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Delitzsch Tierschützer nahe Delitzsch mit Waffe bedroht?
Region Delitzsch Tierschützer nahe Delitzsch mit Waffe bedroht?
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16:49 16.07.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
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Laue

Aussage gegen Aussage steht nach einem nächtlichen Vorfall auf einem Feld nahe dem Delitzscher Ortsteil Laue. Und dazu gibt es gleich zwei Anzeigen, denn die beiden Kontrahenten – ein Tierschützer und ein Jäger – haben sich auch gegenseitig angezeigt, wie die Polizei mitteilte.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag. Zwei Jäger waren bei Laue auf Pirsch, als der Tierschützer dazwischenfunkte. Wie die Waidmänner später gegenüber der Polizei erklärten, habe der Mann versucht, mit Licht – vermutlich eine starke Taschenlampe – die Jagd zu stören. Offenbar kam es daraufhin auch zu ersten verbalen Auseinandersetzungen. „Verschwinde du Sau“ und Ähnliches hätten ihm die Jäger zugerufen, erklärte der Tieraktivist.

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Erst verbaler Streit

Der 46-jährige Delitzscher fuhr dann mit seinem Motorrad davon und einer der Jäger folgte ihm im Geländewagen auf dem Feldweg. Der Jäger verlor den Tierschützer zunächst aus den Augen – bis Letzterer nunmehr auf asphaltierter Landstraße den Spieß umdrehte und seinerseits dem Auto des Jägers hinterherfuhr. Um sich das Kennzeichen zu notieren, wie er gegenüber dieser Zeitung erklärte. Kurz vor dem Ortsschild Laue habe dann der Jäger angehalten. Dabei sei es erneut zur verbalen Auseinandersetzung gekommen. Was dann genau passierte, da steht nun Aussage gegen Aussage. Der Tierschützer sagte aus, der Jäger habe ein Gewehr auf ihn gerichtet. Der Jäger wiederum bestreitet dies.

Um 0.30 Uhr wurde dann auch die Polizei über den Vorfall informiert. Nun gibt es zwei Anzeigen. Der 46-Jährige zeigte den Jäger wegen Bedrohung an. Der Jäger, der – so betonte gestern die Polizei – ebenso wie sein Waidgenosse über alle erforderlichen Genehmigungen für die Jagd in dem Areal verfügte, wiederum den Tierschützer wegen vorsätzlicher Störung der Jagd.

Mit Taschenlampe nachts auf dem Feld

Der 46-jährige Delitzscher sagte dieser Zeitung, er engagiere sich bereits seit vielen Jahren gegen Tierquälerei, das Töten von Tieren und Massentierhaltung. Viele Nächte verbringt er mit Taschenlampe und Fernglas im Freien, und dabei mache er auch den Jägern „das Leben nicht leicht. Ich kenne die Jagdreviere der Region.“ Dass er die Jäger in der Nacht zum Sonntag absichtlich geblendet hat, bestreitet er allerdings. Er habe auf das Feld geleuchtet, wollte die Tiere beobachten, habe aber natürlich auch „ein Interesse daran, dass die Tiere verschwinden, wenn Jäger in der Nähe sind. Es ist aber keine Sabotage, ich tue niemandem etwas.“ Er selbst sei dagegen schon zuvor einmal von Jägern mit Fahrzeugen bedrängt worden, weshalb er sich auch ein leistungsstärkeres Motorrad angeschafft habe.

Schon oft habe er bei seinen Aktionen Gutes bewirkt, beispielsweise illegalen Müll im Wald entdeckt und gemeldet, erzählte der Tierschützer weiter – und ergänzte: „Ich höre nicht auf, ich mache weiter!“

Von ks

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