht genauer, was sie damit meint. Einige andere aber glauben, dass „die Deutschen übertreiben“. So verwendet eine Frau das Bibelzitat: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“

Rücktritt ja oder nein? So diskutieren die polnischen Facebook-User den Vorfall von Torgau. So wird in Polen der Vorfall von Torgau diskutiert: Der Facebook-Eintrag mit der Rücktrittsfrage der „Gazeta Strzegomska“. FACEBOOK

Die Vorwürfe werden aber auch in den polnischen Medien benannt: Der Striegauer Bürgermeister und die Stadträte sollen danach ein Zimmer im Torgauer Hotel verwüstet haben. Auch Exkremente sollen im Zimmer verteilt gewesen sein. Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth wird zitiert mit den Worten: Sie finde das Verhalten der polnischen Delegation „unmenschlich“, ein solches Verhalten der Polen könne „nicht toleriert werden.“

Litt der polnische Stadtrat an einem Magengeschwür?

In der Zeitung „Wyborcza Wroclaw“ heißt es, das betroffene Hotel habe eine Schadenersatzforderung von 1500 Euro den Polen zugesandt, die bezahlt worden sei. Das Onlineportal „Gazeta Pl.“ berichtet weiter, der Striegauer Bürgermeister Suchyta habe zu dem Vorwurf des verwüsteten Torgauer Hotelzimmers gesagt: Der betroffene Stadtrat leide an einem Magengeschwür und an einem Reflux. In der besagten Nacht habe er seine Reaktionen nicht kontrollieren können und daher „den Raum verschmutzt“.

Vorwurf aus Striegau: Auch Torgauer Besuch hat öfter Probleme gemacht

Laut „Wyborcza“ teilt Bürgermeister Suchyta aber auch einen kleinen Seitenhieb gegen die Torgauer Ex-Städtepartner aus. So hätten die deutschen Stadträte, „die uns besuchten, auch öfters Probleme bereitet, ohne das wir daraus einen großen Skandal gemacht hätten.“ Was er damit genau meint, blieb dem Bericht zufolge aber offen.

Lesen Sie auch: Torgauer wollen Städtepartnerschaft retten: Ist Bruch mit Striegau noch zu kitten?

Von Nicole Grziwa

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