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Delitzsch Wasser fehlt: Bäume zwischen Reibitz und Löbnitz sterben
Region Delitzsch Wasser fehlt: Bäume zwischen Reibitz und Löbnitz sterben
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09:28 09.09.2019
Ausgetrockneter Wald zwischen Löbnitz und Reibitz. Quelle: Wolfgang Sens
Löbnitz

Es ist nicht zu übersehen: Die Dürre der beiden vergangenen Jahre hat die Landschaft verändert. Im Sommer blieben hunderte, tausende Bäume kahl. Eines der Gebiete, in denen die Schäden besonders heftig ins Auge fallen, ist der Wald zwischen Reibitz und Löbnitz. „Da ist mal nicht der Käfer schuld, sondern die Trockenheit“, stellt Detlef Hoffmann, zu dessen Landwirtschaftsbetrieb der Wald gehört, fest. Wird hier bald der Harvester, eine Holzerntemaschine, anrollen und alle Bäume, die kahl stehen, im großen Stil fällen? „Wir wollen die geschädigten Bäume entnehmen, aber wir wollen auch die Laubbäume und den Aufwuchs, den es dort gibt, schonen. Ein Harvester kommt dazu nicht in den Wald.“ Trotzdem soll das Holz aus dem Wald, bevor der Borkenkäfer tatsächlich kommt.

Schwierige, spannende Aufgabe

Und was wird danach? „Neu auf dem trockenen Boden anzupflanzen, ist riskant“, stellt Detlef Hoffmann fest. „Es ist schon eine schwierige, spannende Aufgabe“, schätzt er ein. Laut Waldgesetz muss eine gerodete Fläche innerhalb von drei Jahren wieder aufgeforstet werden. Aber ob sich bis dahin der Wasserspiegel im Untergrund regenerieren kann, ist zu bezweifeln. Man sieht es schließlich an den Gewässern ringsherum, wie viel da an der Normalität fehlt. Selbst wenn es für Wiederaufforstungen Förderungen gebe. Der Waldeigentümer muss vorfinanzieren. „Es stehen da riesige Summen im Raum, die sind nicht ohne weiteres zu stemmen. Erlöse werden, wenn überhaupt, erst in den nächsten 30 bis 40 Jahren erzielt. Momentan decken Erlöse aus dem Holzverkauf, wenn alles gut geht, die Kosten fürs Fällen“, erklärt Hoffmann.

Noch kein Endstand

Betroffen sind circa drei Hektar. Das sei etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Waldfläche, die zu seinem Landwirtschaftsbetrieb gehört. „Wir wissen aber, dass das noch nicht der Endstand ist. Das Problem wird uns in der nächsten Zeit verfolgen. Die flach wurzelnden Kiefern sind zuerst betroffen. Jetzt zeigen bereits die Laubbäume Mangelerscheinungen.“ Inzwischen wird es ein Problem, das Holz zu lagern. Auch auf dem Betriebshof des Löbnitzers ist alles voll. Zumal der Verkauf derzeit fast unmöglich ist. Eine Lösung wäre, dass zentrale Sammelstellen ausgewiesen werden. Nicht überall sind die Schäden gleich groß. Im Wald der Gemeinde Löbnitz, wo er derzeit als Bürgermeister amtiert, wurden nur drei dürregeschädigte Bäume festgestellt.

Quelle: Wolfgang Sens

Keine Herbstaufforstung möglich

Eva Skudelny, die Försterin, die für die Wälder in Revier 13, das die Wälder westlich der Mulde, in Bad Düben und Doberschütz umfasst, hat überall ähnliche Beobachtungen gemacht. Zu wenig Regen, zu viel Hitze. Über die geschwächten Bäume machen sich dann oft noch die Borkenkäfer her. 2018 fiel nur etwa halb so viel Regen wie gewöhnlich. Ein besonders regenreiches Jahr wäre nötig, um die Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Aber ein großer Teil von 2019 ist vorüber und die Lage hat sich keinesfalls verbessert. Normalerweise könnten im Herbst neue Bäumchen gesetzt werden. „Aber für eine Herbstaufforstung sehe ich bei dieser Trockenheit schwarz. Da können wir im nächsten Februar mal drüber reden.“

Vertrocknender Klimaschutz

Dabei sind die sterbenden Bäume viel mehr. „Jeder Hektar Wald ist Beitrag zum aktiven Klimaschutz – ob in privatem, körperschaftlichem und staatlichem Besitz. Deswegen brauchen auch alle Waldbesitzer Unterstützung“, so der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt nach der Sachsenwaldkonferenz im August. Bisher kommt Hilfe für diejenigen, die Käferholz beseitigen müssen, erklärt die Försterin. „Da gibt es Fördermittel, die sind aber an sehr enge Vorgaben gebunden.“ Sie geht trotzdem gern in den Wald: „Wir müssen das Beste aus der Lage machen.“

Von Heike Liesaus

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