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Delitzsch Unwetter über Löbnitz zerstört Hallen und Segelflieger
Region Delitzsch Unwetter über Löbnitz zerstört Hallen und Segelflieger
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08:36 10.07.2015
Orkanschäden auf dem Flugplatz: Ein Segelflugzeug in einem Transporthänger wird zerstört, von einer Halle (Hindergrund) das Dach abgerissen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Roitzschjora

Wie berichtet, hatte der Orkan, dessen Geschwindigkeit nicht aufgezeichnet werden konnte, auf dem Festivalgelände des WFF in Roitzschjora ein großes Partyzelt angehoben und umgekippt. Dabei wurden drei der etwa 50 Leute im Inneren verletzt, es entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von etwa 200000 Euro.

Doch damit hatte der Orkan offensichtlich noch nicht sein Werk vollendet. Ohne an Kraft einzubüßen, zog er in Richtung des Towers des Roitzschjoraer Flugplatzes weiter. Was ihm im Weg stand, rüttelte er nicht nur kräftig durch, sondern hinterließ auch gravierende Schäden an mehreren Gebäuden, die von verschiedenen, am Platz ansässigen Vereinen genutzt wurden. Detlef Schlayer, Vorsitzender des Vereins Flugtouristik Delitzsch, musste feststellen, dass der Sturm von einem im Bau befindlichen Hanger das Blechdach komplett zerstört hatte. Zudem hatte sich der Wind offenbar im Gebäude verfangen und drückte auch die Dachkonstruktion gegen eine Mauer, die dadurch einstürzte. "Das sind mehr als sechs Tonnen Material, die hier teils zerbrochen wurden, teils weggeflogen sind", sagte Schlayer. Das zeige, mit welcher Wucht hier die Naturkräfte wirkten. Ob die Versicherung für den Schaden einspringt, wisse er noch nicht. Klar ist allerdings, dass der Zehn-Mann-Verein um den Lohn der Arbeit gebracht wurde. "Wir haben alles vorfinanziert, selbst mit Hand angelegt." Jetzt müsse ein Statiker zunächst prüfen, ob das Gebäude, das aus nicht viel mehr als den Grundmauern und einer übriggebliebenen Dachkonstruktion besteht, überhaupt weitergebaut werden kann und darf. Zudem hat der Sturm bei einem weiteren Hanger das über die gesamte Breite reichende Rolltor eingedrückt. Als wenn sich ein Riese kurz mal dagegen lehnt und das Material dann nachgibt.

Doch nicht nur diesen Verein hat es mit dem Unwetter mächtig erwischt. Die fast ein Dutzend Transportanhänger für Segelflieger, die in Reih und Glied am Waldrand abgestellt waren, wurden durcheinander gewirbelt, keines steht mehr auf seinem Stellplatz. "Wie hoch der Schaden ist, wissen wir noch nicht", informierte der Verein für Streckensegelflug. Besonders bedauerlich ist, dass in einem Hänger noch ein Segelflieger eingelagert war. Ein Teil einer Holzdachkonstruktion riss zunächst die Hülle des Hängers auf und bohrte sich dann in den Rumpf des Fliegers. Auch die scharfkantigen Teile eines Blechdaches, die bis dorthin flogen, hinterließen unschöne Spuren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Von Ditmar Wohlgemuth