Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Sturm Friederike tobt in Nordsachsen: Bäume stürzen um, Dächer abgedeckt
Region Delitzsch Sturm Friederike tobt in Nordsachsen: Bäume stürzen um, Dächer abgedeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:39 16.02.2018
Sturm Friederike abgedecktes Dach in Bad Düben Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Sturm Friederike hat am Donnerstagnachmittag auch im Landkreis Nordsachsen seine Spuren hinterlassen und teilweise für Chaos gesorgt: Bäume stürzten auf Bundesstraßen, Dächer wurden abgedeckt, der Zugverkehr eingestellt.

Kurz vor 15 Uhr hatte sich in Bad Düben vom Neubaublock Brunnenstraße 18 das halbe Dach gelöst und war zu Boden gekracht. Doch die Feuerwehr konnte zunächst nicht viel ausrichten, weil es zu gefährlich war, sich den herumfliegenden Blechteilen zu nähern. „Wir sperren erst einmal den Fußweg ab. Wir können nicht an die Teile ran, weil der Sturm zu stark ist und wir nicht unsere Kameraden in Gefahr bringen wollen“, sagte Feuerwehrmann Helmut Lingner.

Sturm Friederike hat auch im Landkreis Nordsachsen für Verwüstungen gesorgt. Dächer wurden abgedeckt, Bäume fiele um.

Sturm weht Laster um

Zwischen Krostitz und Krensitz hatte der Sturm einen Laster umgeweht. Der Lkw lag seitlich im Graben – dem Fahrer selbst ist aber nichts passiert. Auf der B 2 kippte zudem in Bad Düben ein Baum bei einem tschechischen Lkw zwischen Fahrerkabine und Auflieger. Und gegen 16.30 Uhr kippte auf der B 87 in Höhe des Gewerbegebietes Jesewitz auch ein mit Stückgut beladener Lkw um. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Feuerwehr war vor Ort, sicherte ab. Gesperrt werden musste die B 87 aber nicht.

Dafür waren viele andere Straßen gesperrt: Umgestürzte Bäume auf Bundes- und anderen Straßen legten vielerorts den Verkehr lahm. Allein an der zwischen Bad Düben und Tornau gesperrten Bundesstraße 2 warteten am Nachmittag 20 Lastwagen auf Weiterfahrt.

Anderswo sorgte man vor: In Eilenburg fällte die Feuerwehr am frühen Nachmittag kurzfristig noch den Marktweihnachtsbaum. Der steht in der Muldestadt immer etwas länger, doch nun schwankten die Äste so bedrohlich, dass die Helfer kurzfristig alarmiert wurden. In Eilenburg musste auch die Bernhardistraße gesperrt werden, nachdem sich vom Dach eines Mehrfamilienhauses große Teile Dachpappe gelöst hatten. Weggeräumt werden konnten sie aufgrund ihres Gewichts vorerst nicht. Weitere Teile drohten auf den Fußweg zu stürzen. Ein Polizeiwagen mit Blaulicht sperrte die Straße ab. Flatterband oder Sperrschilder hätten dem Sturm nicht standgehalten.

Seit 15 Uhr waren die Kameraden der Eilenburger Feuerwehr im Dauereinsatz. „Jede Menge umgestürzte Bäume, Dachziegel, die nicht nur runterfallen, sondern über die ganze Straße fliegen, lose Dachbleche, Bäume, die in Stromleitungen gefallen sind“, zählte André Misch, stellvertretender Wehrleiter, auf. Der Sturm riss zudem im Gewerbegebiet das Dach einer Halle bei FCT Electronic ab. Sturm Frederike hat auch am Baumbestand des Eilenburger Tierparks mächtig gerüttelt. Etliche Äste fielen. Tiere kamen nach bisherigem Stand aber nicht zu Schaden. Aufgrund der nötigen Aufräumarbeiten bleibt der Tierpark aber dennoch am Freitag, dem 19. Januar, geschlossen.

Bahnstrecke durch Baum blockiert

Bereits gegen 14.30 Uhr traf Friederike auf Delitzsch. Zahlreiche umgestürzte Bäume – vor allem erwischte es die Flachwurzler wie Tannen –, teils abgelöste Verkehrsschilder, durch die Gegend wirbelnde Mülltonnen und herabstürzende Dachziegel waren die ersten Folgen des Sturms. In den Ortsteilen Laue und Beerendorf sowie in der Laueschen Straße wurden Scheunen beschädigt. Auch Kirchen wie die in Laue blieben nicht vom Sturm verschont, das vor nicht allzu langer Zeit teilerneuerte Dach wurde beschädigt. Autos wurden von herabfallenden Ästen und umgestürzten Bäumen getroffen. Die Bahnstrecke in Richtung Leipzig wurde durch einen Baum blockiert, es gab wie überall im Bundesgebiet Zugverspätungen und –ausfälle. In Delitzsch war zudem rund 30 Minuten Stromausfall und die Handynetze waren tot. In den Landgemeinden um Delitzsch wie Schönwölkau und Krostitz hinterließ Friederike ebenfalls erhebliche Schäden.

Auch in der Collm-Region um Oschatz tobte Friederike. Die Feuerwehren der Region waren schon im Vorfeld in Einsatzbereitschaft gegangen. In Oschatz gingen die ersten Meldungen über Sturmereignisse ab 15 Uhr ein. In erster Linie mussten sich die Kameraden um umgestürzte Bäume kümmern. „Wir arbeiten die Meldungen nach Priorität ab“, berichtete der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke. Umgestürzte Bäume, die keine Gefahr darstellten – wie die alte Schwarzkiefer im Oschatzer Stadtpark – blieben zunächst unberücksichtigt und werden später durch den städtischen Bauhof beseitigt.

Probleme hatten vor allem Kraftfahrer im Berufsverkehr. Auf fast allen Straßen in der Collm-Region versperrten umgefallene Bäume den Weg. Sie wurden durch die zuständigen Feuerwehren und andere Hilfskräfte entfernt. Aus Ochsensaal wurde gemeldet, dass ein Baum auf ein Haus gefallen war und in Wermsdorf stürzte eine Baum auf dem Hirschplatz um. Zahlreiche Dächer wurden beschädigt und müssen nach dem Sturm repariert werden. Auf der B 6 bei Luppa stürzte ein Baum auf ein Auto. Die Feuerwehr musste ausrücken, um eine eingeschlossene Person zu befreien.

Von Steffen Brost, Kathrin Kabelitz, Hagen Rösner, Christine Jacob, Heike Liesaus, Ilka Fischer

Gymnasium oder Oberschule – am 28. Februar 2018 erhalten die Viertklässler ihre Bildungsempfehlung. Doch welche Bildungseinrichtung ist geeignet? Für die, die sich noch nicht festgelegt haben, bieten wir einen Überblick über Besonderheiten und Profile von Gymnasien und Oberschulen der Region Nordsachsen.

18.01.2018

Von mangelndem Respekt gegenüber den Rettungskräften kann der Delitzscher Wehrleiter Andreas Pradel vielfach berichten, direkte Angriffe seien bislang jedoch ausgeblieben. Aus seiner Sicht sei es die unterschwellige Aggressivität, die die Einsatzkräfte treffe. Im Umgang mit aggressiven Patienten lassen sich Sanitäter ständig weiterbilden.

18.01.2018

Die Kleinen vom Kindergarten abholen, einen Ausflug in den Tiergarten oder einfach nur mal spielen. Alles Dinge, die eine Oma eben so macht. Für Elfi Pönicke ist das ein Ehrenamt.

18.01.2018